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Ein Amt unter Dauerbeschuss

Aktualisiert am 05.05.2010 7 Kommentare

Verschwundene Akten, faule Teamchefs und Pornobilder per Mail: Im Migrationsamt läuft seit Jahren einiges schief. Die Hälfte der Belegschaft ist mit der Situation extrem unzufrieden.

Wo ist die Akte? Ein Mitarbeiter des Migrationsamts sucht Dossiers im Keller des Gebäudes.

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Bild: Nicola Pitaro

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Das kantonale Migrationsamt kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Am Montag wurden von Rechtsanwalt Ueli Vogel-Etienne, der einen Teil der Belegschaft vertritt, schwere Vorwürfe gegen die Teamchefs und Vorgesetzten erhoben. Sie würden Arbeitszeiten nur selten einhalten, sich grosszügige Pausen gönnen und während der Arbeitszeit private Besorgungen erledigen, heisst es in einem Brief an den Chef der Behörde Adrian Baumann. Zudem würden sie bereits seit Jahren pornografische Bilder via E-Mail und Internet versenden.

300 Anträge verschwunden

Damit wird ein weiteres Kapitel in einer langen Folge von Missständen im Migrationsamt publik gemacht. Letztmals wurde im Juli 2009 Kritik laut, als dort über 300 Anträge für neue Ausländerausweise einfach verschwunden sind. Zudem gingen beim kantonalen Ombudsmann zahlreiche Beschwerden über wachsende Pendenzenberge und zu lange Wartezeiten ein. Sogar die Polizei beklagt sich über die mangelnde Erreichbarkeit.

Ein im September 2009 gegründetes Solidaritätsnetz, das sich für abgewiesene Asylbewerber und Sans-Papiers einsetzt, wirft dem Migrationsamt vor, seinen Spielraum nicht zugunsten von Flüchtlingen auszunützen. «Das Asylrecht räumt den Kantonen oft ein freies Ermessen ein. Die Praxis im Kanton Zürich ist ausserordentlich hart und unmenschlich», hiess es damals.

Neben den administrativen Problemen kommt es auch immer häufiger vor, dass renitente Klienten auftauchen, die selbst vor verbalen Ausfälligkeiten nicht zurückschrecken. Zweimal innerhalb von vier Monaten wurde das Gebäude an der Berninastrasse, wo sich das Migrationsamt befindet, von Chaoten attackiert und beschmiert.

Personal ist mit der Situation unzufrieden

Eine Personalbefragung hat bereits vor einigen Jahren ergeben, dass die Hälfte aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer Arbeitssituation im Migrationsamt sehr unzufrieden ist.

Die rund 150 Mitarbeiter sind für rund 260'000 Geschäftsfälle pro Jahr zuständig. Jeder Mitarbeiter bearbeitet rund 100 Fälle pro Tag, die Dauer eines Geschäfts beträgt zehn Tage. Ein Grossteil davon betrifft Einreisen: 2009 wurden 140'000 Einreisegeschäfte bearbeitet – über 380 pro Tag. Seit der Einführung der Personenfreizügigkeit sind die Einreisegesuche aus der EU sprunghaft angestiegen. Zwar hat die Regierung dem gemäss eigenen Angaben überlasteten Amt im Sommer 18 neue Stellen zugesprochen. Bis die neuen Kräfte rekrutiert und eingearbeitet sind, braucht es noch Monate.

(tif)

Erstellt: 04.05.2010, 16:46 Uhr

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7 Kommentare

Ernst Leuthold

04.05.2010, 17:16 Uhr
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Als Personalchef einer kleinen Firma in Genf kann ich bestätigen, dass die Zustände hier wohl ähnlich sind: für unser ausländisches Personal beantragen wir regelmässig Aufenthaltsbewilligungen und schon mehrmals sind deren Akten schlicht verschwunden. Wenn Herr Vogel-Etienne mal hier vorbeischauen möchte, gäbe es wohl noch einige schmutzige Wäsche aufzudecken... Antworten


Maria Spiropoulos

04.05.2010, 17:17 Uhr
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Das geht ja beim Imigrationsamt Zürich, zu,wie in den Griechischen Amtstuben,,keinen deut besser,hoher Lohn und nichts leisten,ausser Kaffetrinken und hohen Lohn kassieren Antworten



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