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«Dass die Stadt keine Alternative zum Hallenbad City bietet, ist das Hinterletzte»

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 28.04.2010 44 Kommentare

Am 3. Mai wird das Hallenbad City geschlossen und 8000 Schwimmer stehen auf dem Trockenen. Die Stammgäste sind stinksauer.

1/17 Ein letzter Blick ins Hallenbad City, bevor es für zwei Jahre schliesst.
TA

   

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Die geplatzen Provisoriums-Pläne

Das Hallenbad aus dem Jahr 1941, das letztmals vor 25 Jahren umfassend saniert wurde, wird für 44 Millionen Franken saniert. Erneuert wird die Wasseraufbereitung und die Haustechnik. Zudem wird ein zusätzliches Nichtschwimmerbecken erstellt. Die Hallendecke wird mit der ursprünglichen Glaskonstruktion wiederhergestellt. Das Hallenbad wird zudem künftig auch für Gäste im Rollstuhl zugänglich sein.

Die Erstellung eines Provisoriums für die Dauer des Umbaus scheiterte an den hohen Kosten. 100'000 Franken wurden in die Prüfung von Provisorien durch Statiker, Architekten und Geologen gesteckt. Die günstigste Variante für ein zentral gelegenes 50-Meter-Schwimmbecken hätte aber mehr als fünf Millionen Franken gekostet. Geprüft wurden unter anderem das Projekt eines Ballons auf dem Kasernenareal (ähnlich wie bei Tennishallen), ein schwimmendes Becken auf dem See sowie eine Konstruktion über der Sihl, ähnlich wie das ehemalige Parkdeck.

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Noch fünf Tage, dann ist Schluss mit kurzen Schwimmrunden über die Mittagszeit im Herzen von Zürich. Ab dann wird das Hallenbad City bis im Sommer 2012 saniert. Eine Massnahme, die laut Stadtzürcher Sportamt «aus Sicherheits- und Hygienegründen sowie zur Erhaltung der Bausubstanz» dringend notwendig ist.

Die über 8000 Besucherinnen und Besucher, die wöchentlich ihre Bahnen im Hallenbad ziehen, die Sauna nutzen oder Sportkurse besuchen, sind über die nahende Schliessung gar nicht begeistert. «Ich komme seit 25 Jahren zwei Mal pro Woche hierher. Das macht regelrecht bewegungssüchtig», sagt Regula Wetter. Jetzt muss die selbständige Stylistin in ein anderes Bad der Stadt ausweichen, um ihren Bewegungsdrang auszuleben «und ich kann ja nicht über Mittag schnell nach Oerlikon ins Hallenbad fahren.»

«Der Umbau ist eine grosse Katastrophe»

Für Stammkundin Nicole Amrein ist der Umbau des Hallenbads sogar «eine grosse Katastrophe». Die Hausfrau kommt drei bis viermal pro Woche zum Turnen und Schwimmen in die City, «so entstehen auch soziale Kontakte, die durch die Schliessung unterbrochen werden.» Amrein glaubt nicht, dass die Sanierungen innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden können und rechnet mit einer viel längeren Durststrecke. «Ich finde es einfach das Hinterletzte, dass die Stadt keine passende Alternative zum Hallenbad City bieten kann», macht sie ihrem Ärger Luft. «Dabei proklamiert doch gerade eine städtische Kampagne, dass man sich mehr bewegen sollte.»

Auch Michael Vögeli, der seit fünf Jahren dreimal pro Woche am Mittag seine Bahnen zieht, ist enttäuscht. «Es ist schade, dass es keine anderen Optionen in der Innenstadt gibt. Ich wäre durchaus bereit gewesen, für ein alternatives Angebot auch etwas mehr zu bezahlen.» Für ihn ist der Faktor Zeit entscheidend. Nach der Arbeit am Abend nach Oerlikon oder Altstetten zu fahren, um dort noch zu Schwimmen, kommt für ihn nicht in Frage. «Das liegt nicht am Weg und ich bin abends lieber bei meiner Familie.»

Verlängerte Öffnungszeiten in den übrigen Bädern

Immerhin: Während des Umbaus werden die Betriebszeiten in den Hallenbädern Oerlikon, Bungertwies und Käferberg um zusätzlich 35 Stunden pro Woche ausgedehnt. Das Hallenbad Oerlikon ist beispielsweise ab 3. Mai täglich von 6 bis 23 Uhr geöffnet. Auch in den Schulschwimmanlagen werde der öffentliche Badebetrieb im Rahmen der Möglichkeiten erweitert, verspricht das Sportamt. Ab 15. Mai öffnen zudem die Sommerbäder der Stadt – vergünstigte Saisonkarten können schon jetzt gekauft werden.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.04.2010, 16:10 Uhr

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44 Kommentare

Franziska Greuter

03.05.2010, 08:58 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Nun ist also Tag 1 und es ist schon komisch, dass ich heute nicht schnell im City schwimmen kann. Oerlikon ist einfach zu weit, die Bäder Bläsi und Bungertwies haben montags geschlossen... Verzweifelte SchwimmerInnen sind aber nicht alleine, auf ratloseschwimmerin.swissblog.ch/ können sie sich gegenseitig unterstützen :-) Antworten


Pierre Bonmot

29.04.2010, 08:16 Uhr
Melden

@Gisela Niedermann: Politiker sind nicht dafür verantwortlich, dass sich Bürger wohl fühlen und ihren Hobbies nachgehen können, wir sind schliesslich kein sozialistischer Fürsorgestaat. Ein bisschen mehr Eigenverantwortung hat noch niemandem geschadet. Antworten



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