Das tiefste Loch Zürichs wird im 24-Stunden-Betrieb gebohrt

Beim Triemli will das EWZ ein 3000 Meter tiefes Loch bohren, um Erdwärme zu gewinnen. Der Bohrer wird rund um die Uhr rotieren. Erdbeben wie in Basel soll es nicht geben.

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So tief wurde im Raum Zürich noch nie gebohrt. Deshalb kennen die Geologen den Untergrund der Stadt relativ schlecht. Das EWZ möchte dies ändern und mit einer Bohrung herausfinden, wie gut sich der Untergrund für die Wärmenutzung aus grosser Tiefe eignet. Man hofft, in drei Kilometern unter dem Boden auf 60 bis 80 Grad heisses Wasser zu stossen.

Mit der Wärme soll die künftige Überbauung Sonnengarten unterhalb des Triemli-Spitals geheizt werden, welche ab Oktober gebaut wird. Die entsprechende Ausschreibung für die Bohrung auf dem Bauplatz läuft seit Freitag. Vorgesehen ist, von März bis Ende Juni bis 3000 Meter in den Untergrund vorzudringen. Der Bohrbetrieb wird dabei von wissenschaftlichen Arbeiten wie der Entnahme von Bohrkernen unterbrochen. Ansonsten läuft der Bohrer mitten im Wohngebiet rund um die Uhr.

Zum Schutz gegen Lärm sollen topmoderne Maschinen eingesetzt werden, welche die Bohrstangen zusammensetzen. Zudem müssen die starken Motoren gekapselt sein, wie Recherchen von Tagesanzeiger.ch ergaben. Erschütterungen werden nicht erwartet. Gar Erdbeben wie bei der tiefen Bohrung in Basel gibt es voraussichtlich nicht. Grund: Bei dieser Bohrung wird eine andere Technik angewendet. (s. Kasten)

Die Kosten des Projekts sind erst zu beziffern, wenn nach der Ausschreibung die Offerten eingegangen sind. Das EWZ rechnet mit 80'000 Franken für jeden Tag, an dem gebohrt wird. Bei schätzungsweise 100 Bautagen würde diese Bohrung rund 8 Millionen Franken kosten. Die Wärmetauscher und andere Installationen sind darin noch nicht enthalten. Ist die erste Bohrung erfolgreich, wird ein zweites Loch in den Boden getrieben. Falls zu wenig Wasser vorhanden ist, wird darauf verzichtet und eine Erdwärmesonde gebaut. Der Kredit für das Vorhaben wurde vom Gemeinderat noch nicht genehmigt. Er bewegt sich in der Höhe von 20 Millionen Franken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.10.2008, 16:21 Uhr

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