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Der Fuhrpark gegen Feuer im Dach

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 21.09.2011 2 Kommentare

In einem Dachstock im Kreis 3 sind 13 historische Löschfahrzeuge und weitere Raritäten aus der Geschichte der Brandbekämpfung ausgestellt. Die heisseste Schatzsuche im 8. Teil der Serie «Was hinter verschlossenen Türen steckt».

1/47 Das versteckte Museum: Fabian Hegi, Mediensprecher von Schutz und Rettung Zürich, öffnet die Türe, hinter der sich die Sammlung historischer Objekte der Zürcher Feuerwehr befindet.
Bild: Tina Fassbind

   

Die Brandwache Manesse in Zürich

Die Serie

«Was steckt dahinter? Was liegt darunter?» Unter diesem Motto öffnet Tagesanzeiger.ch Türen, die allen anderen verschlossen bleiben, und blickt in Gewölbe, die sonst niemand zu sehen bekommt.

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- Der gewünschte Ort sollte sich im Kanton Zürich befinden.
- Die genaue Adresse, die Koordinaten müssen angegeben werden.
- Wenn möglich, sollte ein Foto von der Tür oder dem Eingang zum verborgenen Ort mitgeschickt werden.
- Der Absender muss eine Telefonnummer angeben, unter der er oder sie tagsüber erreichbar ist.

In der Serie bereits erschienen sind:
«Wie die Rettungsleute auf den Einsatz warten»
«Die aussergewöhnlichste 1-Zimmer-Wohnung von Zürich»
«Die vergessene Festung»
«Wo die Ewigkeit beginnt»
«Die Gasse mit der schmutzigsten Vergangenheit Zürichs»
«Gefechtsstand Quaibrücke»
«Wo Maden eine Delikatesse sind».

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Es ist nichts Aussergewöhnliches, dass ausrangierte Gegenstände auf dem Estrich gelagert werden. Aber was sich im Dachstock der Brandwache Manesse in Zürich im Kreis 3 befindet, ist aussergewöhnlich. Es ist ein ganzes Museum.

Hinter verschlossener Türe sind nicht weniger als 13 historische Löschfahrzeuge, sogenannte Handdruckspritzen und Schlagspritzen, zu sehen. Ausgestellt sind dort auch Hunderte Feuerwehrhelme aus dem In- und Ausland, Uniformen in allen Farben und Formen und unzählige Gegenstände, mit denen die Zürcher Rettungskräfte in den verschiedenen Epochen ausgerüstet wurden. Die Ausstellungsstücke sind teils bis in die Gründerzeit der Zürcher Feuerwehr im 14. Jahrhundert datiert.

Sattler, Feuerwehrmann, Kurator

Das Feuerwehrmuseum wurde 1937 vom damaligen Kommandanten der Brandwache Manesse, Hauptmann Hans Maurer, aufgebaut. «Es haben sich damals viele alte Dinge angesammelt, die er nicht einfach wegwerfen wollte», erklärt Rolf Wyttenbach, der seit 2009 für das Museum zuständig ist.

Wyttenbach ist Korporal bei Schutz und Rettung. Wenn er nicht im Einsatz steht, arbeitet er in der Sattlerei der Brandwache – oder er kümmert sich um die Ausstellung und schafft neue Exponate an. «Erst kürzlich konnte ich eine Motorspritze vor der Verschrottung retten», sagt er nicht ohne Stolz. Wyttenbach sorgt auch dafür, dass es Wechsel unter den Exponaten gibt. «Es existiert noch ein Lager mit weiteren historischen Gegenständen. Von dort kann ich beispielsweise Lampen oder Helme in die Ausstellung bringen.»

Einen Grossteil der Arbeit für das Museum muss Wyttenbach allerdings in seiner Freizeit erledigen. «Während der Arbeitszeit kann ich nicht zu oft hoch. Der Weg wäre zu lange, um von dort oben zum Einsatz auszurücken», erklärt er. Doch die zusätzliche Arbeit macht ihm nichts aus. Er sei eben «ein angefressener Freak», der gerne Zeugs sammle, erklärt er.

«Das schönste Feuerwehrmuseum von Europa»

Dass in dem Museum mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wird, zeigt sich in vielerlei Hinsicht. So werden einzelne Exponate gleich «im Einsatz» gezeigt: An einer Miniaturhäuserfassade baumelt ein Rettungskorb aus dem letzten Jahrhundert. Daneben führt eine historische Feuerleiter zu einem Fenster des Hauses, aus dem ein elektrisches Feuerchen flackert. Eindrücklich ist auch die Aneinanderreihung von Schutzkleidern aus verschiedenen Jahrzehnten. Sie zeigt anschaulich die Verbesserungen, die im Laufe der Zeit punkto Sicherheit für die Einsatzkräfte erzielt wurden.

«Das Museum ist wirklich eine tolle Sache. Ich bin sehr stolz darauf», findet Wyttenbach. Trotzdem steht das Feuerwehrmuseum unter Verschluss. Wer einen Blick in die Ausstellung werfen will, muss sich anmelden und eine private Führung vereinbaren. Das tun insbesondere auch Feuerwehrleute aus dem Ausland, die Zürich besuchen. «Einige Gäste haben gesagt, dass es das schönste Feuerwehrmuseum von Europa sei», sagt Wyttenbach. In Zürich selbst wird das versteckte Kleinod allerdings kaum wahrgenommen. «Hier wissen viele noch nicht einmal, dass es eine Berufsfeuerwehr gibt.»

Ungewisse Zukunft

Gegenwärtig werden alle Ausstellungsstücke des Museums vom Zivilschutz katalogisiert und archiviert. «Bisher wurde das nicht gemacht, deshalb kann ich auch nicht exakt sagen, wie viele Exponate wir überhaupt haben», so Wyttenbach. Was in Zukunft mit dem Museum geschehen wird, ist dennoch unklar. «Vorläufig können wir noch alles so sein lassen, wie es ist.»

Wyttenbach hofft darauf, dass das Museum noch lange weiterbestehen wird. «Es sind erhaltenswürdige Erinnerungsstücke, und es ist ein Teil der Geschichte der Stadt Zürich, die hier ausgestellt wird. Ich bin mit Leib und Seele Feuerwehrmann, und mir bedeutet es sehr viel, dass dieser historische Schatz für die Nachwelt erhalten bleibt.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.09.2011, 11:30 Uhr

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2 Kommentare

Daniel Severin

19.09.2011, 18:21 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Spannender Artikel, Danke! Obwohl schon mehrmals in der Brandwache habe ich es nie da hoch geschafft. Es ist richtig dass viele nicht wissen dass es eine Berufsfeuerwehr gibt in Zürich, und noch weniger wissen dass es auch eine Freiwillige Feuerwehr gibt...
Übrigens, der "futuristisch anmutende" Helm ist das aktuelle Modell der Zürcher Feuerwehr einfach sind diese nicht in Silber/gold gehalten.
Antworten


André Perret

20.09.2011, 03:03 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Wie bis anhin, wieder ein äusserst interessanter Teil der Serie von Tina Fassbind! Ich finde es jedoch sehr schade, dass dieses Museum 1) im Dachgeschoss statt auf dem Parterre liegt und 2) dass es nicht öffentlich ist. Ich bin sicher dass die Stadt Zürich irgendwo ein geeignetes leeres Gebäude zur Verfügung stellen könnte....geht zur Allgemeinbildung ihrer Einwohner ;-) Antworten



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