E-Voting: Auslandschweizer müssen sich ein Jahr länger gedulden

Zürcher, die Ausland leben, brauchen Geduld: Sie können frühestens 2010 elektronisch abstimmen. Der Start für das E-Voting ist um ein Jahr verschoben worden.

E-Voting: Für Auslandschweizer nicht vor 2010.

E-Voting: Für Auslandschweizer nicht vor 2010. (Bild: Keystone)

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Auslandschweizer drängen seit langem darauf, dass E-Voting möglichst rasch eingeführt wird. Probleme, wie sie bei der Postzustellung möglich sind, treten über das Internet nicht auf. Doch nun droht eine Verzögerung um ein Jahr. Zürcherinnen und Zürcher, die im Ausland leben, können erst 2010 elektronisch abstimmen. «Eigentlich wollten wir damit schon dieses Jahr starten, doch nun verzögert sich die Einführung», sagt der E-Voting-Projektleiter des Kantons, Felix Bosshard vom Statistischen Amt. Als Ziel gibt er den 13. Juni des nächsten Jahres an.

Neuenburg erheblich schneller

Weshalb müssen sich die Auslandschweizer, die im Kanton Zürich registriert sind, länger gedulden? «Damit Auslandschweizer abstimmen können, müssen die Gemeinden ihre Register anpassen», sagt Bosshard. «Zudem sind Softwareanpassungen nötig, und das braucht seine Zeit.» Andere Kantone sind erheblich schneller: Im Kanton Neuenburg konnten die Auslandschweizer im Juni 2008 erstmal elektronisch abstimmen.

Von der Verzögerung sind rund 11'000 Auslandschweizer betroffen. So viele Personen sind in den 13 Gemeinden im Kanton gemeldet, die beim Pilotprojekt E-Voting mitmachen. Die meisten davon sind in Zürich und Winterthur eingeschrieben, im Kreis 1 beziehungsweise in der Altstadt. Aus diesem Grund wurden diese Stadtteile bei der Abstimmung vom letzten Wochenende gezielt in das E-Voting einbezogen. Nun warten sie ein Jahr länger.

Zwei Klassen von Schweizern

Gewisse Auslandschweizer brauchen noch mehr Geduld. E-Voting schafft nämlich zwei Klassen von Schweizern: Solche, die elektronisch stimmen dürfen, und solche, denen dies verwehrt bleibt. Der Grund für diese Ungleichbehandlung liegt im Stimmgeheimnis. «Ist dieses nicht gewährt, dürfen keine elektronischen Abstimmungen durchgeführt werden», erklärt Projektleiter Bosshard. Davon betroffen sind Staaten wie China oder Burma, wo der Internetverkehr der Bewohner überwacht wird. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Erstellt: 11.02.2009, 16:36 Uhr

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13 KOMMENTARE

Peter Schmid

24.11.2009, 14:34 Uhr

Lieber Hans Schmid, Ihre Ansicht ist sehr überheblich und entspricht der Situation absolut nicht. Ich war lange Jahre Auslandsschweizer und habe seit der Einführung des Auslandsstimmrechts keine Abstimmung verpasst. Möglicherweise sind Ihre Bekannten totale Ignoranten und gehören zu den vielen Inlandsschweizern die auch in der Schweiz Abstimmungen einfach ignorieren, aus purer Bequemlichkeit!


Hans Schmid

21.05.2009, 21:46 Uhr

@Meili: Ich habe in meiner Verwand- und Bekanntschaft etliche Auslandschweizer es war bei allen so: Nach 5-10 Jahren setzt sich eine idealisierte Vorstellung der Schweiz in den Köpfen fest, die mit der Realität nicht mehr viel zu tun hat. Da nützt es auch nichts, wenn man sich über das Internet informiert. Daher bleibe ich bei meiner Forderung: Stimm- und Wahlrecht nur für die ersten 10 Jahre.


genauso Schweizer

12.02.2009, 12:47 Uhr

@kurt meier, ich glaube nicht, dass dem so ist. Ich selbst bin Auslandschweizerin und lese den Tagi, andere Zeitungen und höre Nachrichten und Politsendungen. Dazu kommt, dass die Auslandschweizer in vielen Ländern sehr gut organisiert sind. Sie treffen sich regelmässig, tauschen Infos aus der Heimat aus und politisieren mindestens genauso, wenn nicht mehr, wie die CH-Bürger.


Meili Jürg

12.02.2009, 11:13 Uhr

Schmid und Meier... Gaht's no ? Wieso sollten wir Auslandschweizer nicht mehr abstimmen dürfen ? Was die beiden Herren sicher nicht wissen, dass wir Auslandschweizer vor jeder Abstimmung eine CD erhalten mit Gesprächen pro und kontra der Vorlage. Zudem sind wir ja dank Internet bestens informiert. Ich kann mir auch vorstellen, dass viele Auslandschweizer besser informiert sind, als ihr beide !!


Tom Meier

12.02.2009, 03:48 Uhr

Das mit der vermeintlichen Gefaehrdung des Stimmgeheimnisses kann ich nicht nachvollziehen. Schliesslich existieren zahlreiche Verschluesselungstechnologien (z.B. SSL) um sicherzustellen, dass der Verkehr zwischen Client und Server nicht abhoerbar ist.


Hans Schmid

12.02.2009, 00:18 Uhr

Auslandschweizer die schon länger im Ausland leben, sollten nicht mehr stimmen und wählen dürfen, da sie meist von den heutigen Verhältnissen in der Schweiz keine Ahnung mehr haben. Das Stimm- und Wahlrecht sollte daher auf die ersten zehn Jahre nach dem Verlassen der Schweiz begrenzt werden.


Elsbeth Link

11.02.2009, 22:58 Uhr

Ich stimme im Moment nicht, da ich mich nicht mehr angemeldet habe. Offenbar gibt es eine Zeitbegrenzung. Als ich noch beteiligt war stimmte ich nur wenn ich sicher war, dass ich informiert war. Ich sprach auch viel mit meinere Schwester in der Schweiz. Ich lebte in der Schweiz als wir Frauen das erste Mal stimmen konnte.


Rudolf Zweidler

11.02.2009, 19:49 Uhr

Da die Gemeinde Bachs seit Jahren die Stimmunterlagen nicht richtig adressieren kann, wuerde ich gerne per E Voting abstimmen.


kurt meier

11.02.2009, 18:11 Uhr

Die Auslandschweizer sollten sowieso nicht wählen dürfen, da sie meistens gar nicht im Bild sind was in der Heimat passiert. Sie sind nur ein Kostenfaktor, welcher in der heutigen Zeit endlich eliminiert werden muss.


M.V. Ryter

11.02.2009, 17:07 Uhr

Es wird Zeit , das endlich mal etwas passiert . Einmal erhält man die Unterlagen einmal nicht & ab und zu , flattern sie eine Woche nach der Abstimmung ins Haus . Mit dem E Voting , wird es billiger für die Gemeinden und man kann endlich sein Recht ausüben .


S Schneiter

11.02.2009, 17:03 Uhr

Selig seien diejenigen die glauben der Internetverkehr wird nur in Staaten wie China oder Burma überwacht! Etwas Information über SND und dessen Überwachungssystem Onyx (in Leuk, Heimenschwand und Zimmerwald) ist leicht zu finden. Und möglicherweise werden die nicht nur dazu verwendet um ungehindert überfliegen US-Army Jets abzuhören...


Andreas Hugi

11.02.2009, 17:03 Uhr

Es kann hier nur eine praktikable Lösung geben: Mit der Schaffung eines nationalen, einheitlichen Stimmregisters für Auslandschweizer kann dieser Prozess beschleunigt werden. Mit der derart erfassten Stimm- und Wählerschaft der Auslandschweizer könnte ein sinnvolles nationales eVoting-Pilotprojekt gestartet werden. Leider haben Bundesrat und Parlament 2007 nichts davon wissen wollen.


Fritz Lauber

11.02.2009, 16:44 Uhr

Fragt sich nur ob China und Burma nie Briefepost oeffnen bevor diese weitergeleitet wird ;)



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