Die Affenversuche sind auf Eis – das Gehege ist aber bereits umgebaut

Wegen eines Rekurses können ETH und Uni Zürich derzeit keine Affenversuche durchführen. Das leer stehende Innengehege für die Versuchstiere wurde aber bereits umgebaut.

Um sie geht es: Makaken-Affen, hier in einem Versuchsgehege der Universität Bremen.

Um sie geht es: Makaken-Affen, hier in einem Versuchsgehege der Universität Bremen. Bild: Jörg Sarbach/Keystone

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Die Umbauten des Innengeheges für die Versuchsaffen wurden im Jahr 2014 vom Zürcher Veterinäramt gutgeheissen und von Uni und ETH ausgeführt - also bevor das Veterinäramt im Dezember 2015 seine umstrittene Bewilligung für die Makaken-Versuche erteilte.

Dies geht aus einer heute publizierten Regierungsratsantwort auf eine GLP-Anfrage hervor. Gebaut wurde ein Abtrenngehege, damit Affen, die sich nicht vertragen, sich aus dem Weg gehen könnten. Bezahlt wurden die 140'000 Franken von der Universität Zürich.

Geben die Gerichte den Tierschützern nun aber Recht, war diese Investition umsonst, weil die Versuche gar nicht stattfinden werden.

Ausbau des Aussengeheges gestoppt

Rechtzeitig gestoppt wurde hingegen der Ausbau des Aussengeheges. Nachdem der Rekurs gegen die Bewilligung eingegangen war, sistierten Uni und ETH unter anderem den Bau eines Regendachs. Die Umbauten im Aussengehege hätten eine halbe Million Franken gekostet.

Der Rekurs gegen die Versuche ist gegenwärtig beim Verwaltungsgericht hängig. Bereits 2006 und 2009 mussten sich die Gerichte mit Affenversuchen beschäftigen. Das Bundesgericht entschied damals in beiden Fällen, dass die Versuche nicht durchgeführt werden dürfen.

Der Leiter der Forschergruppe, Valerio Mante, will in Zürich das Vernunftzentrum des Gehirns, den präfrontalen Kortex, untersuchen. Es gehe um das Verständnis psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie. Um die Aktivitäten im Gehirn zu messen, sollen Makaken Elektronen ins Gehirn implantiert werden. (sda)

Erstellt: 08.12.2016, 11:52 Uhr

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