Zürich
Der neue Bischof von Zürich sorgt für Skepsis
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Der 54-jährige Marian Eleganti ist der neue Weihbischof für Zürich und Glarus. Der Vorsteher der Abtei St. Otmarsberg in Uznach SG wird seinen Sitz in Zürich haben.
Sein neues Amt wird Eleganti am 31. Januar antreten, wie das Bischöfliche Ordinariat Chur am Montag mitteilte. An diesem Tag empfängt Eleganti in der Kathedrale Chur die Bischofsweihe. Er tritt die Nachfolge des liberalen Paul Vollmar an, der Ende Oktober altershalber zurücktrat.
«Lasse mich von einer anderen Meinung überzeugen»
Eleganti wuchs als zweites von vier Kindern in Uznach auf. Er besuchte die Klosterschule in Einsiedeln. In Salzburg studierte er Theologie. Zum Priester wurde er 1995 geweiht. Seit 1999 ist er Abt der Benediktinerabtei St. Otmarsberg in Uznach. Er gilt als konservativ.
Er sei kein Fundamentalist, sagte Eleganti am Montag vor den Medien in Uznach. «Ich lasse mich auch von einer anderen Meinung überzeugen.» Man müsse ihn aber mit Argumenten schlagen und nicht mit Etiketten.
Vertrauen der Zürcher gewinnen
Als Weihbischof unterstützt Eleganti Diözesanbischof Vitus Huonder in der seelsorglichen Leitung des Bistums. Zudem ist Eleganti auch regionaler Generalvikar. Er danke dem Bischof für sein Vertrauen, sagte Eleganti weiter. «Das Vertrauen der Kirche in Zürich muss ich zuerst noch gewinnen.» Dies brauche Zeit.
Die Zürcher Katholiken hatten überrascht auf die Wahl des neuen Weihbischofs reagiert. Sie hatten auf die Ernennung von Bischofsvikar Josef Annen gehofft. Dieser war seit dem Rücktritt von Paul Vollmar Weihbischof und Generalvikar ad interim.
Mit Eleganti sei ein Ordensmann zum Weihbischof von Zürich gewählt worden, der die Verhältnisse vor Ort nicht kenne und der weitgehend unbekannt sei, sagte der Präsident der katholischen Zentralkommission, Benno Schnüriger, der Nachrichtenagentur SDA. «Wir sind aber vor allem auch mit dem Wahlverfahren nicht einverstanden.»
Die betroffenen Kantone seien weder angehört noch über den Entscheidungsprozess informiert worden. «Wir erwarten in einem solchen Prozess Transparenz und Ehrlichkeit.» Man hoffe nun aber, dass Annen wenigstens administrativer Leiter, also Generalvikar, bleibe. «Das ist für uns wichtig», so Schnüriger.
Huonder offen für Veränderungen
Laut Bischof Huonder ist noch nicht klar geregelt, wer welche Aufgaben übernehmen wird. Eleganti und Annen müssten in den kommenden Wochen Aufteilung und Feinabstimmung im Detail noch untereinander ausmachen. «Ich bin offen für eine neue Aufteilung», sagte Huonder gegenüber der SDA.
Der Bischof würde Annen aber am liebsten weiterhin im Amt des Bischofsvikaren sehen. In dieser Funktion ist er für das Personalwesen verantwortlich. Mit über 300 Priestern, Diakonen sowie pastoralen Mitarbeitenden habe dieser Bereich eine grosse Bedeutung, sagte Huonder.
«Ausserordentlich schwierig»
Eleganti als regionaler Generalvikar und Annen stünden auf gleicher Stufe unter dem Diözesanbischof. Der Weihbischof sei für das Territorium, die Verwaltung und die Repräsentation zuständig. Sein Auftrag sei räumlich und sachlich umfassender als derjenige von Annen.
Die katholische Zentralkommission bezeichnete in einer Stellungnahme die Situation als «ausserordentlich schwierig». Für die staatskirchenrechtlichen Organe des Kantons Zürich komme das Vorgehen des Diözesanbischofs einer Provokation gleich, heisst es in der Mitteilung. (oku/sda)
Erstellt: 07.12.2009, 22:33 Uhr
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