Der ÖV verliert an Rückhalt

Zürcher Bahn- und Buspassagiere ärgern sich über steigende Preise. Die Zufriedenheit sinkt. Für Regierungsrätin Carmen Walker Späh eine «gefährliche Entwicklung».

Die Kunden des ZVV prüfen Alternativen: Billettautomaten am Zürcher Hauptbahnhof. Bild: Pascal Mora

Die Kunden des ZVV prüfen Alternativen: Billettautomaten am Zürcher Hauptbahnhof. Bild: Pascal Mora

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Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) verzichtet beim nächsten Fahrplanwechsel auf Tariferhöhungen. Auch zukünftig will er die Ticketpreise «zurückhaltender» anpassen, wie Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) heute Freitag vor den Medien sagte.

Die Nutzer des öffentlichen Verkehrs seien preissensibel: Steigen die Ticketpreise, prüfen sie Alternativen. Sie wechseln etwa von Mehrfahrtenkarten auf Abos, sagte Walker Späh. Damit verbleibe am Ende – entgegen der Absicht der Tariferhöhung – weniger Geld beim ZVV, da bei Abonnementen der Bund mehr Geld erhalte.

«Klar über der Teuerung»

Im Strategiebericht 2020–2023, der heute publiziert wurde, wird darauf hingewiesen, dass die Kundenzufriedenheit bezüglich Preis-Leistungs-Verhältnis gesunken ist. Dies sei auf die «klar über der Teuerung liegende Preisentwicklung» bei den ZVV-Tickets zurückzuführen.

Das sei eine gefährliche Entwicklung. Der öffentliche Verkehr dürfe den Rückhalt in der Bevölkerung nicht verlieren, sagte Walker Späh weiter. Deshalb die neue Zurückhaltung bei den Preiserhöhungen. In der Regel sollen die Billette nur noch dann teurer werden, wenn auch das Angebot erweitert wird.

Auch ZVV setzt auf neue App

Wie der ZVV ankündigte, will er wie schon die SBB seine App mit einer Check-in-/Check-out-Funktion ergänzen: Kunden sollen sich voraussichtlich ab 2018 über ihr Smartphone beim Ein- und Aussteigen aus einem öffentlichen Verkehrsmittel an- und abmelden können. In der Folge wird ihnen das günstigste Ticket verrechnet. (hub)

Erstellt: 14.07.2017, 14:45 Uhr

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