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Dutzende von Pauschalbesteuerten zogen weg

Von Felix Schindler. Aktualisiert am 24.12.2010 113 Kommentare

In einer Woche verlieren reiche Ausländer im Kanton Zürich ihr Steuerprivileg. In den letzten Monaten sind deshalb zahlreiche Pauschalbesteuerte weggezogen.

Ist jetzt in Zug angemeldet: Das ehemalige Domizil des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg am Zürichberg.

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Bild: TA

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Fast zwei Jahre ist der Entscheid schon alt – in einer Woche entfaltet er seine Wirkung. Bis am 31. Dezember müssen jene reichen Ausländer den Kanton Zürich verlassen haben, die bisher von der Pauschalbesteuerung profitiert hatten und das Privileg jetzt nicht verlieren wollen. Wer bis dann in einen anderen Kanton zieht, ist für das Jahr 2010 am neuen Wohnort steuerpflichtig.

53 Prozent der Zürcher Stimmberechtigten sagten im Februar 2009 Ja zur AL-Initiative. Seither geht die Befürchtung um, dass es zu einem Exodus von vermögenden Steuerzahlern kommen wird. Bereits vor der Abstimmung drohte etwa der Milchbaron Theo Müller damit, den Kanton zu verlassen. Kurz danach packten in der Gemeinde Herrliberg 4 von 11 Pauschalbesteuerten ihre Koffer. Bis im Sommer hatten sich nur rund 30 der 208 Pauschalbesteuerten zum Wegzug aus dem Kanton entschlossen – lediglich 14 Prozent. Adrian Hug, Leiter des Kantonalen Steueramtes, prognostizierte damals, dass bis Ende Jahr 30 bis 40 Prozent der Pauschalbesteuerten den Kanton verlassen haben werden – insgesamt rund 80.

Zollikon und Herrliberg haben die Hälfte der Pauschalbesteuerten verloren

Ob und in welchem Ausmass sich der Volksentscheid rächen wird, ist jetzt noch unklar. Der Kanton will vor dem 1. Januar keine neuen Zahlen nennen. Fest steht, dass es seit dem Sommer zu weiteren Abgängen gekommen ist. In einzelnen Goldküstengemeinden ist seit dem Volksentscheid die Hälfte der Pauschalbesteuerten weggezogen, wie eine Umfrage von Tagesanzeiger.ch zeigt.

  • Herrliberg: 6 von 11 Pauschalbesteuerten sind weg
  • Zollikon: 7 von 13 sind weg
  • Küsnacht: 4 von 19 Pauschalbesteuerten sind weg
  • Zürich: rund ein Viertel von 105 Pauschalbesteuerten
  • In Stäfa kam es bis zum Sommer zu einem Wegzug, in Horgen zu einem Todesfall
  • In den Gemeinden Männedorf und Zumikon sind keine Pauschalbesteuerten registriert
  • Meilen veröffentlicht die Zahl nicht

Der bekannteste Überläufer ist wohl der russische Milliardär Viktor Vekselberg. Er liess sich in Zug eine Wohnung umbauen. Gerüchten zufolge habe er sich allerdings mit der Nachbarschaft überworfen und werde die Wohnung deshalb nicht beziehen, schrieb die «Zentralschweiz am Sonntag» kürzlich. Dass er seine Steuern deswegen in Zürich bezahlen wird, ist trotzdem unwahrscheinlich: Er sei der Einwohnerkontrolle der Stadt Zug bereits gemeldet, schrieb die Zeitung weiter.

Theo Müller bleibt

Im Gegensatz zu Vekselberg hielt Milchbaron Theo Müller dem Kanton Zürich die Treue und lebt immer noch in Erlenbach. Allerdings habe er zusammen mit Steuerberatern eine Lösung gefunden, dank der Erlenbach Müllers Steuerparadies bleibt. «Theo Müller zahlt nun sogar noch weniger Steuern als vorher», liess sich ein Vertrauter vom «Sonntag» zitieren. «Alles ist ganz legal.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.12.2010, 09:28 Uhr

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113 Kommentare

Harry Wechsler

24.12.2010, 10:23 Uhr
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Für die Säckelmeister der Gemeinde ist es ein Segen, wenn Pauschalbesteuerte Nachzüglern Platz machen, die ehrlicher bzw. einträglichere Steuern bezahlen. Das Modell der Pauschalbesteuerung hat einzig zu einer unsinnigen Verteuerung des Wohnens sowie aller weiteren Lebenskosten in solchen Orten geführt.. Dass Vekselberg von den zu Nachbarn Gekürten in Zug nicht willkommen geheissen wird, ist klar. Antworten


Karl Mrak

24.12.2010, 15:03 Uhr
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Alle Drückeberger die wegziehen machen die Wohnungen und Häuser frei für Steuerzahler die ihr ganzes Einkommen bzw. Vermögen versteuern. Was soll daran negativ sein. Antworten



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