Durch den Götterbogen auf die Säntisachse

Ob der Flugplatz Dübendorf zum Zentrum der Geschäftsfliegerei wird, ist noch nicht entschieden. Nichtsdestotrotz zeigt der Regierungsrat, wie er sich den Innovationspark auf dem Flugplatzgelände vorstellt.

Die «Säntisachse» führt vom Eingang, dem «Götterbogen», als Park Richtung Flugfeld. Oben auf der Visualisierung die Innovation Mall für Grossunternehmen, links davon die verlängerte Glattalbahn und das Innovation Village für kleinere Firmen.

Die «Säntisachse» führt vom Eingang, dem «Götterbogen», als Park Richtung Flugfeld. Oben auf der Visualisierung die Innovation Mall für Grossunternehmen, links davon die verlängerte Glattalbahn und das Innovation Village für kleinere Firmen. Bild: Visualisierung pd

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Heute Mittwoch sollte der Bundesrat entscheiden, welcher der zwei Bewerber den Zuschlag für den aviatischen Betrieb des Flugplatzes Dübendorf erhält. Damit hätte die Landesregierung untermauert, dass in Dübendorf künftig nicht wie von der Zürcher Regierung gewünscht nur Helikopter, sondern auch Flugzeuge fliegen. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass Dübendorf zur Basis der Businessaviation wird.

Die Landesregierung hat das Thema tatsächlich diskutiert, heisst es aus Bern. Doch ein Entscheid ist noch nicht gefallen. Dies soll am nächsten Mittwoch geschehen – voraussichtlich. Ob die aviatische Nutzung oder vielmehr der Innovationspark auf dem Gelände umstritten ist und damit für die Verzögerung sorgt, ist unklar. Dem Dübendorfer Innovationspark ist in anderen Kantonen Konkurrenz erwachsen.

Hosoya Schaefer macht das Rennen

Dessen ungeachtet hat der Kanton heute die städtebauliche Studie zum Innovationspark Dübendorf vorgestellt. Diese sieht zunächst die Entwicklung eines 25 Hektaren grossen Gebietes im nordwestlichen Teil des Flugplatzes vor. Die Studie bildet die Basis für den kantonalen Gestaltungsplan. Mit dessen Ausarbeitung haben die Projektpartner das interdisziplinäre Expertenteam Hosoya Schaefer beauftragt, wie die Zürcher Bau- und die Volkswirtschaftsdirektion mitteilten.

Hosoya Schaefer war eines von drei Teams, die innerhalb von vier Monaten unter anderem die städtebaulichen, räumlichen und verkehrsmässigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Innovationsparks beleuchteten. Bis im Sommer 2015 sollen nun die planungsrechtlichen Grundlagen entstehen. Dabei gilt es, die Arbeiten mit den laufenden Planungsarbeiten der Stadt Dübendorf, der Richtplanrevision des Kantonsrates sowie mit den laufenden und anstehenden Planungen des Bundes inhaltlich und zeitlich abzustimmen.

Innovation Mall mit Blick auf den Säntis

Die erste Etappe wird vom bestehenden Eingangsgebäude des Flugplatzareals an der Ecke Wangenstrasse/Rechweg aus in Angriff genommen, dem sogenannten Götterbogen. Dort beginnt die Säntisachse, die den Blick gegen Osten auf die Berge öffnet und als Park gestaltet werden soll. Als zentrale Achse Richtung Norden dient die Innovation Mall, mit einem städtischen, dichten Charakter. Hier ist die Ansiedlung von Grossfirmen und urbaner Infrastruktur geplant. Auf der äusseren Seite der Innovation Mall zwischen der verlängerten Glattalbahn und der Wangenstrasse liegt das Innovation Village, welches kleinere Nutzungseinheiten umfasst. Der Parkway, eine dreispurige begrünte Strasse mit breiten Trottoirs, schliesst den Innovationspark rückseitig ab. Gegen den Flugplatz, oder – sollte sich der Bund gegen eine weitere Nutzung mit Privatfliegern entscheiden – einen Naturpark mit grosser Allmend. Die Pisten würden zu Start- und Landebahnen für Modellflieger.

Das Gebiet südöstlich des Flugplatzeingangs bleibt von den Planungen vorerst unberührt. Laut Mitteilung wird es zu einem späteren Zeitpunkt, wenn entsprechende Bedürfnisse bestehen, detaillierter gestaltet. Das Verkehrskonzept sieht die räumliche Trennung von öffentlichem und motorisiertem Individualverkehr vor. Die Innovation Mall soll die zentrale Erschliessungsachse für den Fuss- und Veloverkehr sowie für die Glattalbahn werden.

«Identitätsstiftende Orte»

Das Konzept von Hosoya Schaefer verfüge über «einprägsame und identitätsstiftende Orte», heisst es in der Mitteilung. Schon in der ersten Etappe seien alle wesentlichen Elemente vorhanden. Darüber hinaus lasse sich das Konzept bedürfnisgerecht in kleinen oder grösseren Schritten entwickeln. Damit verfüge es über die nötige Flexibilität, um auf Unsicherheiten im Gesamtprozess eingehen zu können.

Parallel zu den raumplanerischen Themen treibt der Kanton die Planungen für die zukünftige Organisation des Innovationsparks voran. Ein Realisierungskonzept für die später zu gründende Trägerschaft soll bis zum ersten Quartal 2015 vorliegen. Im Sommer 2015 entscheidet der Bund definitiv über den Standort des Innovationsparks, neben Dübendorf bewirbt sich Lausanne.

Dübendorf baut sich um

Parallel zur Planung des Innovationsparks hat die Stadt Dübendorf die Testplanung für die umliegenden Gebiete Wangenstrasse, Bahnhof plus in Angriff genommen. Ziel sind die Trasseesicherung für die Glattalbahn-Verlängerung, die Erneuerung der Flugplatz-nahen Quartiere und die Verbesserung des ÖV-Knotens Bahnhof Dübendorf. Die grössten Veränderungen sind für die Häuserzeile entlang der Wangenstrasse zwischen Bahnhof und Flugplatz vorgesehen, ebenso für das Flugfeldquartier und das Areal südwestlich des Bahnhofs. Um die Wangenstrasse in diesem Gebiet attraktiv innerstädtisch zu gestalten, ist eine Verbreiterung der Strasse nötig, weshalb die Baulinie an der südöstlichen Seite zurückversetzt wird. Damit geht die Erhöhung der Ausnützung in diesem Gebiet einher, kombiniert mit einer Mindestgeschosshöhe von 4 Metern und dem Ausschluss von Wohnnutzung im Erdgeschoss.

Im Flugfeldquartier soll eine 4- bis 5-geschossige Bebauung möglich werden, ein besonderes Augenmerk gelte deshalb dem Erhalt der Grünräume im Quartier. Südlich des Bahnhofs, westlich der Bahnhofstrasse soll ein neuer Bushof mit grosszügiger Dachkonstruktion zum Identitätsmerkmal am Bahnhof werden.

Raum für Kultur und Gewerbe

Besonderes Augenmerk gilt der heutigen Gebäudezeile auf dem Flugplatzgelände in der Zone für öffentliche Bauten. Diese historischen Gebäude böten hohes Identifikationspotenzial, schreibt die Stadt Dübendorf in ihrer Mitteilung zur Planung. Sie sollen deshalb mehrheitlich erhalten bleiben, jedoch transformiert. Sie sollen für vielfältige Gewerbe-, Bildungs- und Kulturnutzung zur Verfügung stehen, sobald sie frei würden. Als Bindeglied zwischen bestehenden Stadtquartieren und künftigem Innovationspark.

Die Ergebnisse beider Planungsverfahren in Form von Modellen und Plänen sind vom 28. August bis 30. September 2014 im Erdgeschoss des Stadthauses Dübendorf ausgestellt.

(sda/lop/pu)

Erstellt: 27.08.2014, 15:00 Uhr

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