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«Deutsche per Verfassung in die Spitzenpositionen bringen»

«Die Partei» will den Anschluss der Schweiz an Deutschland erreichen. Am Dienstag lud der Parteivorsitzende Martin Sonneborn zur Gründung einer Sektion in die Rote Fabrik.

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Die Gründung einer Partei ist normalerweise eine ernste Angelegenheit. Lockerer geht es zu und her, wenn die deutsche Partei mit dem sinnigen Namen «Die Partei» einen neuen Landesverband oder – wie für gestern Donnerstag Abend angekündigt – eine Ausland-Sektion aus der Taufe heben will.

Obschon sich die «Partei»-Spitze mit nüchterner Mimik und grauen Einheitsanzügen (49.- Euro, C&A) um Seriosität bemüht, will partout kein Gründerfieber aufkommen – die schätzungsweise hundert Besucher der Veranstaltung amüsieren sich, wenn der Dokumentarfilm über den unaufhaltsamen Aufstieg der «Partei» gezeigt wird und Mitglied Nr. 000'001, der grosse Parteivorsitzende Martin Sonneborn, seine Worte an die versammelte Menge richtet.

Nicht finster genug

Selbst wenn Sonneborn, hauptberuflich Redakteur des Satire-Magazins Titanic, totalitäre Töne anschlägt («Links und rechts von der Partei darf es nichts geben») und der verkommenen Schweiz unverhohlen droht («Sonst müssen die Schweizer Gebühren für ARD und ZDF für die letzten fünfzig Jahre nachzahlen»), auf dass sich diese wieder in die Reihe der «anständigen Nationen» einreihe, kommt aus den Reihen des Publikums kein Protest. Dafür sind Sonneborn und seine Parteisoldaten viel zu wenig ideologische Finsterlinge.

Denn eine Ideologie braucht eine «Partei» nicht. Anders als andere Parteien bekennt sie sich offen zur reinen Lehre des Populismus. Die Herzen der Menschen gewinnen, lautet Sonneborns Devise, und wie das geht, zeigt ein Film, der in der Roten Fabrik vorgeführt wurde. Darin zeigen sich die «Partei»-Mitglieder, wie sie in den Fussgängerzonen Westdeutschlands Unterschriften für die Wiedererrichtung der Mauer sammeln. Wie sie zu dreissigst nach Georgien reisen und nicht nur den dortigen Oppositionsführer, sondern auch das kaukasische TV-Publikum an der Nase herumführen. Man sieht das Casting, mit dem die «Partei» eine Kanzlerkandidatin gekürt hat, und die Besucher des Reichstags, die artig zurück winken, als der «Partei»-Vorsitzende sie im Stile eines Volkstribuns grüsst.

Die Gründung ist verschoben

In die Satire-Ecke will sich Sonneborn partout nicht stellen lassen. Dass seine Partei eine Juxtruppe sei, lässt er nicht gelten, sondern verweist mit unbewegter Miene auf die Ernsthaftigkeit seines Anliegens. Zweifel daran kommen jedoch auf, wenn das Publikum aus dem Saal strömt, ohne je mit Beitrittsformularen belästigt worden zu sein. Ist es Sonneborn gar nicht so ernst mit der angekündigten Parteigründung? Keineswegs, meint dieser. Wenn sich genug Neumitglieder melden («auch Schweizer sind willkommen»), wird die Sektion in den nächsten Wochen gegründet – und die «volksdeutsche Minderheit in der Schweiz» erhält doch noch ihre politische Vertretung.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.02.2010, 11:04 Uhr

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17 Kommentare

Matthias Hebsacker

26.02.2010, 18:17 Uhr
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ich würde jedem empfehlen, den Film "die Partei" zu sehen, das ist erstklassige politische Weiterbildung. Der von "der Partei" und Martin Sonneborn heroisch und in endgültiger Konsequenz zelebrierte Populismus und die erfrischend schlichte, brachiale Argumentation haben mich mehr als einmal an die Methoden einer grosse Schweizer Volkspartei denken lassen. Was beweist, dass das Rezept funktioniert. Antworten


Kurt Hauser

26.02.2010, 17:15 Uhr
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Wenn man uns auf einen Witz 'lüpfen' muss, ist es dann ein Witz? Antworten


Markus Kleiner

26.02.2010, 17:12 Uhr
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Zum Brüllen. Wer (als Schweizer oder Deutscher) hier nicht Schmunzeln muss, der hat im Leben wirklich nichts zu lachen. Antworten


Richard Marti

26.02.2010, 16:25 Uhr
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Kenne die Aktion schon von Titanic - war schon dort nach kurzer Zeit langweilig Antworten


Michael Meienhofer

26.02.2010, 16:21 Uhr
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Gut ist's dass Fastnacht ist. Somit kann man getrost lachen. Vielleicht haben die abgesprungenen Deutschen den Draht zur Heimat verloren. Aber mann kann ja immer von Aldi und Lidl lernen ! Antworten


hans meier

26.02.2010, 16:03 Uhr
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Ja, haha, sehr lustig. Ich bezweifle jedoch, dass dies dem Ansehen der Deutschen in Schweiz gross weiterhelfen wird. Antworten


Anita Beeler

26.02.2010, 15:33 Uhr
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Dieser "Gag" war ja witzig beim Ersten Mal, aber da dies nun schon Auflage Nr. 3 ist wirkt es nur noch aufgesetzt. Gähn...... Antworten


Kurt Aegeri

26.02.2010, 15:29 Uhr
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Als grosser Anhänger von Satire kann ich diese Angelegenheit partout nicht wirklich witzig finden. Schade, hätte Lachen jetzt grad gut gebrauchen können. Antworten


Heinz Meier

26.02.2010, 14:56 Uhr
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Hallo, aufwachen. Merkt Ihr Schweizer denn nicht, dass das ein Witz ist? Lachen! Antworten


Roman Günter

26.02.2010, 14:56 Uhr
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Das Tragische ist ja, dass wir schon eine solche Partei haben, welche nach gleichem Muster funktioniert und weiterhin Zulauf findet. Antworten


Axel bERG

26.02.2010, 14:52 Uhr
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Die Titanic ist die einzige ernstzunehmende Satirezeitschrift von Europa. Wer den Witz findet, darf ihn behalten. Grosse Kino, was auch immer DIE PARTEI oder die Titanic machen. Schade wieder einmal, dass die Meisten den Jux nicht einmal verstehen, es ist halt auch ein Jux über genau diese Leute. Antworten


Hausi Meier

26.02.2010, 14:40 Uhr
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was ist denn das für ein grössenwahnsinniger? liebe deutsche, wir schweizer wollen sicherlich einen anschluss an ein solches land, wo angela und co. regieren und ihre bürger total überwachen wollen... wir habe und werden die freiheit immer lieben und brauchen keine besserwisser aus dem norden Antworten


Heinz Martin

26.02.2010, 14:35 Uhr
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Was soll diese Berichterstattung? Ich gründe die Posthumoristische Partei und wird dann der Tagi auch so darüber berichten? Merkt eigentlich der Tagi, dass er von Titanic vorgeführt wird??? Antworten


Clemens M. Breitschaft

26.02.2010, 14:34 Uhr
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Herrlich, was sich die Titanic-Köpfe da ausgedacht haben. Solch erfrischende Polit-Irritationen tun der Schweiz gut. Antworten


René Schumacher

26.02.2010, 14:28 Uhr
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Die Welt wird langsam aber sicher, und in letzter Zeit immer schneller, zu einem Irrenhaus. Ob im Spass oder im Ernst, immer mehr geistig verwirrte Menschen (sprich Profilneurotiker) drängen sich in irgendeiner Form an die Macht. Man braucht nun nicht Prophet zu sein, um zu erkennen, dass die geistige Gesundheit der Menschheit in absehbarer Zeit zu Grunde gehen wird. Wer gibt Gegensteuer? Antworten


ruth leemann

26.02.2010, 14:11 Uhr
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Die Schweiz brauch keine ausländische Sekten-Partei. Antworten


Walter Kunz

26.02.2010, 14:00 Uhr
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Nichts dazu gelernt, wir bleiben's die alten. Wir Deutschen bleiben uns auch weiterhin treu. Antworten



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