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Die Fussballschweiz lacht über Zürich

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 07.07.2010 147 Kommentare

In der grössten Stadt der Schweiz wird ein Provinzstadion gebaut, das die Steuerzahler stark belasten wird. Eine Schande. Ein Kommentar von Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Redaktor Simon Eppenberger.

Zürich hat seit neustem das höchste Gebäude der Schweiz und zählt am meisten Einwohner im Land. Doch das neue Fussballstadion auf dem Hardturm soll nur 16'000 Zuschauer fassen. Das ist im Vergleich zu anderen Städten beschämend. In Basel können 38'000 Fans ihrer Mannschaft zujubeln, in Bern 31'000 und in Genf 30'000. Selbst die von den Zürchern oft belächelten St.Galler bieten in ihrem Stadion 20'000 Zuschauern Platz. Sogar die Luzerner schaffen es mit ihrem Projekt und 17'000 Plätzen der Limmatstadt den Rang abzulaufen.

Damit landet Zürich mit dem neusten Stadion-Plan auf dem mickrigen sechsten Platz. Offenbar haben die jahrelangen Einsprachen bis vor Bundesgericht nicht nur die Credit Suisse und ihr Hardturm-Projekt für 31'000 Zuschauer vertrieben, sondern auch die Stadt weichgeklopft.

Um nicht noch weitere Einsprachen zu riskieren, ist die Stadt Zürich als neue Bauherrrin zurückgekrebst und stellt nun ein Stadion vor, in dem «Kessel-Stimmung» aufkommen soll. Verglichen mit den grossen Konkurrenten von FCB, YB & Co. wird es wohl eher eine Stimmung wie in einer Pfanne.

Die Clubs haben dem Entwurf zugestimmt. Wohl auch deshalb, weil sie das Stadion finanziell nicht selber tragen müssen. Denn nachdem die Mantelnutzung zusammen mit der CS in die Wüste geschickt wurde, wird das Stadion nicht nur klein, sondern auch teuer. Ohne die zusätzliche Nutzung rechnet die Stadt jedes Jahr mit einem Defizit von vier bis sechs Millionen Franken. Berappen müssen das die Steuerzahler, nicht die Fussballfans.

Zürich hat also nicht nur ein Stadion, über das die Fussballschweiz lacht. Die Stadtregierung will einen Bau hochziehen, der innert kurzer Zeit Dutzende Millionen verschlingen wird. Für die grösste Stadt der Schweiz ist das eine Schande. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.07.2010, 16:32 Uhr

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147 Kommentare

michael franceschina

27.07.2011, 10:39 Uhr
Melden 3 Empfehlung

hat schon mal jemand daran gedacht dass in ein richtiges fussballstadion ziemlich sicher mehr leute kommen als ins letzigrund? wenn die klubs gut spielen könnte zürich mit seinem einzugsgebiet locker ein stadion von bis zu 40`000 leute füllen. vergleich fc thun: durchschnittliche zuschauer ca.5000 einzugsgebiet ca. 100`000 (agglo) personen, gleich ca. 5%. Agglo Zürich 1`112`000 * 5% ergibt 55600! Antworten


Christof Bernhart

08.07.2010, 16:34 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Diese rot grüne Gartenzwerg und Schrebergartenmentalität führt nicht nur Zürich, sondern die ganze Schweiz in die Zweitklassigkeit. Keine Schweizer Stadt hat mehr den Anspruch zur Weltspitze gehören zu wollen. Das hat mit Realismus nichts zu tun. Schon eher mit Provinzialismus. Antworten



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