Das WEF – Fluch und Segen

Der Aufmarsch der Planespotter lässt in Kloten die Kassen klingeln. An einem Ort sorgt er aber auch für Umsatzeinbussen und Ärger.

Das WEF beschert den Imbissständen am Flughafen einen Grossaufmarsch. (Video: Adrian Panholzer)

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Stossstange an Stossstange reihen sich die Fahrzeuge der Planespotter beim Heli-Grill neben der Piste 34 des Zürcher Flughafens. Weil von dort aus die zahlreichen Privatjets der Besucher des Weltwirtschaftsforums nur wenige Meter hinter dem Maschendrahtzaun stehen. Einer davon ist der Regierungsflieger des britischen Premiers David Cameron. Er ist derzeit ein besonderes Highlight für die «Spotter», denn er trägt auf seinem Seitenleitwerk eine Spezialbemalung: das Emblem der 32. Squadron der Royal Force, das heuer sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Wegen Fliegern wie diesem werden die Aussichtspunkte rund um den Flughafen regelrecht belagert. Das lässt die Kassen klingeln: Die kostenpflichtige Besucherterrasse auf dem Dock B sowie deren Restaurant sind für kalte Werktage derzeit ungewöhnlich voll. «Während der WEF-Woche sind sicher einige Hundert Personen mehr als sonst auf der Zuschauerterrasse anzutreffen», sagt Flughafensprecherin Sonja Zöchling. Weil die «Spotter» oft den ganzen Tag dort verbrächten, profitiere das Restaurant sicherlich davon. Aktuelle Umsatzzahlen sind ihr aber noch keine bekannt: «Diese kommen erst im darauf folgenden Monat.»

Des einen Freud, des anderen Leid

Ein lukratives Geschäft ist das Weltwirtschaftsforum auch für die Imbissbude unter dem Landeanflug auf die Pisten 14 und 16. «Die WEF-Woche beschert uns viel mehr Leute, besonders bei guter Witterung wie sie dieses Jahr herrscht», sagt Mitarbeiterin Verena Välle. Sie öffne die Burgerbude jeweils um 10 Uhr, dann stünden die «Spotter» schon da und warteten auf einen heissen Kaffee. Wenn dann noch kleine Sensationen wie die Boeing E4 erwartet würden, seien die Bedingungen perfekt. «Dann werden wir fast überrannt und der Parkplatz ist bis auf den letzten Zentimeter voll.»

Der grosse Aufmarsch der Schaulustigen macht aber nicht alle glücklich – im Gegenteil. Eine Mitarbeiterin des Heli-Grills in Rümlang ärgert sich: «Die Stammkundschaft findet während dieser Woche bei uns keinen Parkplatz und bleibt deshalb weg.» Das resultierende Finanzloch würden die zahlreichen «Spotter» nicht stopfen – etliche von ihnen sind mit eigenen Thermosflaschen und belegten Brote unterwegs. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 22.01.2016, 16:11 Uhr)

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