Die Staustellen

Das wichtigste Autobahnkreuz der Schweiz wird zur Baustelle. 105 weitere kündigt die Baudirektion an. Erstmals zeigt eine Karte, wo 2012 gebaut wird.

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140'000 Fahrzeuge rollen pro Tag über das Autobahnkreuz bei Brüttisellen – nirgends in der Schweiz wird mehr Verkehr verzeichnet. Stau oder stockender Verkehr gehören dort zum Alltag jedes Pendlers. Am 16. April fahren am Brüttiseller Kreuz die Bagger auf, das Bundesamt für Verkehr saniert bis Oktober 2014 vier Brücken. Beim Nadelöhr werden künftig die Nerven der Autofahrer noch arger strapaziert, auch wenn laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) alle vier Fahrbahnen offen bleiben sollen. Einzelne unvermeidliche Teilsperrungen der Ein- und Ausfahrten sollen nachts erfolgen. Aus Sicherheitsgründen wird die Höchstgeschwindigkeit im Bereich der Baustelle aber auf 80 Stundenkilometer reduziert.

Wie das Astra mitteilt, haben sich die Brücken während der vergangenen Jahre abgesenkt und zwar stärker als es der zulässige Grenzwert erlaubt. Ursache dafür ist der Baugrund unter den aus dem Jahr 1974 stammenden Brücken. Er hat sich im Laufe der Zeit unter der Last verdichtet. Nun werden die Brücken bis zu 15 Zentimeter angehoben. Aus Sicherheitsgründen kann der Bund die baulichen Massnahmen nicht mehr länger hinauszögern. Nachdem nun die Vorarbeiten abgeschlossen sind, startet die Brückensanierung kommenden Montag.

Konsequenzen für umliegende Ortschaften

Am Brüttiseller Kreuz treffen die A1 und die A53 (Oberlandautobahn) aufeinander und verflechten den Verkehr aus den Richtungen Zürich, Ostschweiz, Zürcher Ober- und Unterland. Die Instandsetzung der Brücken dauert laut Astra voraussichtlich bis Oktober 2014. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 30 Millionen Franken. Die Instandsetzung wird in drei Etappen realisiert:

  • April bis Oktober 2012: Instandsetzung der nördlichen Brücken in Richtung Zürich, Anhebung der Brücken
  • März bis August 2013: Instandsetzung der südlichen Brücken in Richtung St. Gallen, Anhebung der Brücken
  • Februar bis Oktober 2014: Ertüchtigung der Brücken, Totalerneuerung des Korrosionsschutzes, Verstärkung des Stahlbaus

Die Baustelle beim Brüttiseller Kreuz hat laut Thomas Maag von der kantonalen Baudirektion auch Konsequenzen auf die Kantonsstrassen. «Es wird sicherlich Verkehrsteilnehmende geben, die über die Kantons- und Gemeindestrassen ausweichen» Darum koordinieren Bund und Kanton ihre Bauarbeiten auf den Strassen. «Wir schauen, dass wir in dieser Zeit keine grösseren Baustellen auf den möglichen Ausweichrouten haben», sagt Maag. Er rechnet durch die Brückensanierung vor allem mit Mehrverkehr durch die Ortschaften Wangen-Brüttisellen und Dübendorf, aber auch entlang der A1 bei Tagelswangen.

Neue Karte gibt Auskunft über Baustellen

Auch im übrigen Kantonsgebiet schiessen mit den steigenden Temperaturen die Baustellen aus dem Boden. Bis im Herbst kündigt das Tiefbauamt 105 grössere Baustellen an. Auf einer neuen Karte sind diese auf der Homepage des Kantons ersichtlich. «Wir machen damit ein intern bereits bestehendes Tool öffentlich», sagt Maag. Damit sollen die Verkehrsteilnehmer aktuellere Informationen über die Strassenbaustellen des Kantons erhalten. «Dieser neue Dienst ist als Ergänzung zu den Verkehrsinformationen gedacht. Die Autofahrer erfahren dort beispielsweise, wie lange an einer bestimmten Stelle noch mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist.»

Laut Maag werden diesen Sommer neben den Arbeiten am Brüttiseller Kreuz auch die Baustellen an der Seestrasse zwischen Meilen und Zollikon die Nerven der Wagenlenker strapazieren. Diese Strasse wird täglich von rund 20'000 Autos befahren. Auch der noch stärker frequentierte Strassenabschnitt der Flughofstrasse zwischen Rümlang und Glattbruggund wird Anfang Mai zur Baustelle. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 10.04.2012, 12:04 Uhr)

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