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«Die SP ist zu weit nach links gerutscht»

Gemäss der TA-Wahlumfrage wählen viele Grossverdiener sozialdemokratisch. Aber nicht mehr lange, meint Politologe Andreas Ladner.

Andreas Ladner empfiehlt der SP den «dritten Weg».

Andreas Ladner empfiehlt der SP den «dritten Weg».
Bild: Keystone

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Andreas Ladner ist Professor am «Institut de hautes études en administration publique» (IDHEAP) in Lausanne.

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Herr Ladner, gemäss der Wahlumfrage des «Tages-Anzeigers» wählen vier von zehn Grossverdienern die SP – jene, die zu den obersten 10 Prozent der Einkommens- und Vermögensklasse gehören. Ist aus der Arbeiterpartei eine Partei für die oberen Zehntausend geworden?
Die Wählerschaft der SP hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Das durchschnittliche Einkommen ihrer Wählerinnen und Wähler hat sich dem der Freisinnigen angeglichen. Viele Akademiker, Lehrer und Freischaffende unterstützen heute die SP.

Aber Lehrer würden sich wohl nicht zur höchsten Einkommensklasse zählen.
Entscheidend ist das Haushaltseinkommen, und da gehört man mit mehr als 150'000 Franken zu den obersten Gehaltsklassen. Dieses erreichen auch Universitätsprofessoren, langjährige Mittelschullehrer oder Architekten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Bankdirektoren und Versicherungsmanager SP wählen.

Ist es denkbar, dass sich Freisinnige vom alten Schlage der SP zuwenden? Solche, die nicht nur liberal denken, sondern sich auch für das Gemeinwohl einsetzen?
Das kann man sicher im Zusammenhang der Krise der FDP so sehen. Die Bildungselite hat sich praktisch vom Freisinn abgewandt; er ist ihr nicht mehr liberal genug, wie etwa sein Widerstand gegen Paralellimporte zeigt, und er hat keine schlüssige Antwort darauf, welche Rolle der Staat spielen soll und wie die Wirtschaft nachhaltig funktionieren kann.

Was kann ihnen die SP bieten?
Gutverdienende bewegen sich oft in einem offenen, internationalen Umfeld. Die SP hat für sie lange eine gewisse Attraktivität gehabt, weil sie moderne Lebensformen wie Patchworkfamilien, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und eine internationale Öffnung unterstützt. Die FDP tut sich mit der Öffnung noch immer schwer und ist unschlüssig, wie weit sie dabei gehen soll.

Sie sagten, die SP hat für gut Verdienende lange eine gewisse Attraktivität gehabt. Weshalb gehabt?
Die gut Verdienenden wählten die SP nicht um ihrer eigenen materiellen Interessen willen, sondern für ihr gutes Gewissen. Sie wollten damit ein Gegengewicht zur Politik der Bürgerlichen setzen, insbesondere zu jener der SVP. Das hat lange funktioniert, dabei ist aber die SP zu weit nach links gerutscht und sieht sich jetzt mit einer Abwanderung konfrontiert. Die Distanz zur Basis zeigt sich auch darin, dass ihre Initiativen, wie etwa die zur Einheitskrankenkasse mit lohnabhängigen Prämien, von den eigenen Leuten kaum getragen werden.

Wohin wandern die SP-Wähler ab?
Die Frauen zu den Grünen, die Männer zu den Grünliberalen. Das zumindest zeigen unsere Studien.

Vielleicht muss sich die SP in der Stadt Zürich dennoch auf besser Verdienende ausrichten – einfache Arbeiter haben hier zunehmend Mühe, eine bezahlbare Wohnung zu finden, und müssen wegziehen.
Die SP hat die Angehörigen der Arbeiterklasse schon seit längerem an die SVP verloren, und nun bröckelt es bei den neuen, besser verdienenden Schichten. Hier entsteht mit den Grünliberalen eine ernsthafte Konkurrenz. Die Repräsentanten der städtischen SP sind nicht typische Arbeitervertreter, denkt man etwa an Alt-Stadtpräsident Elmar Ledergerber oder an Corine Mauch, aber das Erscheinungsbild der SP ist stark von der nationalen Partei geprägt, wo der Klassenkampf noch eine grössere Rolle spielt.

Was raten Sie der SP?
Sie muss stark an ihrem Bild arbeiten, sie muss sehr darauf bedacht sein, wie ihre Figuren auftreten. Und sie muss mit neuen Vorschlägen kommen. Mit Schlagworten wie Klassenkampf kann sie heute keine Jungen mehr mobilisieren. Diese wurden nicht in eine gespaltene Welt hineingeboren und sind sich der verschiedenen Gesellschaftsschichten wenig bewusst. Die heutigen Jungen sind leistungsbewusst, sie bilden sich weiter und eignen sich Diplome an, um aufzusteigen und Karriere zu machen. Linke Forderungen zum sozialen Ausgleich wirken vor diesem Hintergrund eher kontraproduktiv.

In welche Richtung sollen die neuen Vorschläge der SP abzielen?
Mich dünkt der dritte Weg, den Anthony Giddens skizziert hat, gar nicht so schlecht – auch wenn ihn Tony Blair und Gerhard Schröder mit mässigem Erfolg gegangen sind. Die SP muss demnach den Wettbewerb im Grundsatz akzeptieren, aber festlegen, welche Leistungen der Staat für Schwächere erbringen soll. Alte Forderungen nach dem Giesskannenprinzip sind definitiv überlebt.

Mit Andreas Ladner sprach Janine Hosp

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.03.2010, 04:00 Uhr

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41 Kommentare

Dimitris Sarisavas

04.03.2010, 17:45 Uhr
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Die Analyse von A. Ladner ist ein Volltreffer, auch wenn es uns SPler/innen nicht freut. Wer meint 150'000.- nicht reich genug ist, sollte mit denen sprechen die mit 30-60'000 auskommen müssen. Nicht Neid, aber die Realität führt zu anderen Schlüssen der Arbeiterschaft. Dazu auch die falsche Meinung: an die Arbeiter Misere sind die Ausländer/innen schuld, was Hr. Ladner nicht erwähnt. Antworten


Patrick Fischer

01.03.2010, 20:49 Uhr
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@ Badran, gemaess Ihrem und den vorgehnden comments, muesste die SP sich aufloesen, reorganisieren und sich unter einem neuen Namen wieder gruenden. Damit ware sie ihr sozialistisches Erbe loss und koennte neu Politisieren. Damit waere auch Klassenkampf von "oben" vieleicht moeglich. Themen wie EU Integration sind prinzipiel gegen die Sozialschwaecheren und daher ist die SP fuer mich kein thema. Antworten


Heinz Looser

01.03.2010, 20:48 Uhr
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Ein Haushaltseinkommen von Fr. 150‘000.- bringt eine Familie in der Stadt Zürich noch nicht in eine Linie mit den Superreichen…. Gerade dann nicht, wenn die Kinder noch in Ausbildung sind. In diesem Segment ist man eher von steigenden Mieten, steigenden Ausbildungskosten und den hohen Preisen in der Stadt betroffen. Da sind die sozialen Forderungen der SP sehr wohl attraktiv. Antworten


melanie meier

01.03.2010, 20:12 Uhr
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wie recht politologen haben können wissen wir ja spätestens seit der minarettabstimmung. damit die sp wieder glaubwürdig wird, muss sie nach links rutschen und gerade jetzt, in zeiten der krise des kapitalismus, eine ernsthafte alternative zum bürgerlichen einheitsbrei bieten. Antworten


Jacqueline Badran

01.03.2010, 19:07 Uhr
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Der Klassenkampf ist vorbei? Irrtum - der Klassenkampf fängt grad erst richtig wieder zu toben an - und zwar der Klassenkampf von oben. (siehe Finanzkrise!) Die SP wird gar nicht anders können als diesen aufzunehmen. @Walker..rot-rot-grün hat erst seit 4 Jahren die Mehrheit im stadtzürcher Parlament (und nicht seit Jahrzehnten). Und ja - wir haben die Immobilienpolitik geprägt und auch künftig. Antworten


Andreas Keller

01.03.2010, 17:49 Uhr
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Wer glaubt heute noch dass das marxistische Motto “Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ die Lösung für unsere Probleme bringt? Wer singt heute noch die “Internationale“ in der Hoffnung dass Europa eine einzige Völkergemeinschaft von Irland bis zur Ukraine und der Türkei wird?? Antworten


Pawel Silberring

01.03.2010, 17:08 Uhr
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@Sacha Walker Von wegen unkontolliert gegen die GLP schiessen. Die GLP Leute geben keine Antworten auf konkrete Fragen, wie z.B. was an der Pauschalbesteuerung reicher Ausländer so toll war ?!? Ist das "unkontrolliert" für Sie? Das einzige, was mich an der GLP stört, ist, dass sie nicht zu ihrem Rechtskurs steht. Antworten


Bettina Browar

01.03.2010, 16:13 Uhr
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Ich finde, solange die SP nicht mehr zu ihren Wurzeln zurückfinden kann, nämlich zu Stimme und Verteidigung der Ausgebeuteten, Missbrauchten, den Chancenlosen und Schlechtgestellten, solange hat sie ihren Namen auch nicht mehr verdient. Die offensichtlich wiedergekehrte skandalöseste 2-Klassengesellschaft, Frucht des kapitalistischen Eliteglaubens erreicht die Ignoranz der reichen Kinder nicht .. Antworten


Sacha Walker

01.03.2010, 15:34 Uhr
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@Wyler:Warum setzt sich die SP nicht mit den Grünen auseinander, als unkontrolliert gegen die glp zu schiessen? Aufgrund der grossen Schnittfläche von SP & Grünen auf Smartvote drängt sich künftig doch eine Fusion auf. Unterschiede kann ich nicht mehr erkennen. @ Silberring:Die SP hatte seit Jahrzehnten im Gemeinde- und Stadtrat Mehrheiten, Chance & Macht gehabt, die Wohnungspolitik zu gestalten. Antworten


Matthias Vogelsanger

01.03.2010, 15:20 Uhr
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Als ob die heutige SP für Klassenkampf stehen würde. Im Gegenteil, die Verschröderung die Ladner empfiehlt hat sich auch dort breit gemacht. Die Stagnation der Partei dürfte nicht zuletzt auf die Ablehnung dieses doppelzüngigen Auftritts zurück zu führen sein. Das politische Programm das die SP verfolgen muss, befürwortet den starken, effizienten Staat. Gute Schulen, guter Service Public, etc. Antworten


Pawel Silberring

01.03.2010, 14:31 Uhr
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@Sacha Walker Nee, die SP verhält sich nicht wie ein angeschossenes Tier, wie Sie offenbar gerne möchten. Die SP verhält sich wie eine Partei, die gegen einen Trend ankämpfen muss und daher mehr kämpft, als auch schon. Vor allem in der Wohndebatte hat die SP die Themen gesetzt, und das ist für Zürich gut. Antworten


Emanuel Wyler

01.03.2010, 14:18 Uhr
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@Sacha Walker: Die GLP ist nicht Angstgegnerin der SP – das sind eher die Grünen. @Stimmenrückgang: Nach dem grossen Einbruch 2007 wurde fleissig analysiert, und seit dann hat die SP zumindest in den Umfragen wieder zugelegt. Nach dem Tiefstand 1987 (34 Sitze im Kantonsrat) hat man sich auf 53 Sitze (2003) hochgearbeitet – und steht jetzt wieder bei 36. Schwankungen sind für die SP nichts neues. Antworten


Sacha Walker

01.03.2010, 13:46 Uhr
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Die SP verhält sich in diesem Wahlkampf wie ein angeschossenes Tier. Fact ist, dass die Sozialdemokratie überall verliert. Anstelle sich einer detailierten Analyse zum Stimmenrückgang zu unterziehen, reagiert die SP mit Eigenlob, Pseudorechtfertigungen und mit Angriffen auf ihren Angstgegner glp. Ein Trend, dem sich die SP auch bei den kommenden Gemeinde- und Stadtratswahlen nicht entziehen kann. Antworten


Pawel Silberring

01.03.2010, 13:20 Uhr
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Stutzig macht mich, dass die Männer von der SP zur GLP abwandern sollen. Das heisst ja, dass frühere SP-Wähler nun plötzlich eine Partei toll finden, die die Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer befürwortet und auch sonst eine Finanzpolitik so rechts wie möglich macht. Wenn es diese Männer gibt, sind sie wohl selbst nach rechts gerutscht, nicht die SP nach links. Antworten


Emanuel Wyler

01.03.2010, 12:50 Uhr
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@Marco Vonthal: Unabhängig davon was Ladner seit einigen Jahren vorbetet – die SP ist die Partei des sozialen Ausgleichs, und wird darum auch von gut Situierten gewählt, auch wenn die SP-Politik ihnen nicht direkt nützt. @Sandra Fürer: Die SP weiss wie das mit dem Geld verteilen geht. Die strikte Budgetdiszplin der rotgrünen Stadtzürcher Politik und die solide Lage der Finanzen zeigt es. Antworten


Philipp Aregger

01.03.2010, 12:20 Uhr
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Die Parteien kranken an Götzen aus der Vergangenheit und daran, dass sie Phantomwählerschaften vertreten. Im Politbetrieb kommt es folglich zu kräftezehrenden Revierkämpfen, die nicht gewonnen werden, aber in erbittertem Hass münden. Ich hoffe, die Parteien lernen, dass es "links" und "rechts" gar nicht gibt, sondern verschiedene Bevölkerungsmilieus mit unterschiedlichen politischen Bedürfnissen. Antworten


Daniel Meier

01.03.2010, 12:14 Uhr
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Gute Analyse! Die SP und FDP sollten dies berücksichtigen... Antworten


Emanuel Wyler

01.03.2010, 11:38 Uhr
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Die SP ist nicht eine Partei nur für gewisse Schichten und gewisse Klientelgruppen, sondern versucht Politik für die ganze Gesellschaft zu machen. Die NZZ bezeichnete die SP entsprechend kürzlich als «Alles-Partei». Wenn das bedeutet dass man gegen Spezialinteressen und fürs Gesamtwohl ist – was will man mehr? Antworten


Klaus Rechtsteiner

01.03.2010, 11:04 Uhr
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Die angefuehrten Beispiele fuer Gutverdienende sind ausschliesslich Staatsangestellte. Dass diese SP waehlen, ist ja klar, denn die SP setzt sich dafuer ein, dass nicht Leistung, sondern Beamtentum, nicht Qualitaet, sondern Langjaehrigkeit AUTOMATISCH ueber Jobgarantie und Lohnerhoehung honoriert werden. Profitdenken kommt auch hier vor Leistungsbereitschaft oder Solidaritaet. Pecunia olet! Antworten


Sabine Ziegler

01.03.2010, 10:57 Uhr
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Die SP zu links und der Klassenkampf fordern??? Herr Ladner ich bin überzeugt, dass Sie einen guten Analyst sind aber evtl. haben Sie die SP-Propaganda vor 100 Jahren angeschaut. Da hat die SP tatsächlich für mehr Rechte der Arbeiter gekämpft. Heute schaut die SP, dass Arbeiter überhaupt noch in der Stadt Zürich leben kann - durch Forderung günstigeren Wohnraum. Bitte eine zeitgemässe Analyse! Antworten


David Maimon

01.03.2010, 10:45 Uhr
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Das kann ich eindeutig so unterschreiben. Nachdem ich in meiner Jugend und Studienzeit voll und ganz mit der SP-Linie einverstanden war, wmpfinde ich mich nun im Berufsleben überhauptnicht mehr von dieser Partei vertreten. Vielfach empfinde ich die Politik der SP auff der wirtschaftlichen Ebene als sehr einseitig und kurzsichtig. Der grosse Klassenkampf ist vorbei. Antworten


Thomas Lanz

01.03.2010, 10:40 Uhr
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Aus eigener Erfahrung kann ich die Ansicht von Herrn Ladner nicht teilen. Die SP hat mit der JUSO die aktivste und attraktivste Jungpartei. Die Mitgliederzahlen der JUSO steigen laufend und dies obwohl sie eher weiter links steht als die SP. Auch die Grünen sind nicht weniger links als die SP. Wieso sollten also Frauen, denen die SP zu links ist Grün wählen? Antworten


reto scherer

01.03.2010, 10:39 Uhr
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"Die Bildungselite hat sich praktisch vom Freisinn abgewandt". Das ist richtig, denn nicht die SP rutscht nach links, sondern die FDP nach rechts. Man nehme nur Alain Schreiner, Präsident der Jungfreisinnigen des Kantons Zürich, auf Facebook präsentiert er seine Vorbilder. Achtung, aufgepasst: Sarah Palin, Ronald Reagan, Margaret Thatcher! Noch Fragen? Antworten


daniel keller

01.03.2010, 10:04 Uhr
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Negativ an der SP sind z.B. ihre rote Ideologien und ein beschämender 1. Mai. Dazu noch permanentes Augenverschliessen und stämpfelndes Verneinen vor Multikulti-Problemen. Niemand hier will Kommunismus und Solidarität mit fragwürdigen Rebellen-Organisationen. Wieso begreifen die das nicht? In welcher Welt leben die? Antworten


Konrad Kuhn

01.03.2010, 09:51 Uhr
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Wieder einmal erteilt ein Politologe den Parteien Ratschläge, und es sind diesmal nicht die besten. Wie es mit einem verwässerten sozialdemokratischen Programm herauskommt, konnte ja bei unseren deutschen Nachbarn beobachten: es entsteht eine neue linke Partei! Die SP tut also gut daran, ihre Themen weiter so zu setzen, wie sie es derzeit sehr zu recht tut: Gerechtigkeit und Solidarität! Antworten


Heinz Butz

01.03.2010, 09:25 Uhr
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Mein Rat: Die SP muss Handwerker, Angestellte und Arbeiter ansprechen. Sie muss diesen Leuten die Existenz-Ängste zu nehmen. Gleichzeitig haben "die kleinen Leute" ein ausgeprägtes Sicherheits- und Gerechtigkeitsempfinden; dieses muss immer wieder gepflegt werden durch nachvollziehbare Massnahmen gegen Kriminalität und Fremdenangst. Mit dem Wähler reden - nicht über ihn diskutieren Antworten


Jan van Beilen

01.03.2010, 09:09 Uhr
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Forderungen zum sozialen Ausgleich mögen eher unpopulär sein. Aber warum eigentlich? Wenn Banker und Manager sich legal am falsch gestrickten System bereichern können, und ein immer grosseren Teil des Wirtschaftskuchens immer weniger Reichen zufällt (3% der Bevölkerung gehört mehr als 50% des Vermögens), ist der sozialen Ausgleich nicht notwendiger als je zuvor? Antworten


Peter Müller

01.03.2010, 08:51 Uhr
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Gerhard Schröder sollte nicht zum Vorbild genommen werden: er hat aus der SPD in seiner Amtszeit eine neoliberale Bewegung gemacht, mit negativen Folgen für die Bevölkerung (Abschied vom Sozialstaat Deutschland) und katastrophalen Folgen für die SPD. Die SPD ist keine Volkspartei mehr, da ihr scharenweise die Mitglieder und Wähler davongelaufen sind. Antworten


Martin Müller

01.03.2010, 08:48 Uhr
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Ich finde das rührend, wie sich die ganze Welt um SP kümmert und wie schlecht es ihr geht. So viel Aufmerksamkeit von den Medien haben wir nicht verdient. Mal ist die SP zu links, mal zu rechts, mal zu liberal, man kann es nicht jedem recht machen. Vor allem lebt die SP von den Menschen, welche sich für ihre Anliegen einsetzen und hat keinen dicken Sponsor, der fette Marketing Campagnen finanziert Antworten


Stefan Werner

01.03.2010, 08:34 Uhr
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Nein. Herr Ladner. Es geht beim SP-wählen nicht um "gutes Gewissen". Vielmehr geht es um die Erkenntnis, dass zu einem funktionierenden Gemeinwesen auch gehört, dass alle (auch die weniger Schlauen, Starken, Schönen) am Wohlstand partizipieren können und niemand sich ausgeschlossen fühlt. Das ist Sozialdemokratie und auf diesen Grundsätzen muss die SP politisieren und sich von FDP etc, abgrenzen. Antworten


Mario Monaro

01.03.2010, 08:28 Uhr
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Interessante und nachvollziehbare Analyse. Einen Rat hätte ich auch noch an die Adresse der SP: aufhören die Internationale zu singen... Antworten


Dominik Grimm

01.03.2010, 08:23 Uhr
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Die SP und deren Mitglieder die zugleich Verwalter wie Bezüger der staatlichen Umverteilung, dem Sozial-Industriellen Komplex sind, werden sich den kommenden Entwicklungen nicht anpassen können. Die Bevölkerung wird es nicht mehr akzeptieren können das der Staat Resourcen von den produktiven Einrichtungen (Steuerzahler) zu den unproduktiven Einrichtungen (Subventionsbezüger) transferiert. Antworten


sepp zürcher

01.03.2010, 08:22 Uhr
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Angestellte Architekten, welche in ihrem angestammten Beruf arbeiten, verdienen heute in Zürich mit 40 Jahren nie und nimmer 150'000 Fr. Löhne über 100'000 Fr. sind bei diesem Beruf schon als Ausnahme zu betrachten, gebräuchlicher sind 80'000 o.ä., Herr Ladner. Antworten


nicolas meier

01.03.2010, 08:19 Uhr
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liebe tagi redaktion: wenn jemand bürgerlich denkt, heisst das noch lange nicht, dass er sich nicht für das gemeinwohl einsetzt! man glaubt bloss, dass der freiheitliche weg besser ist, als der sozialistisch kollektivistische..oder herrscht in unserem liberalen rechtsstaat etwa weniger gemeinwohl als in ehemals kommunistischen staaten? unglaublich, dieses einseitige weltbild, dass Sie zelebrieren! Antworten


Hansjürg Meier

01.03.2010, 08:18 Uhr
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Die SP ist nicht zu sehr nach links gerutscht. Die SP ist nach Utopia in Exterria gerutscht. Antworten


Myrtha Meuli

01.03.2010, 07:53 Uhr
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Ladners Sicht ist doch etwas vergangenheitsorientiert, wer wüsste denn nicht, dass sich die SP seit 1989 damit positioniert, dass sie dem Markt soziale und ökologische Rahmenbedingungen setzt? Dies durchaus im Interesse des Werkplatzes Schweiz, wie Christian Leverat am letzten Samstag in der Sendung Kontext zur SP Strategie Finanzplatz Schweiz dargelegt hat. Antworten


Josef Schwarz

01.03.2010, 07:48 Uhr
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Herr Ladner, diese 4 von 10 müssen Sie mir erst einmal zeigen. Aber da Sie ja Einkommen von Sfr 150'000 schon zu den Grossverdienern zählen, wundert es mich eigentlich nicht. So wie die SP momentan politisiert (zB "Abzockerinitiative") kann sie eigentlich nur noch von den Idealisten unterstützt werden. 2011 wird es zeigen. Antworten


Patricia Galli

01.03.2010, 07:41 Uhr
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Früher wählte man die SP, damit es die Kinder einmal besser haben. Heute flüchten die Leute aus der SP, weil sie befürchten müssen, dass es ihre Kinder wegen der SP einmal schlechter haben werden. Antworten


Sandra Fürer

01.03.2010, 07:38 Uhr
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Die SP soll begreifen, dass man das Geld nur einmal verteilen kann, und dass es vorher hart erarbeitet werden muss. Antworten


Marco Vonthal

01.03.2010, 07:38 Uhr
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Andreas Ladner trifft den Nagel voll auf den Kopf. Genau so fühle und denke ich als SP-Wähler. Und in einer Woche sind Wahlen und mein Dilemma fängt wieder an. SP stärken als einziger Gegenpol in der politischen Landschaft oder idealistisch zur Minipartei der GLP und damit den Gegnern helfen? Ich hoffe von Herzen, die SP wächt wieder auf und wird sich seiner starken Wählerschaft endlich bewusst. Antworten


Stefan Jost

01.03.2010, 07:38 Uhr
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Gutverdienende Alt-68er der SP können es sich leisten Kampfparolen wie "Bleiberecht für Alle Sans-Papiers!", "Kein Asylbewerber ist illegal!" und "EU-Beitrittsverhandlungen jetzt!" zu unterstützen. Wer für einen kleinen Lohn hart Arbeitet kann sich solche weltfremden Ideen nicht leisten... Antworten



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