Defibrillatoren: «Laien haben Angst, etwas falsch zu machen»

In Zürich stehen seit heute über 40 Defibrillatoren für den Ernstfall bereit. Doch viele Laien haben Hemmungen, das Gerät im Ernstfall zu benutzen.

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Herr Dr. Ganz, weshalb braucht es eine Ausbildung für den Gebrauch von Defibrillatoren, wenn laut Hersteller jedermann die Geräte ohne Vorkenntnisse anwenden könnte?
Dr. Albert Ganz: Obwohl sich die Geräte mit einer Stimme vom Band selber erklären, haben Laien oft Angst, etwas falsch zu machen und wollen die Defibrillatoren nicht einsetzen. Und im Notfall zählt jede Sekunde. Eine Ausbildung senkt den Stress der Helfer und nützt dadurch den Patienten.

Was ist das Wichtigste, wenn plötzlich ein Herzleiden auftritt?
Zuerst die Sanität unter 144 anrufen und danach mit Herzmassage und Beatmung beginnen. Wenn ein Defibrillator in der Nähe ist, sollten die Elektroden korrekt angebracht werden: Unter der rechten Schulter und links unter dem Brustbein.

In einer Notsituation kann das aber auch schiefgehen. Als Laie kommt schnell der Gedanke auf, etwas falsch zu machen und das Leben zu gefährden statt zu retten.
Es ist verständlich, wenn Laien die Defibrillatoren nicht benutzen wollen. Doch man kann nicht mehr zerstören als retten. Das Gerät löst nur einen Stromstoss aus, wenn ein Kammerflimmern feststellbar ist. Bei einem normal funktionierenden Herz würde das nicht passieren.

Was passiert, wenn Stromstoss abgegeben werden muss?
Das Gerät sagt, welcher Knopf zu rücken ist – und dass man aus Sicherheitsgründen zurücktreten soll.

Ist das nicht gefährlich wenn es regnet?
Der Patient sollte trocken sein, da sonst der Strom an der nassen Haut entlang gehen kann. Die betroffene Person sollte man vor Regen schützen oder an einem trockenen Ort behandeln.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.09.2008, 14:52 Uhr

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