Dümmer, als die Polizei erlaubt

Die ungewöhnlichsten Fälle, welche die Polizeikorps in und um den Kanton Zürich 2009 erlebt haben.

Manchmal stellen sich Verkehrsteilnehmer auch freiwillig dem Alkoholtest.

Manchmal stellen sich Verkehrsteilnehmer auch freiwillig dem Alkoholtest. Bild: Keystone

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Gäbe es den Wettbewerb «Dümmer, als die Polizei erlaubt» tatsächlich, wäre eine 43-jährige angetrunkene Autofahrerin aus Rapperswil wohl die diesjährige Siegerin. Die Frau hielt an einer Verkehrskontrolle unaufgefordert an und fragte die verblüfften Polizisten, ob sie einen Atemlufttest machen dürfe. Sie wolle unbedingt wissen, ob sie weiterfahren dürfe oder ob sie schon genug Bier intus habe. Der Blastest war positiv, und die Frau erhielt eine Strafanzeige.

Unmaskierter Bankräuber

Nicht viel intelligenter verhielt sich ein Bankräuber in Baden. Der 33-Jährige betrat unmaskiert die Aargauische Kantonalbank und gab der Kassierin einen Zettel mit einer Geldforderung. Dabei wurde er von einer Überwachungskamera gefilmt und konnte rasch identifiziert werden. Schon am Tag darauf wurde er in Mallorca verhaftet. Seinem Arbeitgeber hatte er einen Abschiedsbrief mit den Worten «Lieber Chef, ich komme nicht mehr» geschrieben.

Selbst gedrehte Filme von Raserfahrten ins Internet zu stellen, kann ein teurer Spass werden. Dies erlebten zwei junge Männer, die sich in Wetzikon und Zürich vom Beifahrer mit dem Handy filmen liessen und den Film auf Youtube stellten. Die Kantonspolizei wurde bei Routinerecherchen auf die Filme aufmerksam. Die folgenden Ermittlungen führten zu den beiden Rasern.

Feuer auf dem Bildschirm

Mit einem einzigen Handgriff hat die Feuerwehr in Zürich ein loderndes Feuer gelöscht. Eine 89-jährige Frau alarmierte die Polizei, weil angeblich der Fernseher brannte. Die ausgerückte Feuerwehr fand aber weder Feuer noch Rauch. Des Rätsels Lösung: Das von Super-RTL in der Nacht ausgestrahlte Dauerbild eines lodernden Kaminfeuers hatte die Frau im Halbschlaf für echtes Feuer gehalten. Die Feuerwehr löschte den Brand mit der Fernbedienung.

Dass auch ein Polizeihund Freund und Helfer sein kann, hat ein junger Mann erlebt. Er wollte in Fehraltorf mitten in der Nacht seiner Mutter einen Strauss Sonnenblumen schneiden. Dabei verlor er auf dem Blumenfeld seinen Hausschlüssel und alarmierte die Kantonspolizei. Zehn Minuten später fand der Polizeihund den Schlüssel. Ähnlich erging es einem Mann in Turbenthal, dessen Freundin bei einem heftigen Streit den Autoschlüssel aus dem Fenster in den überwucherten Garten geworfen hatte. Die wegen der Auseinandersetzung ausgerückten Polizisten fanden den Schlüssel mithilfe eines Diensthunds wieder.

Lernfähiger Serien–Einbrecher

Ein 20-jähriger Einbrecher schaffte es, sich innerhalb von fünf Tagen zweimal von der Polizei verhaften zu lassen. Beim ersten Einbruch in ein Restaurant im Kreis 9 versuchte er zu flüchten und wurde von einem Diensthund in den Arm gebissen. Beim zweiten Einbruch in eine Wohnung im Kreis 7 zeigte er sich lernfähig: Er wählte die schmerzlose Methode und stellte sich widerstandslos den Polizisten mit dem Diensthund.

Wenn die Polizei ausrücken muss, ist in vielen Fällen Alkohol im Spiel. Beispielsweise bei einer Rettungsaktion in Winterthur. Die Stadtpolizisten mussten eine 27-jährige Frau aus dem Fluss ziehen. Der Grund für das unfreiwillige nächtliche Bad: Die betrunkene Frau wollte hinter einem Gebüsch ihre Notdurft verrichten und fiel ins Wasser.

Täter mit Alkohol im Blut

«Stockhagelvoll» war der Autofahrer, den die Polizei im Zürcher Seefeld aus dem Verkehr zog. Der Mann war buchstäblich am Steuer eingeschlafen; sein Auto blieb mitten auf einer Kreuzung stehen. Die Polizisten konnten den 37-Jährigen nur mit Mühe wecken. Ebenfalls sturzbetrunken war eine 55-jährige Einbrecherin, die ihren Tatort gezielt ausgewählt hatte: ein Restaurant in Obfelden. Die Frau liess sich ohne Widerstand verhaften.

In eine peinliche Situation geriet ein Freier in einem Oerliker Sexsalon. Nach dem Liebesspiel mit Handschellen war der Schlüssel spurlos verschwunden. Die alarmierte Stadtpolizei musste den Mann befreien.

Schmutzige Landung

Einen gefährlichen Ort, um sich vor Kollegen zu verstecken, wählte ein Knabe im Zürcher Rennweg-Quartier. Er kletterte in den Schacht eines Unterflurcontainers. Was er nicht wusste: Wird die Klappe des Einfüllstutzen geöffnet, öffnet sich auch die Klappe zum Aufbewahrungsraum – und der Junge fiel auf die Abfallsäcke.

Ein Lockenwickler sorgte am Zürichberg für Bombenstimmung in einer Tiefgarage. Ein Mann alarmierte aufgeregt die Stadtpolizei, unter seinem Auto liege eine Bombe. Als die Beamten nachschauten, entpuppte sich die Bombe als elektrischer Lockenwickler. Wie das Gerät in die Garage kam, ist nicht bekannt.

Wochenlang überlebte eine ungiftige amerikanische Kornnatter in einem Kühlschrank eines Mehrfamilienhauses in Winterthur. Ein neuer Mieter meldete der Kantonspolizei, im Kühlschrank befinde sich eine Schlange. Es stellte sich heraus, dass beim Mieterwechsel vor rund fünf Wochen die Schlange wohl in den abgetauten Kühlschrank geschlichen war. Dort hielt sie eine künstliche Winterruhe. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 30.12.2009, 04:00 Uhr)

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