Zürich
Der Bundesrat sucht nach dem Unmöglichen
Aktualisiert am 16.11.2012 9 Kommentare
Pia Wertheimer ist seit September 2011 als Redaktorin im Ressort Zürich bei Tagesanzeiger.ch tätig. Zuvor stand sie fünf Jahre lang für die Printausgabe des «Tages-Anzeigers» im Einsatz. (Bild: Boris Müller)
Bildstrecke
Dossiers
Artikel zum Thema
Teilen und kommentieren
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Sechs verschiedene An- und Abflugregimes hat der Bund vorgeschlagen. Die Stellungnahmen der Kantone, von Skyguide und vom Flughafen machen eines deutlich: Wenn es hart auf hart geht, ist sich jeder selbst der Nächste. Die Kantone treten die «Klotener Resolution» mit Füssen, mit welcher sie Einigkeit signalisieren und sich gegen das süddeutsche Diktat wehren wollten. Der Flughafen wehrt sich gegen die drohenden Fesseln einer Betriebsbeschränkung und die Fluglotsen fordern die Sicherheit als oberstes Gebot.
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat mit der Vernehmlassung zu den vor einigen Wochen präsentierten sechs Varianten vorsondiert, welche An- und Abflugverfahren am ehesten mehrheitsfähig sind. Gestützt auf die Stellungnahmen der angehörten Parteien wird das Bazl nun drei oder vier An- und Abflugregimes auswählen.
Ein verwaltungsökonomischer Entscheid
Zu diesen werden sich anschliessend im Frühjahr 2013 Kantone, Gemeinden, die verschiedenen Fluglärmorganisationen, die Naturschutzverbände, der Flughafen und Skyguide im ordentlichen Anhörungs- und Mitwirkungsverfahren äussern können. Diese Rückmeldungen fliessen in ein erneutes Ausscheidungsprozedere ein.
Wie Urs Haldimann, Leiter Recht und Internationales beim Bazl, sagt, entscheidet der Bundesrat idealerweise Ende 2013 über eine finale Variante. Dieses Vorgehen ist als verwaltungsökonomischer Entscheid zu werten. «Das gibt uns die Möglichkeit, die nun nötigen aufwendigen Detailberechnungen nicht für Varianten durchzuführen, die ohnehin keine Chance haben», sagt Haldimann.
Drei Kriterien als Messlatten
Bei der Auswertung der nun eingereichten Stellungnahmen stehen drei Kriterien im Vordergrund. Als Messlatten fungieren eine kleinere Komplexität und damit eine höhere Sicherheit, die Lärmbelastung und die Kapazität des Flughafens. Es liegt auf der Hand, dass die in der Debatte involvierten Parteien diesen Elementen verschiedene Priorität beimessen werden. Für die Fluglärmgegner steht die Lärmbelastung an oberster Stelle, für die Fluglotsen die kleinste Komplexität und für den Flughafen eine grosse Kapazität.
Dem Bazl ist bewusst, dass dieser Spagat schwierig wird. Es wird einen Kompromiss brauchen, und es liegt in der Natur von Kompromissen, dass sie einigen zu weit und anderen zu wenig weit gehen. Das Bazl wird die Forderungen der verschiedenen Parteien nach ihrer gesamtheitlichen Relevanz einstufen müssen. «Es ist beispielsweise völlig klar, dass sich kaum jemand um den Lärm reisst. Wir werden diesen Aspekt also eher gewichten, wenn verhältnismässig mehr Menschen betroffen sind», sagt Haldimann.
Fest steht, dass der Bundesrat einen ungemütlichen Entscheid wird fällen müssen, denn egal, welche Prioritäten er beim Entscheidungsprozesse setzt, er wird im einen oder anderen Lager für Unmut sorgen.
Erstellt: 16.11.2012, 13:42 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
9 Kommentare
Weshalb ungemütlicher Entscheid? Die Ausgangslage ist klar: Ein leistungsfähiger und sicherer Flughafen liegt im Landesinteresse. Diesem haben sich regionale Partikularinteressen unterzuordnen.
Es ist jenes Betriebskonzept zu wählen, das innerhalb der Grenzen des Staatsvertrages die grösstmögliche Sicherheit bei ausreichender Kapazität gewährleistet. Alles andere wäre fahrlässig und irrational.
Antworten
die fluglobby will unter keinen umständen beschränkungen. hier liegt das grösste problem! die wirtschaft und (unsichere oder nicht vorhandene) arbeitsplätze werden vorgeschoben um allfälligen beschränkungen entgegenzutreten. dass diese argumente der fluglobby nicht stimmen ist hinlänglich bekannt - verfängt aber leider noch immer beim bürger... Antworten



Bitte warten
























