Zürich
Der Kunde ist für den Kantonsrat nicht König
Aktualisiert am 16.01.2012 57 Kommentare
Umfrage
Was halten Sie von einer vollständigen Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten?
Ich bin dagegen. Wer einkaufen will, kann sich auch an normale Öffnungszeiten halten.
Ich bin dagegen. Die Forderung ist unsozial. Auch Angestellte im Verkauf sollen einen normalen Arbeitsrhythmus haben.
Ich bin dafür. Wir leben heute in einer 24-Stunden-Gesellschaft. Das darf vor dem Einkaufen nicht haltmachen.
Ich bin dafür. Aber nur, wenn Angestellte sonntags oder nach 20 Uhr deutlich höher entlöhnt werden.
2329 Stimmen
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Der Entscheid fiel am Montag mit 100 gegen 67 Stimmen. Unterstützung erhielt die FDP nur von der SVP. Alle übrigen Fraktionen stellten sich hinter den ablehnenden Standpunkt von Regierung und der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK). Über die Initiative werden die Stimmberechtigten voraussichtlich im Herbst an der Urne entscheiden.
Die Initiative verlangt, dass die Ladenbesitzer selber entscheiden können, ob sie ihre Geschäfte auch nachts und an Sonntagen offen halten wollen. Der Markt solle das Angebot bestimmen und nicht behördliche Regulierung, sagte Fabian Schnell als Sprecher des Initiativkomitees.
Wettbewerbsnachteile beseitigen
FDP und SVP bezeichneten starre Öffnungszeiten als überholt. Sie entsprächen nicht mehr der heutigen Lebensrealität. Der Staat solle selbstständigen Unternehmen des Detailhandels nicht dreinreden, wann sie ihre Kunden bedienen dürfen.
Die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten beseitige zudem die schwerwiegenden Wettbewerbsnachteile vieler Geschäfte gegenüber Läden in Bahnhöfen oder Tankstellenshops. Mit der Annahme der kantonalen Initiative könne der Druck auf Bundesbern erhöht werden, bei den Ladenöffnungszeiten endlich eine zeitgemässe Regelung zu schaffen.
Initiative bewirkt nichts
Die Gegner sprachen dagegen von einem «Etikettenschwindel». Eine Freigabe der Öffnungszeiten sei noch lange kein Freipass für die Läden, jeden Sonntag offen halten zu können. Denn nach Bundesrecht sei Sonntagsarbeit für Angestellte im Verkauf grundsätzlich verboten.
Ausnahmen gälten nur für Familienangehörige in Familienbetrieben, für Kioske, Bäckereien und Läden in Bahnhöfen und Flughäfen. Auch bei einer Annahme der Volksinitiative müssten die meisten Geschäfte an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben.
Gemeinden gegen Initiativen
Dem Volk eine Initiative zur Annahme zu empfehlen, die nichts bewirken könne, verstosse gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und sei nicht sinnvoll, sagte Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP). Eine Umfrage bei den Gemeinden habe gezeigt, dass ein grosser Teil keine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten wünsche.
Stocker wies darauf hin, dass die Läden im Kanton Zürich schon heute von Montag bis Samstag von 6 Uhr bis 23 Uhr offen halten könnten. Dieser gesetzliche Spielraum werde jedoch nicht ausgeschöpft. An der Zürcher Bahnhofstrasse tendierten Ladengeschäfte aus wirtschaftlichen Gründen gar zu kürzeren Öffnungszeiten.
(ep/sda)
Erstellt: 16.01.2012, 12:03 Uhr
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57 Kommentare
Eben, irgendwann muss einfach mal fertig lustig sein... einfach schliessen und Ruhe ist vor dem Kommerz. Immerhin haben unsere Ahnen Jahre gebraucht um von einer total liberaliserten Welt in eine Geregelte zu kommen. Oder sind die Standardarbeitszeiten die viele von uns haben einfach vom Himmel gefallen? Zeit- gemäss ist nicht liberalsierung um jeden Preis sondern das Gegenteil... Antworten
Schön fand ich auch die TeleZüri Umfrage an einem der Sonntagsverkäufe... ein Typ wurde befragt was er davon halte. Antwort: "Völliger Quatsch, der Sonntag soll Ruhetag bleiben"... Journi: "Aber Sie sind ja auch hier" Antwort: "Ja, ich brauche noch Fleisch"... Tja, soviel zum Thema Heuchlerei :-) Antworten
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