Zürich
Drogen durch den Diensteingang am Flughafen geschmuggelt
Von Thomas Hasler. Aktualisiert am 24.08.2011 21 Kommentare
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Der 57-jährige, ursprünglich aus Ghana stammende Holländer hatte im Herbst 2008 einen als Flughafenangestellten tätigen Landsmann gefragt, ob er bei «Kokainarbeiten mitmachen wolle». Er wollte nicht. Er vermittelte dem Mann aber einen ursprünglich ebenfalls aus Ghana stammenden Schweizer.
Dieser übernahm in einem Restaurant im Transitbereich mindestens fünf Kilo hochwertiges Kokain, das ein Kurier von Südamerika nach Zürich transportiert hatte. Er schleuste das Rauschgift durch unkontrollierte Dienstdurchgänge an den Zoll- und Sicherheitskontrollen vorbei zu einer Bushaltestelle in Glattbrugg, wo der Holländer die Drogen übernahm.
Gravierendes Sicherheitsrisiko
Gut einen Monat später sollten weitere acht Kilo auf diese Weise in die Schweiz geschmuggelt werden. Zu einer Übergabe an den Schleuser kam es aber nicht, weil der Kurier in einer Kontrolle der Zollbehörden hängen blieb. Als ein halbes Jahr später eine weitere Lieferung von vier Kilo in der Schweiz ankam, waren die Behörden den Tätern bereits auf der Spur. Nachdem der Schleuser das Kokain vom Transit- in den öffentlichen Bereich gebracht hatte, wurde er verhaftet.
Während der Schleuser zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt wurde, bestrafte das Obergericht den Holländer gestern mit sechs Jahren. Mit einer «Methode neueren Datums», der Rekrutierung eines Schleusers, habe er «ein gravierendes Sicherheitsrisiko geschaffen». Das Risiko, entdeckt zu werden, sei nämlich minim.
Angestellter einer Sicherheitsfirma
Allerdings: Laut Stefan Oberlin, Sprecher der Kantonspolizei, führen Polizei und Zoll auch bei Dienstdurchgängen immer wieder Kontrollen durch. Es komme «hin und wieder vor», dass ein Schleuser erwischt werde. Oft handle es sich um versuchten Drogenschmuggel.
Bei der Flughafen Zürich AG ist das Phänomen Schleuser nicht bekannt. Beim erwischten Schmuggler habe es sich um keinen ihrer Angestellten gehandelt. Im Flughafen seien 270 Firmen vertreten. Tatsächlich war der Schleuser Angestellter einer Sicherheitsfirma.
Am Flughafen Zürich müssen seit Mitte 2008 die Mitarbeitenden zwar die gleichen Sicherheitskontrollen durchlaufen wie Passagiere. Die Umsetzung dieser EU-Verordnung verursachte Kosten von 30 Millionen Franken. Sie betrifft laut Sprecherin Sonja Zöchling aber nur die «sensitiven Bereiche», die für die Sicherheit des Luftverkehrs von Bedeutung sind. Davon nicht tangiert sind der Einkaufsbereich oder die Gepäckrückgabe. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.08.2011, 07:10 Uhr
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