Zürich
Ein Hort für Shopping-faule Ehemänner
Von Martin Huber. Aktualisiert am 01.11.2011 49 Kommentare
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«Manland»: Töggelikästen und Flipperautomaten statt Einkaufswagen. (Bild: PD)
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Davon dürften manche Männer schon geträumt haben: Statt mit der Partnerin durch die Möbelausstellung zu wandeln, können sie sich an Spielkonsolen, Flipperautomaten und Töggelikästen vergnügen, auf Sofas Sportfernsehen schauen und dazu gratis Hotdogs und Coca-Cola konsumieren. Möglich macht es «Manland», welches das schwedische Möbelhaus Ikea im September im australischen Sydney getestet hat.
Erinnerung per Buzzer
«Manland» funktioniert als eine Art Babysittingservice für Ehemänner: Frauen geben ihre Partner in der «artgerechten» Umgebung ab und können anschliessend in Ruhe durch das Warenhaus schlendern, ohne dass ein Begleiter leicht säuerlich auf die Uhr schaut und zum Aufbruch drängt. Ein Buzzer erinnert die Frauen nach einer gewissen Zeit daran, ihren Liebsten in der Abgabestation abzuholen – und nicht zu vergessen.
Ikea sieht im «Manland» die ideale Lösung für Männer, die ungern auf Shoppingtour gehen, und für Frauen, die ihre Partner dorthin mitnehmen müssen. Umfragen hätten ergeben, dass ein Viertel der Paare auf Shoppingtouren in Streit gerate und ein Drittel beim Shoppen schon einmal den Partner aus den Augen verloren habe. Sechs Prozent der Männer gaben zu, sich auf einer Einkaufstour schon absichtlich von ihrer Partnerin abgesondert zu haben. «Manland» entstand in Anlehnung an «Smaland», die Ikea-Betreuungsstätten für Kinder. Laut Ikea hätten Frauen öfters scherzhaft angemerkt, eine solche Spiellandschaft bräuchte es auch für ihre Männer.
Modellhelikopter in Dietlikon
Der Versuch in Sydney stösst bei Ikea Schweiz auf grosses Interesse. «Eine sehr sympathische Idee», sagt Sprecherin Virginia Bertschinger. Man prüfe, ob «Manland» auch hier eingeführt werden soll. Erste Ansätze gibt es bereits. So hat Ikea in Dietlikon letztes Wochenende männliche Kunden mit ferngesteuerten Autos und Helikoptern gelockt. Zudem sollen die Ikea-Filialen mit Wireless-LAN ausgerüstet werden. «Dann können shoppingmüde Männer auf ihren Smartphones im Internet surfen», so Bertschinger.
Einen Kurzfilm über «Manland» hat Ikea Schweiz auf seiner Facebook-Seite aufgeschaltet. Dort gab es viele positive Reaktionen: «Wann kommt das auch bei uns?» oder «Ha, ha, s’Geilschte!», heisst es da. Auch in andern Blogs schlug der Männerhort teils hohe Wellen. «Absolut dafür! Ich würde meine Zeit jederzeit lieber im ‹Manland› verbringen als beim Shoppen.» Aber es gibt auch mahnende Stimmen: «Dann sollen die Männer sich aber später nicht beschweren, wenn die Inneneinrichtung nicht nach ihrem Geschmack ausgefallen ist, weil sie bei der Entscheidung nicht dabei waren.»
Einige Blogger stossen sich an dem ihrer Ansicht nach überholten Männerund Frauenbild. «Ikea geht einfach davon aus, dass Männer nicht gerne einkaufen gehen und sich lieber mit Männerspielzeug beschäftigen. Sexismus pur!» Auch Verbesserungsvorschläge finden sich: «Der Buzzer muss an die Männer gehen, damit die ihre Frauen zurückrufen können, und nicht umgekehrt!» Gefordert wird – wen wunderts? – auch eine Bierbar. «Das erhöht die Wahrscheinlichkeit immens, dass der Gatte überhaupt mitkommt.»
Nichts für die Bahnhofstrasse
Keine Option ist das Männerparadies für Läden an der Zürcher Bahnhofstrasse. Markus Hünig, Präsident der Vereinigung Bahnhofstrasse, steht dem «Manland» eher reserviert gegenüber. Männer seien erwachsen genug und könnten etwas Sinnvolleres unternehmen, während ihre Frau auf Einkaufstour gehe. «Ich hätte keine Lust, dorthin zu gehen.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 01.11.2011, 07:15 Uhr
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49 Kommentare
Man stelle sich das umgekehrte vor: Ein Kochkurs- oder Kindererziehungs-Paradies für Frauen, während ihre Ehemänner sich in der Bierhalle ein Fussballspiel reinziehen ... das gäbe einen Aufschrei unter den Pseudoemanzen. Die westlichen Gesellschaften verblöden komplett ... Antworten
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