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Dümmer, als die Polizei erlaubt

Von Stefan Hohler. Aktualisiert am 04.01.2012 17 Kommentare

Vom falschen Missionar bis zum Notruf wegen eines Sexspielzeugs: Aus dem Kuriositätenkabinett der Zürcher Ordnungshüter.

Missionarische Kokser, verwirrte Autodiebe und eingesperrte Räuber: Die Kür des dümmsten Verbrechers 2011 fällt nicht leicht.

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Wer hat sich im Jahr 2011 den Titel «Dümmer, als die Polizei erlaubt» verdient? Diesmal war die Kür des Gewinners besonders schwierig, hat doch die Polizei gleich drei Männer und eine Frau verhaftet, die allesamt für diese zweifelhafte Ehre infrage kommen.

Da wäre zunächst einmal der rumänische Kokainschmuggler, der sich im Flughafen Zürich als Baptisten-Missionar tarnte. Er war von Brasilien nach Brüssel unterwegs. Bevor ihm der Kantonspolizist am Zoll eine gute Weiterreise wünschte, fragte er beiläufig, ob er die Bibel sehen dürfe. Der Würdenträger musste passen. Er trug zwar die angemessenen Kleider – das Buch Gottes hatte er aber leider vergessen.

Von hinten nicht wie von vorne

Ziemlich ungeschickt verhielt sich auch ein Diebespärchen, das an einem gestohlenen Auto Nummernschilder montiert hatte, die ebenfalls geklaut waren. Dummerweise waren es hinten und vorne zwei verschiedene. Einem Kantonspolizisten fiel der Wagen in Wädenswil-Au jedenfalls sofort auf. Bei der Kontrolle konnte die Polizei dann eine 18-jährige Griechin und einen 20-jährigen Kroaten verhaften.

Beim dritten Titelanwärter handelt es sich um einen Autofahrer, der zu schnell unterwegs war und geblitzt wurde. Der Lenker war sich jedoch nicht ganz sicher, ob wirklich ein Radarkasten vorhanden war. Er wendete und fuhr mit gleichem Tempo zurück – und wurde dabei wieder geblitzt. Er hatte offensichtlich nicht gewusst, dass es Radargeräte gibt, welche die Strasse in beiden Richtungen überwachen können.

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Knapp nicht in die Kränze geschafft haben es zahlreiche weitere gescheiterte Gesetzesbrecher. Etwa der 30-jährige Deutsche, der in einer Juninacht bei der Einfahrt Aubrugg auf die Autobahn A 1 in Zürich in einer Geschwindigkeitskontrolle hängen geblieben ist. Er war mit Tempo 123 durch einen 60-km/h-Bereich gebolzt. Der Porsche-Lenker kehrte kurze Zeit später zum Messgerät zurück – zu Fuss. Offenbar wollte er schauen, ob das Gerät in Betrieb war. Eine Polizistin, welche die Messung durchgeführt hatte, bemerkte ihn. Der Mann wurde sofort verhaftet, sein Auto beschlagnahmt.

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Pech hatte ein 19-jähriger Schweizer, der in Winterthur im Februar Marihuana an vier «Balkan-Typen» verkaufen wollte. Statt Geld erhielt er Prügel, seine Begleiterin eine Ohrfeige. Als er diesen Vorfall bei der Polizei meldete, handelte er sich eine Anzeige wegen Drogenhandels ein.

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Nicht mit der Geistesgegenwart der Verkäuferin rechnete ein Räuber, der den Kiosk am Hegibachplatz überfallen wollte. Statt dem Räuber das Geld auszuhändigen, flüchtete die Frau durch den Hinterausgang. Sie rannte um den Kiosk herum und verriegelte von aussen die Vordertür. Die alarmierte Stadtpolizei konnte den eingesperrten Mann im Kiosk problemlos festnehmen.

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Einen ziemlich peinlichen Polizeieinsatz erlebte ein Mann in der Zürcher Oberländer Gemeinde Wald. Dieser hatte in einem Sexshop Handschellen gekauft und probierte sie im trauten Heim aus. Leider konnte er die Handschellen danach nicht mehr öffnen, obwohl er einen Schlüssel hatte. Da er allein in seiner Wohnung war, wählte er mit gefesselten Händen die Notrufnummer 117. Die ausgerückte Polizeipatrouille fand einen leicht bekleideten – und ziemlich verschämten – Mann vor.

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Wie ein Slapstick-Film muss der Unfall vom März in Zürich ausgesehen haben, bei dem zwei Autos und ein Abschleppseil die Hauptrolle spielten. Einer der beiden Wagen hatte zuvor eine Panne gehabt. Also schleppte ihn das andere Auto mit einem Seil ab. Am Albisriederplatz hielten die Fahrzeuge an. Und zwar so, dass das eine vor und das andere hinter einem Fussgängerstreifen zum Stillstand kam. Zwei Fussgänger, welche den Zebrastreifen überqueren wollten, bemerkten das gestreckte Seil dazwischen nicht und stürzten. Sie erlitten leichte Prellungen und Schürfungen.

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Anwohner an der Hohlstrasse in Altstetten vernahmen an einer Kleidersammelstelle ungewohnte Geräusche – und alarmierten die Polizei. Als die Beamten den Tex-Aid-Container mit einer Trennscheibe öffneten, staunten sie nicht schlecht: Darin befand sich ein Mann aus Rumänien. Dieser war zuvor durch den Kleidereinwurf in den Container gestiegen und wollte im Inneren übernachten.

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Ein Autoknacker lief in Spreitenbach AG einem Polizisten buchstäblich in die Arme. Der Tunesier öffnete ausgerechnet jenes Auto, in dem ein Polizist sass. Der Asylbewerber konnte trotz heftiger Gegenwehr verhaftet werden. Die Polizei hatte wegen der Diebstähle diesen Raum im Juli gezielt überwacht.

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Sternhagelvoll war ein Dieb, der in einem Zug nach Zürich einen Passagier bestehlen wollte. Er hing seinem Opfer noch am Rockzipfel, als dieses schnurstracks zum Polizeiposten im Hauptbahnhof eilte und den Dieb dort frei Haus ablieferte. Der Dieb hatte schlichtweg nicht gemerkt, wohin die Reise führte. Bevor die Kantonspolizei den Mann verhaften konnte, musste sie ihn in die Ausnüchterungszelle stecken.

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Teuer ist einen jungen Winterthurer das Urinieren im Freien gekommen. Der Betrunkene wählte ausgerechnet die Fassade der Polizeiwache am Obertor aus, um sich zu erleichtern. Die Stadtpolizei konnte ihn nach kurzer Flucht stellen und büsste ihn mit 80 Franken.

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Zu guter Letzt ein Müsterchen aus der Kategorie tragikomisch: Bei einer Verkehrskontrolle bemerkte die Stadtpolizei, dass ein Automobilist gar nicht mehr hätte fahren dürfen – er hatte seinen Führerschein längst abgegeben. Doch der über 80-jährige Rentner litt an Demenz und konnte sich nicht mehr an den «Billettentzug» erinnern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.01.2012, 07:36 Uhr

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17 Kommentare

Tobias Ebneter

04.01.2012, 08:55 Uhr
Melden 40 Empfehlung

Und seit wann ist die Vergangenheitsform von hängen "hängte"? Beherrschung der deutschen Sprache scheint keine Voraussetzung mehr zu sein, um an der Journalistenschule genommen zu werden. (s.h. Beitrag zu besoffenem Dieb) Antworten


Anja Dräger

04.01.2012, 10:24 Uhr
Melden 20 Empfehlung

Also 'Verbecher' als Überschrift auf der Startseite ist auch ziemlich amüsant.. Antworten



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