Zürich
Die Ausgaben für die Gymis sind massiv gesunken
Von René Donzé. Aktualisiert am 19.05.2010
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Die Gymnasien im Kanton Zürich haben die Kosten pro Schüler in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich sieben Prozent gekürzt: Von jährlich 23'560 Franken (1999) auf 21'884 Franken (2009). Dies geht aus einer Statistik hervor, die das kantonale Mittelschulamt für den «Tages-Anzeiger» zusammengestellt hat.
Warnung vor weiteren Sparübungen
Damit liegen erstmals verlässliche und vergleichbare Zahlen zu den Mittelschulkosten vor. Sie stützen die Aussagen der Mittelschulrektoren, wonach in den letzten Jahren bei den Gymnasien bereits massiv gespart worden sei. Sie warnen davor, dass beim angesagten kantonalen Sparprogramm San10 bei den Gymnasien weiter gespart werde.
Die Kosten aller Mittelschulen sind in den letzten zehn Jahren zwar effektiv von 303 Millionen auf 336 Millionen gestiegen. Gleichzeitig hat aber die Anzahl Gymischüler von rund 14'100 auf gut 15'300 zugenommen. Daraus ergeben sich stagnierende Kosten pro Schüler und Jahr. Das kantonale Mittelschulamt rechnet aber noch einen Teuerungsfaktor ein, der über die zehn Jahre gut zehn Prozent ausmacht. Teuerungsbereinigt lagen die Kosten 1999 laut Kanton mit 332 Millionen Franken etwa gleich hoch wie heute – bei rund acht Prozent weniger Schülern.
Spareffekt von 2004 und 2005 wirkte langfristig
Die teuerungsbereinigte Grafik zeigt, wie sich das Sparprogramm 2004 auf die Mittelschulen ausgewirkt hat. Damals ist den Gymis der Lektionenfaktor gekürzt worden. Dabei handelt es sich um einen Berechnungsschlüssel, nach dem die Gymnasien Geld erhalten. Seither steht den Schulen pro 1000 Schüler Geld für 1950 Unterrichtslektionen zur Verfügung. Wie sie das Geld einsetzen, ist ihre Sache. Zudem sind die dreiwöchigen Hauswirtschaftskurse gestrichen worden.
«Der Spareffekt griff in den Jahren 2004 und 2005 und wirkte längerfristig», erklärt Marc Kummer, Chef des kantonalen Mittelschul- und Berufsbildungsamts. Pro Schüler wurden rund 1900 Franken eingespart. In den letzten Jahren haben die Gymnasien aus eigener Kraft nicht weiter gespart, wie die Kurve aufzeigt. Und in den nächsten Jahren wird sie weiter nach oben zeigen. Der Kantonsrat hat die «Husi» wieder eingeführt, was Mehrkosten von jährlich 600 Franken pro Schüler mit sich bringen wird. Die neue «Husi» ist viel teurer als die alte, weil sie jetzt auch an den Kurzgymnasien obligatorisch wird. Damit reduziert sich der Effekt des Sparprogramms 04.
Weiteres Sparprogramm würde Lehrerlöhne betreffen
Sollte der Regierungsrat den Mittelschulen nun ein neues Sparprogramm verordnen, würde dies vor allem die Lehrerlöhne betreffen, sagt Kummer. Sie machen 70 Prozent der Schulbudgets aus. «Eine Reduktion der Lohnsumme kann mit einer weiteren Kürzung des Lektionenfaktors erreicht werden, mit einer Kürzung der Löhne oder mit einer Reduktion der Schülerzahl.»
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 19.05.2010, 16:47 Uhr



