«Die Uni brennt» – jetzt auch in Zürich
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 18.11.2009 119 Kommentare
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Die Studentenproteste haben Zürich erreicht: Am Dienstagabend, 17. November haben mehrere hundert Studierende an einer Protestveranstaltung an der Universität teilgenommen – und danach den grossen Hörsaal besetzt. Am Morgen danach: Die Studenten, die die Nacht an der Uni Zürich verbracht haben, werden langsam wach.
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Die Studierenden kritisieren, dass die Privatwirtschaft einen zu grossen Einfluss auf die Universität hat. Ist die Besetzung das richtige Mittel, um dagegen zu protestieren?
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Am Morgen hielten sich noch rund 30 Studierende im Raum KO-H-B10 auf, quasi dem Epizentrum der Besetzung. Sie sassen an Festbänken und frühstückten. Dass es sich dabei um eine Besetzung handelt, wird in erster Linie anhand der Transparente ersichtlich: «Wenn ich gross bin, werde ich Humankapital.» Oder: «Education is not for sale.»
In diesen Minuten tagen die Besetzer in einem Hörsaal und besprechen das weitere Vorgehen – unter Ausschluss der Medien. Doch längst nicht alle Studierenden beteiligen sich an den Protesten, ausserhalb des Hörsaals und des KO-H-B10 herrscht die übliche studentische Betriebsamkeit.
Kurz vor der Plenumsbesprechung der Besetzer beantworteten zwei Medienvertreter drei Fragen des Tagesananzeiger.ch-Journalisten:
Wie viele Leute beteiligen sich am Protest?
Gestern abend war der Hörsaal KO-H-10 zum bersten voll, etwa 500 bis 600 Leute waren da. Hier übernachtet haben rund 60. Jetzt sieht es so aus, als wäre kaum jemand hier, weil sich viele Leute in Arbeitsgruppen betätigen und Flyers verteilen. Aber uns geht es nicht darum, wie viele Leute da sind, sondern um die Inhalte. Um 8.30 Uhr treffen wir uns zu einem Plenum, dann diskutieren wir das weitere Vorgehen.
Wie ist es zur Besetzung gekommen?
Die Gruppe «Uni von unten» hat einen Protesttag geplant. Dabei kam es zu einer Infoveranstaltung, bei der das Sitchwort Besetzung zum ersten Mal gefallen ist. Um 15.45 Uhr haben wir an einer Plenumsdiskusion im Rahmen einer Abstimmung die Besetzung beschlossen.
Kommt die Besetzung aus der radikalen Ecke?
Nein, sicher nicht. Das Anliegen kam von Studierenden, die nicht aus der Gruppe «Uni von unten» kommen. Dazu kommt, dass auch die Uvu nicht in die radikale Ecke gehört, wir sind eine heterogene Gruppe.
(Update folgt...) (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 18.11.2009, 11:49 Uhr
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119 KOMMENTARE
es ist immer wieder merkwürdig zu sehn wie sich menschen im kreis drehen, es geht doch nicht um die dinge die einen momentan selbst betreffen sondern um zukunftsorientirtes denken, wer würde hier schon so einen aufstand machen wenn er nicht selbst betroffen währe ???
die proteste sind völlig friedlich, weder radikal, noch störend (die VL konnten alle in andere Räume verlegt werden). die besetzung ist gerechtfertig aus zwei gründen. erstens kann man sich dadurch gehör verschaffen und zweitens, erst durch das errichten eines reellen forums kommt es zu einem wirklich diskurs. und das ist es was moment gerade von statten geht. was kann bildung und was soll bildung
Klar, dass in dieser Diskussion die Studenten der phil. Fakultät am lautesten schreien. Ihr "Schoggi-Leben" wurde durch die Bol.-Reform am stärksten beeinträchtigt. Würden diese Studis mal ein paar Wochen am Irchel oder der ETH studieren, würden sie schnell erkennen, dass sie mit ihrem Weichspüler-Studium punkto Aufwand und Präsenzzeit noch sehr gut bedient sind.
Diese Studenten sollten das Recht auf ein Studium verliehren. Protestieren kann man ja, aber ich denke da gibt es viele andere Mittel. Wir der normale Büger bezahlen diese Einrichtungen mit unseren Steuergeldern und wenn diese Einrichtungen nicht mehr richtig benützt werden können dann ist dies ein Angriff auf den normalen Bürger der jeden Tag austehen und sein Geld verdienen muss.
Als lic. phil. habe ich natürlich wenig Verständnis für die Bologna-Reform, zerstört sie doch jeden universitären Gedanken der freien Themenwahl. Man muss aber auch akzeptieren, dass sich die Uni in den letzten zwei Jahren stark verändert hat; Studenten wollen auf dem schnellstmöglichen Weg Punkte sammeln, um auf dem kürzesten Weg Geld zu verdienen. Gewinnmaximierung kommt vor Bildung, sehr schade
Es ist ein gerechter Kampf für eine demokratische Universität, die auch den Söhnen und Töchtern der Arbeiter zugänglich sein sollte. Aber auch ein Kampf gegen die neoliberalen Reformen, die die Lehre und die Forschung dem Willen der multinationalen Unternehmen unterwerfen wollen.
@Marie V.Roth Die Wekstudenten die ich kenne haben Zeitungen sortiert, hinter der Bartheke gestanden oder waren im Service. Reines Geld verdienen mit null Einfluss auf ihren zukünftigen Job. Für viele ist Bologna da die Erlösung, nun können sie ein Praktikum (schwierig eins zu finden) während der Semsterferien machen und müssen nicht mehr auf die Monsterprüfungen ende Ferien lernen.
Ich habe noch das Lizentiat gemacht, also noch kein Bologna aber Zürich: Ehrlich gesagt, war da auch nicht viel mit "universitärer Bildung" und "freier Fächerwahl" - Die universale Uni gibt's nicht und gab's nie! Ist wohl eher Studenten-Romantik!
@meier. Sie zeigen m.E. die Schwächen von Bologna bestens auf. Grundsätzlich: Ein Studium ist keine Lehre (auch nicht mit Bologna) Nicht nur bei Orchideenfächern liegt die Verantwortung zur Aneignung des "Handwerks" beim Studenten. Früher (ich kenne viele, die das optimal lösten) hat man neben dem Studium (es dauerte etwas länger) sich diese Kompetenzen, als Werkstudent, gezielt erworben.
@Marie V.Roth Die Uni könnte den Abgänger für ihren spätere Arbeit grundlegende Fähigkeiten beibringen. Für mich die zwei wichtigsten: Projektmanagement, Personalführung Zwei Fähigkeiten die unabhängig von jedem Studieninhalt sind. Später im Job erhält niemand mehr als ein bis zwei Chancen.
Erklär mir einer die forderungen: Präsenzpflicht? Einverstanden. Überflüssig und auch für Bologna abzuschaffen. Ökonomisierung der Uni? Was kann die Uni dafür, wenn die Wirtschaft primär lic. ... äh Ms. Jur, BWIlern und Ingenieuren Jobs anbietet anstatt Philosophen, Germanisten oder Historikern. Der Wind der Privatwirtschaft bläst allen ins Gesicht. Abschaffung der Studigebühr? Gähn.
Teil 1 @Marie V.Roth Unter Ökonomisierung verstehe ich grundlegende Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt zu erwerben. Mein studiertes Orchideenfach bildet "nur" Wissenschaftler aus obwohl 99% keine wissenschaftliche Karriere machen werden. Wer im Fach einen Job findet wird entweder Gutachter, arbeitet in der Öffentllichkeitsarbeit und ist oft Vorgesetzter eines kleines Teams.
@Daniel Hartenhauer: Selber schuld, wenn Sie Ihre Daten nach dem Ausspucken wieder löschen. Wie wäre es mit selbständigem (!!!) Weiterverarbeiten? Bologna hält Sie davon übrigens NICHT ab...
All die Polterer, welche nach universitärer Bildung verlangen, welche sich (natürlich!) an privatwirtschaftlichen Interessen zu orientieren haben, sind wohl genau dieselben, welche auch lautstark auf das unfähige Managerpack in der Finanzkrise geschimpft haben. Ihre Ideen, wie universitäre Bildung aussehen soll, erschaffen gerade eben solch unfähiges Managerpack. Denken sie mal drüber nach.
Dank Bologna spricht man von Employability statt Berufsperspektiven,von Leistungsnachweis statt von Prüfungszeugnis,von Flexibilität statt freier Fächerwahl.Man sammelt Punkte wie im Coop mit der Cumuluskarte.Man sitzt Pflichtmodule ab,weil man kontrolliert wird.Kann wegen den Pflichtmodulen nicht das gewünschte Nebenfach studieren.Die Donzenten haben Angst vor Rekursen.Das sind die Verhältnisse!
Bin immer wieder erstaunt wie studierte Leute unfähig sind selber zu denken. Die machen sich nicht mal die Mühe das kleinste Problemchen alleine zu lösen. Die greifen lieber zum Hörer oder mailen und fragen irgendwo nach. Das nennen sie dann V E R N E T Z T E S-D E N K E N.
@ Meier. Sie haben also während ihres Studiums von Oekonomisierung nichts gespürt. Nicht dass mich das erstaunen würde :-) Aber interessant wäre es allemal von Ihnen zu erfahren; was Sie und natürlich auch die vielen, von ihnen erwähnten Studenten, unter Oekonomisierung verstehen, die mit Bologna überhaupt nicht stattgefunden habe...
Wurde höchste Zeit, dass das Thema "freie Bildung" endlich in die Öffentlichkeit kommt. Dass das gerade aus den Sozialwissenschaften kommt, ist ja kein Wunder-diese beschäftigen sich ja damit!!! Wenn ich einen verletzten Fuß habe, gehe ich ja nicht zu einem Ökonomen, sondern einen Mediziner! In der ganzen Bildunsthematik sollten wir VOR ALLEM die Sozial- und Geisteswissenschaften ernst nehmen!
@Julia Kicey (Stellvertretend, die hier Ökonomisierung beklagen) Während meinem Studium habe ich von Ökonomisierung nichts gespürt. Und die meisten Studenten die ich kenne, wünschen sich eine mehr auf den Arbeitsmarkt ausgerichtete Lehre. Die Mehrheit wünscht sich eher eine Ökonomomisierung, die mit Bologna überhaupt nicht stattgefunden hat.
Bologna ist auch eine Metapher: Für den grassierenden Merkantilismus, Bürokratismus, Opportunismus. Die herrschen nicht nur an der Uni, sondern überall. Diese Studis haben noch den Power und die Unabhängigkeit sich für selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Lernen und Leben einzusetzen. Super!
Ich studiere vollzeit an der Uni und arbeite (80%-Job). Wie empfinde ich das Studium im Bologna System? Ich bin ein "Memory-Stick" der mehrmals wöchentlich an den "Uni-Rechner" angeschlossen wird. Die gespeicherten Daten werden am Ende via Multiple-Choice wieder ausgespuckt, dann gelöscht. Das Problem ist: Es fehlt der Arbeitsspeicher und der Prozessor. Darum finde ich die Proteste inhaltlich gut.
@Kira Dobra: GANZ RECHT, SIE BRINGENS AUF DEN PUNKT!!! Eine Demokratie braucht kritische und mündige Individuen! Das ist jedoch nur möglich, wenn die Vorherrschaft ökonomischer Interessen nicht (auch noch) auf die Bildung übergreift (Folge: Funktionstüchtigkeit), sondern selbständiges Denken und Handeln auch ausserhalb des gegenwärtig herrschenden Wertesystems (Rendite des Kapitals) gefördert wird
Das ein paar Möchtegern-Revoluzzer so viel Aufmerksamkeit erhalten ist unglaublich. Das Bolognasystem hat wesentliche Verbesserung gebracht, nur die Sozialwissenschaftler habe das vermasselt, bei allen anderen funktionieren die Reformen problemlos. Da ist für mich der Anspruch der protestierender eine Anmassung gegenüber der Mehrheit, die mit dem Studium zufrieden ist.
@David Meier: Wenn Sie mit 10'000-12'000 Fr./Jahr (1'000 Fr./Monat) durchs Studium kamen, dann Hut ab. Trotzdem muss dieses Geld irgendwoher kommen. Ein Student muss dafür 3 Monate arbeiten. Wie soll das mit einem Vollzeitstudium vereinbar sein, wo man schnell mal auf eine 50-Stunden-Woche kommt?
Die Besetzung ist vielleicht nicht die beste Form auf die Missstände an der UZH hinzuweisen. Aber im Kern der Sache haben Sie Leute recht. Die Bolognareform in ihrer jetztigen Form sollte überdacht und, wo nötig, korrigiert werden. An die bünzlige Besserwisserfraktion nur eine Frage: Wann habt Ihr euch das letzte Mal für was eingesetzt, was nicht nur euch zugute kam?!? Schwere Frage, ich weiss!
Die konstruktiven Diskussionen über Bildung, die Dank der Besetzung zustandekommen, behandeln eben nicht nur die universitäre Bildung, sondern es geht um eine Kritik an der Vorherrschaft ökonomischer Interessen vor Bildung allgemein. Diese Vorherrschaft selektiert Möglichkeiten auf eine Art, die das kritische Denken einschränken. Eine Demokratie braucht jedoch kritische/mündige Individuen!
Verwöhnte Kinder, die sich dank Maturitätsreform der 80-er Jahre an den selektiven Fächern wie Mathematik, Physik und Chemie vorbeimogeln konnten. Heute sitzen sie in der UNI und erschrecken, dass der harte Wind der Selektion bläst. Studiert und arbeitet, dann nützt Ihr diesem Land auch etwas! Oder versucht's mal mit dem Studium in einem Schwellenland, dann lernt Ihr Leistung kennen...
Das mit den faulen Studenten kann ich langsam nicht mehr hören. Ich habe mehrere Jahre gearbeitet, bevor ich mich entschlossen haben, ein Studium zu machen. Meine Arbeit als Informatikerin bei einer Grossbank, Vollzeit, war zwar manchmal ganz schön streng, aber im Vergleich zum Studium nicht der Rede wert. Studenten haben kein Anrecht auf ein freies Wochenende und 5 Wochen Ferien, denkt mal dran!
@Maria Halder: Ihre arrogante Haldung ist genau eines der zentralen Probleme an der UZH. Für die Forschung (=Ansehen & Prestige) wenden Sie 80h pro Woche auf, aber die Lehre wird vernachlässigt. Ich habe noch an keiner Bildungsanstalt so viele didaktische Nieten an einem Haufen gesehen, wie an der UZH. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber die sind leider selten.
Wird jemand gezwungen an der Uni Zürich zu studieren. Man darf auch sofort in den Arbeitsprozess einsteigen und versuchen sein Geld so zu verdienen. Ist vielleicht etwas härter im Alltag - sorry aber es geht.
Mutige StudentInnen demonstrieren nicht, weil sie faul sind oder nichts besseres zu tun hätten! Diese Demos gegen Verschulung zeigen ein ernstes Anliegen, die ursprüngliche Idee einer Universität wieder zum Leben zu erwecken: Wirklich unabhängige Bildungsstätten, die nicht gekauft sind von Wirtschaftsunternehmen, deren CEOs exorbitant viel verdienen, Orte, wo unabhängiges Denken gefragt ist.
An alle, die den protestierenden Studenten vorwerfen faul zu sein und besser zurück an die Vorlesungen zu gehen: war nun 30 Stunden an der Uni,davon 10 Stunden an Vorlesungen,8 Stunden in der Bibliothek,die restliche Zeit im besetzten Hörsaal, wo ich weitere 2 Stunden an einem Aufsatz gearbeitet und geschlafen habe. Wer sagt denn,dass protestieren und studieren nicht vereinbar ist?
dasselbe schema wie bereits in österreich und deutschland und anderen ländern. die medien diffamieren die protestierenden erst als minderheit und ideologische träumer. doch andere länder haben gezeigt, dass dies über die dauer nicht geht. indem man die anliegen und forderungen herunterspielt, kann man den protest nicht unterdrücken. ich rate den verantwortlichen das ganze ernstzunehmen.
@Michael Graf: Kurze Rechnung: GA: 2000.-. Günstig Wohnen: WG-Miete/yr: 4000.- bis 5000.-. Günstig Einkaufen: Prix-Garantie, Migros-Budget, Aldi, Lidl. Günstige Kleidung: H&M., KK: teilweise Subventionen vom Staat. Teure Ausgänge vermeiden. Und schon kommt man mit 10'000.- bis 12'000.- gut durchs Jahr.
Hier noch der Wortlaut meiner PI, die Herr Venutti ganz offensichtlich nicht gelesen hat: "Wer einen Gast der Universität an einem Auftritt hindert oder einen Vortrag in schwerwiegender Weise stört, wird von der Universität ausgeschlossen."
@Kindler/Johanna: Ich bin einer dieser faulen Professoren. Ich verbringe im Moment etwa 80 Stunden pro Woche damit meine Forschung am Leben zu erhalten und das noetige Geld einzuholen, um meine Leute zu bezahlen, die in einem harten Umfeld voller Konkurrenz arbeiten. Wenn 20-25 J. in der Vorlesung quatschen und Zeitung lesen, haben sie 1. keinen Anstand, 2. sollten sie einen anderen Beruf lernen.
"Zanetti forderte, dass Studenten exmatrikuliert werden, wenn sie Redner wie Daniel Vasella bei einem Vortrag an der Universität stören." Wie man daraus ableiten kann, Studenten würden faktisch mundtot gemacht, ist mir schleierhaft.
Erinnert mich irgendwie an die '68 - und was ist aus Ihnen geworden? Das Establishment, genau! Lustig wie sich Geschichte immer wiederholt - kann man übrigens auch studieren!?
@Jean-Paul Vuilleumier: Sie klingen wie ein SVP-Politiker! Die Demonstrierenden weisen auf einen Missstand hin, der diskutiert werden soll. Mit solchen Vorschlägen wie die Exmatrikulation der Protestierenden erreichen Sie doch nichts, höchstens einen Ausschluss jener, die den Mut haben, selbst zu überlegen! Und wenn man die Denkenden abschafft, wer denkt dann?
Offensichtlich, dass wer gegen das herrschende System protestiert gerne in die Extremisten-Ecke gestellt wird. Symbolisch dafür die Aufforderung vieler Kommentierender, dass doch bitte mit politisch korrekten Mitteln protestiert werden soll. Aber Proteste gegen ein System sollen nunmal von ausserhalb des Systems kommen. Die herrschende Elite ist auch nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel.
@ Peter Gubler: Und wieso lesen und quatschen die Studenten? Weil man einen Professor vor sich hat, der sich nicht die geringste Mühe gibt...
Ein Problem an Bologna@UZH: Statt 1x pro Jahr 3 Prüfungen finden zB in den Naturwissenschaften jedes Semester 2-5 Prüfungen statt. Es ist wie an der Mittelschule: rassig den Stoff ins Hirn schichten, hinfetzen, vergessen, und ran an die nächste Prüfung. Gelernt wird eher weniger, dafür mehr Administration und weniger Vertiefung in die Materie – leider das Gegenteil von dem was die Uni bräuchte.
Studieren unter Bologna ist besser! Ich habe sowohl im alten wie auch im neuen System studiert (Grundstudium alt, Master in Bologna). Also kann ich die Systeme 1:1 vergleichen. Im alten System hatte man während dem Semester viel mehr Zeit, dafür musste man in den Semesterferien richtig ran. Jetzt ist alles im Semester konzentriert, d.h. arbeiten oder Arbeiten schreiben in Sem.ferien, ist besser so
@Kindler: Sie wohlen doch nicht behaupten, dass Professoren, die nur forschen und nicht lehren, sind. Hochstehende Forschung ist wohl - unter der Tatsache, dass die meisten Studienabgänger nachher in fachfremden Gebieten tätig sind - von höherem Interesse, als Vorlesungen vor zeitungslesenden und quatschenden Studierenden zu halten (Eigenerfahrung). Der Nobelpreis wird nicht für Lehre gewonnen.
EIN EINZIGER konkreter Beitrag findet sich zur Bologna-Reform (Karl Hirsch, 12:41). Bringt Argumente und Tatsachen statt Behauptungen und Unterstellungen, nur so sind Veränderungen möglich!
Was wir brauchen sind nicht irgendwelche Fachidioten, denen alles egal ist, solange SIE Geld machen, sondern denkende junge Menschen die sich über unsere Gesellschaft Gedanken machen und aktiv unsere Zukunft gestalten! Ethik, Moral und Anstand sollen gefördert werden, darum müssen wir uns zwingend mit den Studenten in Zürich, Basel, Frankreich oder Österreich solidarisieren!!!
Studenten"revolte" 2009: Die Intensität der Proteste in einem Land verhält sich proportional zur Zahl der abgeschlossenen "Abitur-, Bacca- oder Maturitätsprüfungen. Wir Schweizer sind dank unserem bewährten dualen Bildungssystem in einer augeszeichneten Situation. Irgendwann können auch linke Bildungspolitiker ihre Klientel nicht mehr vor dem Prinip "Selektion und Leistung" bewahren!
Wer an der Uni viel kostet,sind die Naturwissenschafter und Mediziner.Alle Abgänger zahlen aber nach Studienabschluss mit höheren Steuern zurück,was sie während dem Studium den Staat gekostet haben.Das ist ein faires System.Das Problem sind heute die Steuergeschenke an Reiche,die dieses System untergraben und nicht die staatlichen Unis oder Fachhochschulen.Wir brauchen eine freie Bildung für alle.
Finanz. Unterstützung aus der Wirtschaft führt per se zu Abhängigkeiten und dadurch auch zu (teilweise unbewusster) Anpassung. Projekte, die zB. genau das Arbeitsumfeld des Sponsors kritisch betrachten werden durch diesen niemals finanziert werden wollen und kommen so ins hintertreffen. Zudem gibt Fächer, die der Wirtschaft nichts bringen, dennoch wichtig sind für die Reflektion einer Gesellschaft
7 von 11 Uni Räte in Basel sind von Roche oder Novartis... Hallo!! Die Macht der Mächtigen wird immer grösser und alle die was anderes behaupten sind bereits manipuliert worden!!
Ich sags gerne nochmal. Ich finde es erstaunlich, dass es heutzutage noch Studenten gibt, die sich gegen Eliteunis, gegen verdummende Verschulung der Studenten, gegen Couchepins Eurobologna einsetzen. Sie könnten, wie der grosse Rest, ruhig ihr Studium beenden und dann einen möglichst hochbezahlten Job ergattern. Jeder für sich. Je weniger Konkurrenz, desto besser. Uni für mich, nicht für Alle!
@Hans Winkler: Gerade weil wir uns bewusst sind, dass der Staat und schliesslich der Steuerzahler viel Geld für die Universitäten und Fachhochschulen ausgeben, genau deshalb protestieren wir. Das Geld wird verschwendet für die Bürokratie, Einschränkung, die Verschulung und nicht zuletzt für ziemlich faule Professoren, die gerne nur Forschen wollen, obwohl sie auch einen Lehrauftrag haben.
@Privatisierung von Unis: Nein danke.Ein Blick in die USA genügt:Wegen der Krise sind ganze Studiengänge lahm gelegt worden,Dozierenden arbeiten ohne Lohn seit Monaten.Wer überlebt sind nur die Elite-Unis.Das ist kein Modell für die Schweiz.Der Dienstleistungssektor braucht know-how.Der Staat braucht eine breite und gut gebildete Bevölkerung.Die Gesellschaft braucht Entwicklungsperspektiven.
Als betroffener Student muss ich mit etwas Belustigung und etwas mehr Ärger feststellen, dass man uns Protestiernde versucht in die "faule Studenten" Ecke zu stellen. Ich studiere, ich arbeite und nebenbei nehme ich mir noch Zeit mir Gedanken zu meinem Studium zu machen, anstatt einfach nur in die Uni zu sitzen und zu konsumieren.
Massive Gebührenerhöhung und Privatisierung! Ich bin für eine zwei Klassengesellschaft! Jugend = Humankapital! Bildung sollte nur den Reichen vorbehalten bleiben! Und die Unis sind viel zu liberal! Ich will wieder das alte Schöne, Traditionelle, Nationalistische. Ich finde, dass mit 10 Prozent Akademiker ja jeder Prolo studieren darf. Und ich will in die SVP. Ich will Geld und ich will Macht. Haha
Ich erwarte von den Verantwortlichen der Uni, dass die Besetzer von der Universität ausgeschlossen werden. Es ist eine Zumutung für die Bevölkerung, wenn man weiss was ein Student die Oeffentlichkeit kostet. Handeln die Verantwortlichen nicht, muss in Zukunft Geld für die Universitäten reduziert werden. Vermutlich beziehen die Besetzer zusätzlich auch noch ein Stipendiun.
"WAS NICHTS KOSTET, IST NICHTS WERT...". schon vor 25 Jahren habe ich mir mein Studium an der HSG selbst finanziert (inkl. Studiengebühren und Lebensunterhalt), weil mein Vater zu wohlhabend war, als dass ich ein Stipendium bekommen konnte. Es hat mich stark und unabhängig für die Privatwirtschaft gemacht. Also liebe Studenten, hört auf zu jammern und lernt für die Welt da draussen!!!
@Snoren Ronensen,,gehts mir gut? Wo steht das? Ich kanns mir gar nicht leisten gegen meine Firma zu protestieren. Auch wenns mich nicht direkt betrifft, darf ich mich informieren und meine Meinung haben, zumal ich diese nach Gesprächen MIT Studenten, welche ja auch differenzierte Meinungen haben, gebildet habe. Nur weils ihnen meine Meinung nicht passt, müssen sie keine Rundumschläge produzieren.
@David Meier: Ich würde gerne wissen, was Sie unter "sehr armen Haus" verstehen. Von irgendwas mussten Sie ja auch leben. Wenn Sie in Zürich studiert haben, dann wissen Sie, dass man etwa 20'000 Fr./Jahr (1'700 Fr./Monat) zum Leben braucht und Luxus ist das nicht. Das muss man erst mal verdienen, wenn man ein Vollzeitstudium macht und keine Geldquellen (Eltern, Stipendien) hat.
Die Demonstrierenden haben meine volle Unterstützung. Wir brauchen in Zukunft keine neoliberalen Kopfnicker in den Bildungsstätten und in der Wirtschaft, sondern intellligente und integre Persönlichkeiten, die in erster Linie sich selber sind und erst zweitens das sind, was sie ausüben.
Bologna nicht schlecht, wenn es gut umgesetzt worden wäre. Ich habe Erfahrung mit der Oec-Fakultät der UZH und da wurde einfach der alte Studiengang ein wenig neu aufgeteilt und fertig. Freie Fachauswahl? Fehlanzeige! Kombination mit fakultätsfremdem Modulen? Lumpige 18 Punkte von 180. Erleichterte Anerkennung auswärtiger Leistungen? Denkste! Bologna in der Schweiz ist ein schlechter Witz!
Privatisiert endlich die Unis. Der Staat soll nicht die Uni als solche finanzieren, sondern der Staat soll die Studiengebühren der Studenten übernehmen. Dann gibt es auch eine Konkurrenz unter den Unis und die Studenten wüssten, wieviel ihr Studium die Bevölkerung kostet. Das jetzige System verleitet zu Hochmut!
Ich empfehle den protestierenden Studenten ein Zwischenjahr mit Arbeitspraktikum im realexistierenden Arbeitsleben. Weltfremde Phantasien dürften danach verschwunden sein.
@Jari Huber&Marcel Zürcher Sind die Zürcher Proteste überflüssig, nur weil es euch nicht persönlich betrifft? Je mehr Studenten protestieren desto lauter wird die zu verbreitende Message; nur weil es euch gut geht, heisst es noch lange nicht, dass ihr nicht für diejenigen demonstrieren sollt, denen es schlecht geht. Sonst waren ja z.B. an der Anti-IrakkriegDemo auch alles nur “hippe“ Mitläufer...
Die Bologna Idee war gut und basierte auf mehr Freiheit, Transparenz und Mobilität! Die Reform und Umsetzung hat gerade das Gegenteil bewirkt. Ausserdem wollten die Professoren und Dekane etc. gar keine Reform, weil das nur mehr Arbeit bedeutet. Also hat man es sich bequem gemacht und lässt den Frust an den Studenten aus mit mehr Planwirtschaft und mehr Einschränkungen. Logisch wer sich da wehrt.
Mit der schweizerischen pingeligen Umsetzung der Bolognareform verkommen unsere Universitäten zunehmends zu Schulen. An solchen Universität möchte kein Studium mehr absolvieren. Was lange gärt, wird endlich Wut!
Diejenigen die gerne mit dem Stereotyp "Bummelstudenten" hantieren können sich schlichtwegs nicht vorstellen, das viele davon sich den Unterhalt selber verdienen oder aufbessern müssen.
Liebe Studenten die Ihr da protestiert, habt ihr eine Ahnung wie privilegiert ihr seid? Die jungen Leute welche eine Berufslehre machen, arbeiten den ganzen Tag und abends machen sie die Schulaufgaben. Denen wird auch nicht alles bezahlt. Und die einfachen Leute die arbeiten, finanzieren mit ihren Steuern Euer Studium und später Eure hohen Löhne.
Wieso können nicht mehr Studis (und auch Profs und Assis!!) mobilisiert werden? Hat die Bologna-Doktrin schon bei den meisten Studis angeschlagen? D.h. schnell schnell Credits sammeln, das Studium in 5 Jahren durchwürgen und dann möglichst schnell Kohle verdienen?! Der universitäre Gedanke starb mit der Einführung von Bologna, nämlich die eigene Wahl der zu studierenden Themen und Interessen...
Die Studenten in Zürich haben es besser als die in Wien? Ist eine paradoxe Aussage angesichts der Tatsache, dass ja in beiden Unis Bologna gilt. Es ist nicht nur der finanzielle Aspekt (Studiengebühren, Präsenzpflicht); die StudentInnen demonstrieren auch dafür, dass sie wieder im Studium denken dürfen, und die Fakten hinterfragen dürfen. Mit Bologna ist Studieren reines Auswendiglernen geworden.
@Jari Huber,,,danke, endlich jemand der's aus der richtigen Warte sieht. Hier, so dünkt michs, macht man einfach mal mit weils grad hip ist. Das eigentliche, meines Erachtens, berechtigte Anliegen, ist hier nicht gegeben. So zumindest hör ich das von mir bekannten Studenten.
Bologna ist ein Riesenfehler! Meine vollste Sympathie haben die Unibesetzer. Die neoliberale Denkweise bringt uns alle ins Grab. Jeder will nur angepasst und nützlich sein um dem System zu dienen, unter dem er leidet.
Wenn ich die Kommentare hier lese, die gegen die Studentenbewegung sind, dann kommt es mir unweigerlich so vor, dass es genau solche Leute sind, die weder eine Ahnung von Bildung auf Universitätsniveau haben noch sich genauer mit der Materie auseinandersetzen, sondern einfach irgendwas auf "Blick-Niveau", wenn man davon überhaupt sprechen kann, rausposaunen. Vielleicht ist es auch nur blanker Neid
Zitat: Folgen der Bologna-Reformen: Verschulung des Studiums, Präsenzkontrollen in den Vorlesungen, Studiengebühren, Einfluss der Privatwirtschaft auf die Forschung. Kommentar: Die Anliegen sind allesamt berechtigt. Nur ist die Bolognareform für Präsenzkontrollen, Studiengebühren und den Einfluss der PW lediglich höchstens ein Katalysator, jedoch nicht die Ursache! Sorry...
War doch voraussehbar,dass einige "Studikinder" dem Vorbild ihrer Brüdern und Schwestern jenseits des Rheins nachträglich nacheifern müssen.Das war schon immer eine "grosse" Stärke einer kleinen Minderheit der Studis an der Uni Zürich.
Geschätzte Studierende, was die Kosten lt. Pascal Hunziker von CHF 600.-- pro Semester anbelangt ist für schweizerische Einkommensverhältnisse nahezu lachhaft. Zurzeit wohne ich in Russland und der Sohn meiner Lebenspartnerin studiert in der UNI Ekaterinburg (Ural). Die Kosten für ein Semester betragen 27`500 Rubel was ca. CHF 1`000.- entspricht und das bei einer absolut desolaten Infrastruktur!
Als ETH-Abgänger der letzten Jahre kann ich diese Demonstrationen nicht verstehen. Ich bin aus einem für schweizerische Verhältnisse sehr armen Haus und doch bin ich ohne finanzielle Probleme gut durch das Studium gekommen. Im Studium muss man nun mal auf Luxus verzichten, wer das nicht schafft, soll sich einen Job suchen. Aber es geht hier wohl mehr ums Demonstrieren an sich - ist halt cool...
@Peter Kunze: Stimme Ihnen vollumfänglich zu, den "ewigen" Studenten muss Einhalt geboten werden, eine solche Mentalität ist nach dem Studium in der Privatwirtschaft schlicht nicht erwünscht und unbrauchbar. Und wer dann wieder bezahlt ist ja auch klar: Wieder der Staat und somit wieder die Steuerzahler/innen.
Auch wenn man über die Form der Proteste (sowie die Forderung zur Abschaffung der Studiengebühren) geteilter Meinung sein kann, genügt es doch nicht, einfach zu sagen, eine paar faule Studenten wollen weniger zahlen. Es sind gegenwärtig hunderttausende Studenten auf der Strasse und das aus berechtigtem Grund: Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft den Lehrplan bestimmt.
Ich selbst habe sowohl an der ETH als auch an der Uni ZH studiert und abgeschlossen. Ich bin nicht davon ueberzeugt, dass die Mehrheit der Studenten hinter diesen Protesten steht. Bologna hat Schwaechen, aber bringt auch Vorteile fuer die Studenten. Ausserdem ist das Angebot in ZH sehr gross und die Studiengebuehren minimal (vgl. mit Uni Oxford: CHF 10'000/yr!) Geht zurueck in die Vorlesung!
Ich hoffe die dadurch entstandenen Kosten, werden durch den ordentlichen Uni-Etat gedeckt.
Es ist traurig zu sehen, dass es immer noch solche Uraltklischees gegen Studenten gibt. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass Stipendien alles andere als selbstverständlich sind und das "lockere" Studileben so locker eben nicht ist. Auch wenn ich mit der Aktion nichts anfangen kann, haben Studenten, genau wie auch "Büezer", das Recht, für ihre Rechte zu manifestieren.
@ tanner leo: Herzlichen Dank für Ihren präzisen, kritischen Beitrag! Es gibt auch Studenten mit einem grossen Intelligenzu- und Veränderungs-potenzial, die es mit ihrer Ethik nicht vereinbaren können, unter diesen (privatwirtschaftsorientierten) Umständen weiterzustudieren. Das ist ein Jammer, von dem die Gesellschaft kaum etwas vernimmt.
Sehr wohl kommt die Besetzung aus der radikalen Ecke. Uni von Unten wollte die Besetzung ja schliesslich nicht. Durchgesetzt hat sie die radikale "RJZ" (Revolutionäre Jugend Zürich).
Über die Institution "Unirat" und dessen Zusammensetzung müsste man dringend nachdenken. Die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Stoff ist z. T. wegen der grossen Stoffmenge nicht möglich. Dies ist ja auch nicht besabsichtigt, weil man ja die Anzahle Studierender senken möchte. Es wird Zeit, dass die Studierenden als mündige Erwachsene und Hauptbetroffene mehr Mitsprache haben dürfen.
Wer argumentiert, dass man ja locker vom Hocker Stipendien beantragen könne, hat das ganze Bewilligungsprozedere noch nie mitgemacht. Ich komme aus einer "bildungsfernen" Schicht und musste mir diese mickrigen Stipendien, welche allerhöchstens die Semestergebühren deckten, erstreiten. Nicht zu erwähnen, dass die Stipendien über Jahre hinweg immer weniger werden.
Ich bin selber Stundent an der Uni ZH und verurteile die Besetzung des grössten Hörsaales aufs Schärfste. Wir haben sonst schon extrem knapp bemessene Infrastruktur und jede besetzte Stunde verhindert Vorlesungsbesuch von rund 600 Erstsemestlern. Dieser Saal ist wegen seiner grösse vor allem mit wichtigen Grundlagenvorlesungen für Erstsemestler Jus, Wirtschaft und Psychologie besetzt.
Ich frag mich was de Bachelor eigl. noch wert ist, jeder kann heutzutage studieren und viele tun es auch,das dies zu einer massiven Überschwemmung am Markt führt scheinen viele nicht wahrhaben zu wollen,solche Blasen gab es schon oft und bei einer Überkapazität mussten viele wieder einmal umschulen, vorallem jetzt wo in vielen Bereichen eine massive Verkleinerung bevorsteht gibs Überkapazitäten.
Einige Anliegen sind sicherlich berechtigt - die Präsenzpflicht etwa ist ein schlechter Scherz. Wer allerdings einen Vortrag von Herrn Vasella verhindert, sollte sich erst mal mit Voltaire beschäftigt, bevor das Wort Demokratie strapaziert wird. 'uni von unten' wirkt ausgesprochen intolerant.
@felix janker: die einzige Interpretation des "internationalen Kontext" ist, dass es hier offenbar viele Mitläufer gibt. Zürich ist nicht Wien. Den Zürcher Studenten geht es ziemlich gut (ich bin auch Student, berufstätig und nicht aus speziell gutem Hause oder so)
Die Reformen haben dazu geführt, dass manche Professoren die Uni nur noch als Pflichtdienst neben ihren privaten Frimen betreiben. Gleichzeitig trieben die neoliberalen Sparmassnahmen die Studentenzahlen pro Dozent (es gibt ja auch noch Dozenten ohne Professur und Firmen...) in die Höhe getrieben. Und die Verschulung via Bologna machte das Studium zu einem einzige Willfährigkeits-Test.
Wenn ich die Äusserungen, die sich gegen die Protestbewegung der StudentInnen richten, lese, dann komme ich nicht umhin zu denken, dass diese exemplarisch dafür stehen, wogegen sich nämlich die Bewegung ausspricht. Gegen oberflächliche Meinungsbildung,auswendig gelernte Parolen aus dem Schulbüchlein einer polarisierenden Politik und gegen eine in vorgezeichneten Bahnen funktionierende Jugend.
Die Umsetzung des Bologna-Protokolls ist sicher mangelhaft und kommt der Industrie sehr entgegen. Dass die Studis sich wehren ist okay, denn ohne Studis keine Uni. Die Wahl der Mittel veilleicht fraglich, aber typisch und (medial) wirkungsvoll. – @ Peter Kunze: Ihr Kommentar zeigt, dass Sie aber auch gar keine Ahnung vom Bologna-Protokoll und seiner Umsetzung haben.
Protestbewegungen junger Menschen gehen oft tiefer als die vordergründige Affiche (Bologna). 20 Jahre nach dem Mauerfall leben wir zwischen neoliberalen Exzessen und sozialdemokratischer Bequemlichkeit. Bologna ist dafür auch eine Metapher. Diese ängstliche, merkantile, technokratische Zeit braucht dringend Erneuerung, die nur von der Kraft und Unabhängigkeit der Jungen angeschoben werden kann!
Die Bedingungen zu studieren sind mit Einführung des Bach./Master für Leute aus weniger vermögenden Verhältnissen härter geworden. Mit der Präsenzpflicht wird es noch schwieriger Teilzeit zu arbeiten und Stipendien werden ohnehin meist zu wenig gesprochen. Dadurch wird gewissen Gruppen die Möglichkeit zu studieren verwehrt. Eine vertiefte Diskussion zur Bildungspolitik ist schon lange überfällig!
Die Bolognareform ist sicherlich mehr als nur missglückt. Allerdings gibt es in Zürich sehr viele Möglichkeiten, politisch mitzuwirken und etwas zu verändern. Würde es ihnen also um eine echte Verbesserung gehen könnte dies viel einfacher auf anderem Weg erreicht werden. Nur leider haben die Studierenden ihnen gerade das Vertrauen an den Wahlen entzogen. Das können sie offenbar nicht akzeptieren.
Von ihrer Leserschaft hätte ich etwas mehr Niveau erwartet. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thama scheint jedoch nicht möglich. Dass der internationale Kontext nicht zu Interpretationen und Schlüssen führt, unterstreicht dies. Der Blick über den Tellerrand scheint ganz einfach nicht vorhanden.
Gute Aktion, endlich erhebt sich jemand gegen die Politik der letzten Jahre. Weiter so!
@von Känel 19:29: ein bisschen haben Sie recht mit "undemokratisch". Die Unis sind undemokratische Institutionen. Und wo keine Demokratie herrscht, muss man halt mit anderen, wilderen, unkontrollierbaren Formen von Willenskundgebungen rechnen. Würden unter solchen Umständen keine Proteste stattfinden, müsste man sich ernsthaft sorgen um die Zukunft!
(Muttersprache italienisch). "Kindsköpfen", "Linkselite" wird man benannt. Darf ich den Herrschaften daran errinern dass wir volljährige Menschen sind? Ja, unter uns gibt es Extremen. Ja, gewisse Forderungen mögen übermässig tönen. Warum aber diese Hostilität? Ich schlief gestern Nacht gerade 2 Stunden , um meine "Hausaufgaben" zu erledigen. Man höre sich doch zuerst an, was wir zu sagen haben.
Einst war ein Studium ein Privileg, heute eine Zumutung!? Wem es an einer "Uni" nicht passt, soll die persönlichen Konsequenzen ziehen! Das Tiefbauamt benötigt stets Personal...
diese arroganz, indem man leute einfach in eine gewisse ecke drängt ist kaum auszuhalten. die forderung der studenten sind durchwegs legitim, z.b.; präsenzpflicht bei allen fächern verunmöglicht es einem bekannten von mir wochentags zu arbeiten, aufgrund finanzieller verhältnisse wird ein studienabbruch in erwägung gezogen. solche und andere entwicklungen anzuprangern ist nichts linksextremes
Bin auch ein Student an der Uni ZH - auch einer der sich von diesen Protesten distanziert. Das Angebot der Universitäten ist enorm - alles wird Angeboten... Wer für diese Leistungen nicht mal ca. 600.- pro Semester bezahlen kann / will lebt realitätsfremd! In Härtefällen greift immer noch das Instrument der Stipendien oder jenes der Darlehen... Hört auf zu jammern, wir haben es verdammt gut!!!
Zugegeben: Bologna hat sehr wohl seine Schwächen und es ist wohl auch in Ordnung, dass Studenten dem Nachdruck verleihen. Ich kann und will mich aber nicht mit Vertretern linksextremer Gruppierungen (revolutionärer Aufbau, RJZ) solidarisieren, die bei dieser Besetzung sehr wohl mitwirken und eine tragende Rolle spielen.
Wie hübsch. Ein paar Phil-I Studis stellen fest, dass man ihr Spielzeug (studentisches Bummeln) weggenommen und durch ein Werkzeug (Prüfungszwang) zum arbeiten ersetzt hat. Wenn ich zudem bedenke, was mich als Steuerzahler jeder Studi kostet sind die Semestergebühren nicht mal ein Tropfen auf dem heissen Stein. Bedaure, aber dieser Protest ist selten unnötig und Showbühne für Möchtegernrevoluzzer.
@guy schvitz: Was wurden an der UZH für Sparmassnahmen beschlossen? Jedenfalls ist es schizophren, Sparmassnahme zu beklagen und gleichzeitig gegen Drittmittel zu protestieren. Ich kenne nur die Oec-Fakultät aber da sind die Probleme ganz anders gelagert: Halbherzige Bologna-Umsetzung, katastrophale Organisationsmängel, inkompetentes Dekanat, didaktisch unfähige Dozenten, etc.
die uni sollte sich mehr in der kritik der reinen vernunft üben, als dem kapital zudienen.
Es scheint mir da so, dass gewisse Damen und Herren den Unterschied zwischen einer Berufslehre und einem Universitätsstudium nicht kennen: Mich wundert es keinen Moment, dass diese Proteste nicht an der ETH stattfinden: Dort wird man vom Bolognasystem auch nicht vom Studieren abgehalten, weil eben ein berufsparktisches Studium anders Funktioniert, als ein wissenschaftsorientiertes.
Ich kann mich guy schvitz nur anschliessen. Auch ich habe mich den Protesten angeschlossen. Und ich bin zwar nicht gerade rechts aber bestimmt nicht liksextrem. Auch dr Vorwurf wir ziehen dem Arbeiter das Geld aus der Tasche ist schlecht. Wer setzt sich an der Uni Basel für bessere Löhne der Angestellten, insbesonderen des Putzpersonals ein? Es sind die Protestierenden der Uni Basel.
die teilnehmer sind keineswegs linksextrem sondern sind gewöhnliche studenten, welche sich hauptsächlich von den beschlossenen sparmassnahmen betroffen führen, welche sich mit den europaweiten unibesetzungen solidarisieren.
Ich bin selbst Student (27) und arbeite nebenbei noch 60%, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Darum stört es mich, wenn diese Damen und Herren Demonstranten mit stupiden, unnötigen Forderungen auf den Platz treten. Nur wer Leistung zeigt, soll auch studieren können und so günstig gibt es Top-Ausbildungen kaum wo. Weltfremde, verwöhnte Jugend, die besser lernen und arbeiten sollte. Schade!
Nix besseres zu tun? Es wundert nicht, dass diese Demo nicht in der ETH oder einer der renommierteren Fachhochschulen stattfindet - dort scheinen die Kommillitonen den Ernst des Lebens begriffen zu haben. Aber solange die von unsbezahlten und politisch recht einseitig geprägten Alt-68 er den phil I Seminaren ihren Stempel aufdrücken, müssen wir wohl damit leben.
Wir einfache Leute strampeln uns zur Decke, nie wissend, wann der Job draufgeht. Diese linksradikale Elite mit ihren unrealistischen Forderungen will diesen ganzen "Scheissdreck" von 1969 wiederholen und in 30-40 Jahren sind diese Utopisten wieder an der Macht, wie jetzt die Alt-68er.
Zitat Artikel: "Notiz an die Redaktion: Folgt mehr nach der Versammlung bis 21 Uhr " Na da freuen wir uns aber auf 21 Uhr ;-)
Uni von unten ist eine lächerliche gruppe von kindsköpfen, die spass daran finden, Revolution zu spielen. Sie repräsentieren auf keinen fall die meinung der mehrheit der studenten.
Ein paar Extremisten spielen hier ein bisschen 68er, während die grosse Mehrheit gewisse Anliegen zwar ansatzweise teilt, aber ein solches Vorgehen weder als sinnvoll noch als notwendig erachtet. Bleibt also zu hoffen, dass das undemokratische Verhalten der Protestierenden dem Ruf politisch aktiver Studenten jeglicher Couleur nicht zu sehr schadet.
uni zh und bern besetzt. hunderttausende inganz europa auf der strasse. den studis langts wies scheint...
Ich als Student bleibe von diesen linken Studenorganisationen lieber zu Hause. Die sollen selbter ihre Hausaufgaben machen , als immer protestieren. Ich bin an der Uni zum Lernen. Habe keine Zeit diese arroganten, selbsternannten Studenfuehrer zu beklatschen. Hoert endlich auf, geht in die Vorlesung.
Eine Diskussion ist mit den Organisatoren leider nicht wirklich möglich - mitzumachen ist mit gutem Gewissen nicht möglich, da die Organisatoren vor allem durch ihre einseitig und linksextremen Ansichten charakterisieren lassen (von Antifa bis zur Free-Tibet Fraktion). Da bleibe ich wirklich lieber fern von den Protestierenden, man kann sich nicht konstruktiv mit der Unipolitik auseinandersetzen.
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