Die besten Zürcher Restaurants – Atlantis steigt bei Michelin hoch ein

«Guide Michelin» hat wieder geurteilt: In der Stadt Zürich ist jetzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen lanciert.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Freude herrscht am Fusse des Uetlibergs: Nach nicht einmal einem Jahr als Küchenchef im Restaurant Ecco, dem Gourmetlokal des Hotels Atlantis by Giardino, bekommt Stefan Heilemann zwei «Michelin»-Sterne. Er gehört damit offiziell zu den besten Köchen im Raum Zürich.

Der 34-jährige Heilemann, der sich erst nach einem Wirtschaftsgrundstudium auf dem zweiten Bildungsweg für den Kochberuf entschied, besticht mit ebenso präzisen wie gewagten Kreationen: So scheut er nicht davor zurück, auch mal edle Entenleber mit eingelegten, säuerlich-salzigen Sardinenfilets zu vermählen. Dieser Mut ist jetzt belohnt worden.

Der grosse Konkurrent: Heiko Nieder

Stefan Heilemann ist nicht der einzige Koch auf Zürcher Stadtboden mit zwei Sternen: Auch Heiko Nieder (The Restaurant, Hotel Dolder Grand) wird von den Testern erneut ebenso hoch eingeschätzt. Die beiden Chefs gehören damit zu den Küchenchefs, die auf einer Reise «einen Umweg verdienen», wie es per Definition im bordeauxroten Büchlein so schön heisst. Mal sehen, wie der zweite massgebliche Restaurantguide in der Schweiz, der «Gault Millau», dieses innerstädtische Kopf-an-Kopf-Rennen einschätzt - er erscheint am kommenden Montag.

Auch Rico Zandonella, der Nachfolger von Horst Petermann in den Kunststuben in Küsnacht, in unmittelbarer Nähe der Stadt, nennt zwei «Macarons», wie die «Michelin»-Sterne in Frankreich gern genannt werden, sein eigen.

Neu in der Umgebung von Zürich mit einem Stern ausgezeichnet («sehr gute Küche») ist übrigens das Restaurant Pur in Pfäffikon. Es zieht damit gleichauf mit rund einem Dutzend anderen Lokalen in der Region, darunter so empfehlenswerte Adressen wie etwa die Sihlhalden in Gattikon oder das Sein in der Zürcher City.

Es gibt auch Verlierer im Raum Zürich

Rausgefallen sind das Spice in Zürich und der Hirschen in Eglisau nach Abgang der jeweiligen Küchenchefs. Nicht mehr gelistet ist auch das japanische Restaurant Ryokan Hasenberg, wo eine Konzeptänderung ansteht. Hans-Peter Hussong von der Wirtschaft zum Wiesengrund in Uetikon am See – wo unter anderem Andreas Caminada und Nenad Mlinarevic einen Teil ihrer Lehrzeit verbrachten – wurde von zwei auf einen Stern deklassiert.

Gesamtschweizerisch werden im «Guide Michelin» weiterhin nur ausgewählte drei Restaurants mit der Höchstauszeichnung von drei Sternen bedacht («Die Küche ist eine Reise wert»): das Schloss Schauenstein in Fürstenau von Andreas Caminada; das Cheval Blanc im Basler Hotel Trois Rois mit Peter Knogl am Herd sowie das Château de Ville in Crissier, wo seit dem Tod von Benoît Violier sein bisheriger Stellvertreter Franck Giovannini die Küche leitet.

Der «Guide Michelin» 2017 ist ab Freitag, 7. Oktober 2016, im Buchhandel erhältlich.

Die schönsten Dachrestaurants der Welt:

Erstellt: 05.10.2016, 13:10 Uhr

Guide Michelin: Schweiz mit der höchsten Sterne-Dichte

Die Schweiz weist im Guide Michelin 2017 pro Einwohner in Europa die höchste Sterne-Dichte auf. Insgesamt haben die Restauranttester 117 Häuser mit einem oder mehreren Sternen ausgezeichnet.

Damit hat die Schweiz innerhalb von fünf Jahren um über 20 Prozent zugelegt, wie die Herausgeber des ab Freitag im Handel erhältlichen Guide Milchelin 2017 am Mittwoch mitteilten.

Aufsteiger gibt es in der Kategorie mit zwei Sternen, die neu 19 Adressen aufweist. Neu in die Zwei-Sterne-Liga aufgerückt ist das «Silver» in Vals GR, das im vergangenen Jahr erstmals mit einem Stern ausgezeichnet wurde.

Dazu kommt das «Ecco Zürich», das auf Anhieb zwei Sterne erhielt. Zusammen mit dem Zürcher Betrieb zählt die Giardino Group damit drei Zwei-Sterne-Restaurants in ihren Reihen. Die dritte neue Zwei-Sterne-Adresse in der Schweiz ist das «After Seven» in Zermatt VS.

Unverändert sind die Drei-Sterne-Häuser. Das «Restaurant de l'Hotel de Ville» in Crissier bei Lausanne erhielt auch unter dem neuen Küchenchef Franck Giovannini die Spitzenwertung. Bestätigt wurden im Restaurant- und Hotelführer zudem die Top-Restaurants «Schauenstein» in Fürstenau und «Cheval Blanc by Peter Knogl» im Basler Grandhotel «Les Trois Rois». Nur etwa 100 Adressen weltweit tragen das Spitzenprädikat für exzellente Kochkunst.

Zwölf neue Ein-Stern-Betriebe

Bei den Ein-Sterne-Häusern figurieren neu 95 Betriebe im Guide Michelin. Das sind zwölf neue.

Einen neuen Höchststand verzeichnet der Gastro-Führer auch bei den Restaurants mit «Bib Gourmand». Es handelt sich dabei um Betriebe, die sorgfältig zubereitete Mahlzeiten zu einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Ein Drei-Gänge-Menü ist dort für bis zu 70 Franken erhältlich.

Die Ausgabe 2017 des Guide Michelin empfiehlt insgesamt 954 Restaurants und 545 Hotels in allen Preisklassen. Das Spektrum reicht von der einfachen und gut geführten Familienpension über das Sport- und Wellnesshaus bis hin zum traditionsreichen Grandhotel sowie vom Landgasthof bis hin zum Gourmetlokal. (sda)

Die Kronenhalle gehört laut einem neuen Ranking zu den 10 besten Restaurants der Welt. Restaurantleiter Christian Dangel sagt, warum.

Artikel zum Thema

Vom Luxus, Schwein zu haben

Die gehobene Gastronomie entdeckt Spareribs und Schweinebauch neu. Renommierte Küchenchefs legen viel Wert auf die Herkunft des Fleisches. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

TA Marktplatz

Kommentare

Die Welt in Bildern

Beinfreiheit einmal anders: Im sächsischen Niederwiesa machen riesige Frauenbeine auf die Ausstellung «High Heels - die hohe Kunst der Schuhe» aufmerksam, die im nahen Schloss Lichtenwalde zu sehen ist. (23. Mai 2017)
(Bild: Sebastian Willnow/DPA) Mehr...