Zürich
«Die SVP wusste, warum sie kein Schaf genommen hat»
Aktualisiert am 19.10.2011 49 Kommentare
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Nachdem am Wochenende Unbekannte in den Stall von SVP-Nationalrat Ernst Schibli eingedrungen waren und das Parteimaskottchen Zottel entführt hatten, tauchte das Tier am Dienstag im Wald bei Witikon wieder auf. Bevor die Entführer den Geissbock an einen Baum banden, hatten sie ihn geschoren und schwarz angesprayt.
Die Aktion wird von den meisten Lesern in der Kommentarspalte scharf verurteilt – allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Zahlreiche Schreiber sehen darin vor allem einen Gewinn für die SVP. «Jungs und Mädels vom Schwarzen Block, hier habt ihr euch selbst ein Riesenei gelegt», schreibt Jonas Reich. Diese Meinung teilt Gerhard Gerber. Diese dümmlich-pubertäre Aktion hat die Linken wohl einige Tausend Stimmen gekostet, schreibt er. Traurig darüber ist er aber nicht: «Gut so, einen herzlichen Dank.»
«Theatercoup der SVP»
Aufgrund des Nutzens, den die SVP aus der Entführung ziehen soll, schliessen einige Leser auf eine Verschwörung. «Es ist seltsam genug, wie man zwei Tiere aus einem Stall entführen kann, wo auch ein Pferd haust. Dieses hätte bei Eindringlingen ein Riesentheater gemacht», vermutet Isabel Wirth. Noch weiter geht Hans Camenzind. Er hält die Entführung für einen «Theatercoup der SVP», der nun «die politischen Gegner mobilisiert». Wenn auch politisch aus dem gegnerischen Lager, so dankt er wie Gerber den Urhebern der Aktion.
Differenzierter sieht es ein anderer Leser: «Ob nun von der SVP oder von den Linken entführt, spielt gar keine Rolle. Die Blöden sind doch die, die sich anhand dieses Unfugs politisch orientieren wollen. Und das schleckt keine Geiss weg.»
«Einfach Tierquälerei»
Viele Kommentarschreiber sorgen sich weniger um die Auswirkungen an der Urne als um das Wohl von Zottel und Mimo, welche ebenfalls entführt wurde. «Es war schlicht und einfach Tierquälerei», schreibt Adrian Meier. Stellvertretende für viele Leser schreibt er weiter: «Ein Tier anmalen ist grausam und unmenschlich.» Tanja Müller fordert, dass «die Täter für die Tierquälerei bestraft werden».
Auch wenn die Gesundheit des Geissbocks vielen am Herzen liegen mag, so bietet auch dieses Thema die Gelegenheit für Kritik an der Politik der SVP. Andreas Bachmann bezeichnet die Aktion zwar als «einfach nur dumm». Gleichzeitig gibt er aber zu bedenken: «Die SVP soll sich nun aber bitte nicht als tierfreundlich bezeichnen; sie hat in den letzten Jahren immer gegen Tierrechte politisiert.»
«Ziegen lieben Trubel»
In zahlreichen Kommentaren wird die Partei auch dafür kritisiert, Zottel auf Podien gezerrt und durch das ganze Land transportiert zu haben, um ihn als Wahlhelfer zu «missbrauchen». Dem hält Margrit Kappeler entgegen: «Die SVP wusste, warum sie kein Schaf genommen hat. Die Ziegen lieben Jubel, Trubel, Heiterkeit. Am Fest mitmachen ist das Grösste für sie.»
Das Tier weckt denn auch im linken Lager Sympathien: Zottel wäre der einzige SVPler, dem ich eine Stimme gäbe, schreibt Andy Thomann. Weniger nett behandelt René Wetter den Besitzer des Geissbocks. Er hoffe, dass Ernst Schibli abgewählt werde. «Denn seine Aufgabe als Nationalrat ist es, auf Zottel aufzupassen. Und da hat er kläglich versagt», schreibt Wetter. (ep)
Erstellt: 19.10.2011, 15:33 Uhr
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49 Kommentare
logisch. eine typische aktion der linken; die dürfen ja alles und dies verdeckt, anonym und vermummt. feige und kläglich wie immer. es wird soweit kommen, dass der anständige bürger zu andern mitteln hiergegen greift, falls sich die linke weiterhin ungestraft solche scherzchen erlauben darf. "das grösste" für diese no-future-gruppierung ist stunk zu machen - und zwar so ziemlich gegen alles. Antworten
Ich finde es doch merkwürdig, dass das Tier ausgerechnet wenige Tage vor den nur alle vier Jahre stattfindenden Wahlen entführt wurde. Es grenzt an ein Wunder, dass dem süssel Zottel in seinem anscheinend nicht sehr sicheren Stall in den restlichen 1460 Tagen absolut nichts geschehen ist, die "linken Chaoten und Netten" sowie Füchse und Marder waren wohl gerade etwas müde.
Schmutzige Aktion, SVP!
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