Ein Rauchverbot, das keines ist
Von René Staubli. Aktualisiert am 28.04.2010 70 Kommentare
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Martina Pötschke-Langer (59) ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Es wurde ihr vor zwei Jahren für herausragende Leistungen um die Krebsvorsorge verliehen. Die Wissenschaftlerin am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg gilt als Top-Expertin, was Fragen zum Rauchverbot in Europas Gaststätten betrifft. Selbst ein Sachverständiger wie Thomas Lampert vom Robert-Koch-Institut in Berlin, der das Feld selber seit Jahren intensiv erforscht, verweist den TA an die Kollegin aus Hessen: «Zu diesem Thema weiss sie alles.»
Was empfiehlt Pötschke-Langer der Schweiz aufgrund ihrer gesammelten Erfahrungen? «Lassen Sie keine Ausnahmen von einem umfassenden Rauchverbot in Gaststätten zu», sagt sie. «Machen Sie es so konsequent wie die Italiener, Iren, Franzosen und Skandinavier: Keine Nebenräume einrichten, wo das Rauchen gestattet ist, keine Ausnahmen für kleine Betriebe zulassen – und das Verbot funktioniert wunderbar.»
«Beschäftigte zweiter Klasse»
Die Empfehlungen kommen zu spät, denn im Kanton Zürich sind Ausnahmen die Regel. Die Wirte können abgetrennte Fumoirs einrichten; dazu kommt eine gesetzliche Bestimmung, die Pötschke-Langer empört: Die Gäste in den Fumoirs dürfen bedient werden, sofern sich das Personal schriftlich dazu bereit erklärt, in der «Giftkammer» zu servieren, wie die deutsche Expertin das Fumoir nennt.
Damit schaffe man «Beschäftigte zweiter Klasse, die ihre Gesundheit aus wirtschaftlichen Gründen riskieren», kritisiert die Expertin. Eine ähnliche Regelung in der chemischen Industrie würde nicht akzeptiert: «Stellen Sie sich vor, man würde dort alle Schutzmassnahmen ignorieren und die Beschäftigten unterschreiben lassen, dass sie willens sind, Gifte einzuatmen – das wäre doch absurd.»
Das Verbot wird ausgehöhlt
Immerhin erlaubt der Kanton Zürich nicht, dass in kleinen Gastrobetrieben mit weniger als 80 Quadratmeter Fläche weiterhin geraucht werden darf. In sieben deutschen Bundesländern stehen in solchen «getränkegeprägten Einraumgaststätten» unter 75 Quadratmetern die Aschenbecher weiterhin auf den Tischen, so auch in Berlin.
Die «Berliner Zeitung» konstatierte kürzlich, das Rauchverbot werde in Kneipen, Klubs und Bars «systematisch unterlaufen – insbesondere in Kneipenvierteln wie Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Nord-Neukölln». Die vielen Ausnahmen, die das Gesetz erlaube, führten dazu, dass es weder durchsetzbar noch kontrollierbar sei.
Die Kritik erfolge zu recht, sagt Plötschke-Langer. Die Ausnahmen hätten in allen betroffenen Bundesländern zu Marktverzerrungen geführt. Gastwirte liessen sich die Ungleichbehandlung nicht gefallen und täten alles, um für die Raucher attraktiv zu bleiben.
Keine wesentlichen Umsatzrückgänge
Laut den Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums haben die umfassenden Rauchverbote in Irland, Italien, Norwegen, Schweden, Finnland und Frankreich zu keinen spürbaren Umsatzrückgängen geführt. «Es gab leichte Marktverschiebungen, aber keine dramatischen Einbrüche», sagt die Expertin. So seien Spelunken geschlossen und als Cafés oder Bistros wiedereröffnet worden.
Dass Deutschlands Gastronomie seit 20 Jahren mit leicht rückläufigen Umsätzen kämpfe, hänge nicht mit dem Rauchverbot zusammen, sondern mit andern gesellschaftlichen Entwicklungen. Das Internet, Computerspiele und die vielen sozialen Onlinenetzwerke wie Facebook führten dazu, dass sich die Leute vermehrt zu Hause aufhielten. Der spürbare Rückgang der Kaufkraft trage ebenfalls dazu bei, dass sich viele Leute den Besuch einer Gaststätte aus Kostengründen zweimal überlegten.
Schock in Trinkerkneipen
Gegner des Rauchverbots in Gaststätten fürchten negative soziale Folgen. Das intakte Beziehungsnetz von Angehörigen tieferer Gesellschaftsschichten werde zerrissen, wenn man ihnen den Treffpunkt Stammtisch wegnehme. Für diese These gebe es «keinerlei Belege», sagt Pötschke-Langer – zumindest nicht in Ländern mit absolutem Rauchverbot. «Die Stammtischbesucher kommen weiterhin zusammen», sagt sie. Das wisse man aus mehrjährigen Beobachtungen in Ländern, wo die Pubszene mit Stammtischen stark verbreitet sei, etwa in Irland, wo seit sechs Jahren ein striktes Rauchverbot in allen Gaststätten gilt.
Es könne sein, dass das Rauchverbot in Einzelfällen, «etwa in regelrechten Trinkerkneipen», zu Beginn einen Schock auslöse, räumt Pötschke-Langer ein. «Aber selbst Trinker sind auf die Gemeinschaft angewiesen und kehren nach einem individuellen Protest früher oder später wieder in ihre Gemeinschaft zurück.» Im Übrigen hätten Umfragen in den Bundesländern gezeigt, dass der Anstieg bei der Zustimmung zu Rauchverboten bei den Rauchern am höchsten sei.
An die Lungenkranken denken
Pötschke-Langer kann wenig anfangen mit den Klagen der sich ausgegrenzt fühlenden Raucher. Man sollte eine andere, viel grössere Gesellschaftsgruppe nicht vergessen, sagt sie: «Für Asthmatiker, Lungenkranke, Herz-Kreislauf- und Krebskranke ging bisher der Zutritt zu verrauchten Lokalen mit einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands einher, sodass sie diese Orte meiden mussten.»
Solche Menschen wagten sich nun wieder in Gaststätten, ebenso Familien mit kleinen Kindern oder generell Nichtraucher. Unter dem Strich ergebe sich dort die positivste Gesamtbilanz, wo das Rauchverbot am striktesten durchgesetzt werde.
Welche Folgen das Rauchverbot im Kanton Zürich haben wird, bleibt vorderhand offen. Der Sozialpsychologe Rainer Hornung von der Uni Zürich sagt, das Ausmass der Akzeptanz werde sich wohl erst im Winter zeigen: «Dann wird man sehen, welche Dynamik entsteht, wenn sich Raucher in der Kälte nach draussen begeben müssen.» ()
Erstellt: 28.04.2010, 07:49 Uhr
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70 Kommentare
Gratulation Herr Sieber, stolz verkünden Sie in vermeintlich rauchfreien Ländern zu urlauben. Dabei verschenken Sie aber wohl keinen einzigen Gedanken daran, welche Mengen CO2 und schädlichster Feinstaube in höheren Atmosphären Sie durch Ihre Reisen nach Übersee & Skandianavien verursachen. Aber Hauptsache, Sie fühlen sich moralisch besser & können anderen zeigen, wie ach so gesund Sie leben. Antworten
In den Abstimmungsunterlagen vom Sep. 2008 war ausdrücklich von unbedienten Fumoirs die Rede. Nicht nur hat die Regierungsrätin dies nach der Volksabstimmung unter dem Druck der Gastrolobby abgeändert und bediente Fumoirs zugelassen, sonder auch die Einführung des Gesetz um 2 Jahre verzögert. Die Behörden wollen nun auch keine Kontrollen durchführen? Ein verzagen der Regierung und der Demokratie. Antworten
Ich finde es schon sehr interessant, wie unsere Demokratie im Kanton Zürich hochgehalten wird. Die Mehrheit der Wähler war für das Rauchverbot. Aber eine Minderheit war dagegen. Da man in der Schweiz je länger je mehr Rücksicht auf die "armen" Minderheiten nimmt, soll sich die Mehrheit tolorant zeigen und etwas grosszügig sein, sprich Ausnahmen erlauben! Antworten
Wenn es nach mir ginge, würde ich das Rauchen auch in der Öffentlichkeit "al Fresco" verbieten! Mal im Ernst, es spricht nur für die Politiker und die typisch schweizerische "Ja, aber"-Kultur, dass dieses Gesetz nicht konsequent umgesetzt werden kann. Ich meine, sogar in ITALIEN!! funktioniert das Gesetz!! Alle Gastro-Mitarbeiter sollten auf die Barrikaden. Antworten
@ johann huber ... wenn Sie Ihren Gesundheitsfaschismus mit einem geladenen Revolver als Metapher originell untermalen wollen, zeigt das bloss, welch absurdes Ausmass die Raucherdiffamierung bei Ihnen angenommen hat. Sie machen mir echt Angst, weil Sie denken, dass Sie das Recht haben mit Raucher wie mit Freiwild umzugehen ... wann schiessen Sie auf den ersten Raucher, der trotz Verbot raucht? Antworten
Herr Sieber, Sie haben die Frau Manser gestellte Frage bereits beantwortet. Sie haben sich die Freiheit genommen, Ihre Ferien dort zu verbringen, wo das RV strikt durchgesetzt wird. So können Sie sich doch auch die Freiheit nehmen, die Lokale zu wählen, in denen Ihnen wohl ist. Finden Sie es richtig, seinen Gusto auch in Lokalen durchsetzen zu wollen, an deren Besuch Sie keinen Gedanken verlieren? Antworten
Da Rauch durch Türen und Fenster reinzieht und Raucher so egoistisch sind, dass sie nebst dem Qualm auch noch Lärm produzieren, ist es nur eine Zeitfrage, bis Rauchen (endlich) auch in Beiz-Aussenbereichen oder vor der Türe verboten wird. zb in Kanada (BC) ists einfach gelöst: Rauchverbot im Umkreis von 6m von Türen/Fenstern/Aussenbestuhlungen. Problemlos! Nur in CH wird sowas noch breitgewalzt... Antworten
bis vor ein paar Jahren verbrachten wir unsere Ferien zu 50% in der Schweiz, 30% in Österreich und die restlichen 20% in Deutschland. Bei den laschen Umsetzungen des Nichtraucherschutzes in diesen Ländern haben wir vor 4 Jahren die Destinationen gewechselt: Irland, Italien, Canada, Australien, Neuseeland, Skandinavien. Wir haben diese Änderung in keiner Weise bereut und werden es auch beibehalten. Antworten
Frau Manser und was ist mit meinen Freiheitsrechten als Nichtraucher? Die Freiheit eines jeden hört dort auf, wo die Freiheit eines anderen tangiert wird. Raucher stören die Freiheit von 75% der Bevölkerung, ergo muss ein Rauchverbot her. und meine lieben Raucher, das war doch erst der Anfang. Rauchverbot beim Autofahren, Rauchverbot in Gartenrestaurants, Littering beim Kippenwerfen usw. Antworten
Es ist bedauerlich das Freiheitsrechte eingeschränkt werden müssen. Das Rauchverbot kann durchgesetzt werden, denn der Mensch kann sich an sehr vieles gewöhnen. Bin einfach gespannt was die "Gesunden" als nächstes in der Schweiz verbieten möchte. Zudem haben viele Restaurants bereits heute Nichtraucherräume..wo ist das Problem? Autoabgas ist auch ungesund und schadet der Natur viel mehr. Antworten
Danke dass Sie diese Dame als Wissenschaftlerin (fettes "L") bezeichnen. Als nicht-Raucher und 68er ist es eine Genugtuung diesen eingleisigen Nonsens der Verbots-Brigade offenbart zu bekommen, fuer Wissenschafter (ohne jenes stupide "L") eine Anmassung. Untersuchungen der Geriatiker zeigen dass Raucher im fortgesetzten Alter laenger leben, da sie zum Rauchen in die Kaelte gezwungen werden. Antworten
Ich war gerade kürzlich in Rom und habe auch in guten Restaurants nie jemand gesehen oder "gerochen", der rauchte. Die Italiener, die von vielen Schweizern als disziplinlos eingestuft werden, halten sich an das Rauchverbot in Räumlichkeiten. Schon sehr interessant und Italien kennt das Rauchverbot jetzt schon sechs Jahre. Es funktioniert in Italien, warum soll es nicht bei uns funktionieren? Antworten
Der Ton, den gewisse "Antiraucher" anschlagen, macht mir Angst. Woher kommt all dieser Hass? Das kann doch nicht nur wegen ein paar Glimmstengeln sein? Ich habe mehr den Verdacht, dass hier viel Frust aus dem sonstigen Leben auch gleich noch abgebaut wird. So entsteht Hetze. Der Revolver-Vergleich von Johann Huber ist echt peinlich. Antworten
Ich war in Stockholm als dort das Rauchverbot eingeführt worden ist - welch eine positive Veränderung. Die Haare und die Kleidung haben nicht mehr gestunken. Keine Kopfschmerz verursachender Zigarren Rauch. Der Morgen nach dem Ausgang war ohne Nachwirkung anderer Menschen. Einfach eine höhere Lebensqualität im Ausgang. Ich weiss nicht warum wir so lange darauf verzichten mussten. Antworten
Dann zahle ich mit meinen Nichtraucher-Krankenkassenbeiträgen auch nicht mehr die die aufwendige und sehr teure Therapie für Herz-Kreislauf/Krebs- und sonstige Krankheiten, gäll! Wenn Rauchen anstatt Krebs - irgentwann dann - einfach promt satten Durchfall/Juckreiz/Uebelkeit erzeugen wuerde - KEINER würde sich eine anzünden und auf sein 'Genussrecht' pochen! Und ja, ich freue mich auf NR-Züri!! Antworten
Bundesverdienstkreuz hin oder her. Es gibt KEINE langfristigen Studien über den Einfluss von Rauchverboten. Doch all diese Super-Projekte beruhen auf wissenschaftlichen Spekulationen, Theorien welche nicht durch absolute Zahlen belegt werden können. Sicher ist, Rauchen schadet - und das ist es halt. Wir wissen auch; wer isst, stirbt und trotzdem dürfen wir weiteressen - noch. Differenziert! Antworten
@Volker Wille: Bravo, Sie bringen es auf den Punkt. Auch das Schnüffeln nach Übertretungen ist programmiert. Dabei setzt sich doch jedeR RaucherIn dem Krankheitsrisiko freiwillig aus. Wer nicht will, bleibt fern. Den Autoabgasen und dem Kerosindampf hingegen kann sich keiner entziehen. So einfach und so schrecklich einfältig ist das. Wohlverstanden: Ich bin seit 15 Jahren überzeugter Nichtraucher. Antworten
Jüge Diener, ja, wir leben in einem freien Land. Berechtigt mich das jetzt mit meinem geladenen Revolver hier einfach herumzulaufen? Wer in der Durchsetzung eines konsequenten Rauchverbotes die Freiheit, die Schweiz und sagen wir doch gleich das Abendland generell bedroht sieht, ist einfach nur zu bedauern oder zu belächeln. Noch eine Freibierrunde für den Stammtisch! Antworten
die Wirte werden schon in sämtlichen Belangen bevormundet so z.B. der Jugendschutz, Lebensmittel- und Hygienevorschriften. Der Nichtraucherschutz ist eine logische Fortsetzung dessen und schon längst überfällig gewesen. Die Gewerbefreiheit gibt es schon längst nicht mehr. Hört doch bitte mit diesen unsäglichen Argumenten auf. Rauch und Passivrauch schädigt andere und gehört verbannt. Ohne Ausnahme Antworten
mich nerven langsam diese militanten nichtraucher! möchte ja mal sehen, ob denn diese leute wirklich mehr lokale besuchen. wo werden die raucher als nächstes noch bevormundet? rauchverbot an der seepromenade? ich schlage vor, dass alle raucher diesen sommer mehr die seepromenade besuchen dann flüchten diese nichtraucher vielleicht in die lokale und füllen die leeren kassen der bevormundeten wirte. Antworten
Missachtung des Volkswillen? Von wem haben wir das wohl abgeschaut? Sommerzeit, EWR, Alpen-Initiative um einige zu nennen, werden durch Bundes-Bern entw. durch die Hintertür entgegen dem Volkswillen eingeführt, oder aber auf die lange Bank geschoben. Da jammert aber niemand, lieber auf der Raucher-Minderheit herum hacken. Ist ja auch viel einfacher... Antworten
Frühe 60-er-Jahre: Ein Artikel mit Bildern in der mir bis dahin unbekannten Zeitschrift Stern: Kinderwagen im Stadtverkehr. Babys und Kleinkinder sind den Auspuffgasen aufgrund ihrer Zwangslage am stärksten und erbarmungslos ausgesetzt. Der Stern blieb einsam mit dieser Feststellung. Wie gesund wären doch unsere Lungen, wenn wir ohne alle andern Belastungen nur einfach glücklich rauchen würden. Antworten
Das Zeitalter des Rauchens ist vorbei. Früher mag es als "cool" gegolten haben, wer mit einem Glimmstengel herumstand. Heute belächeln immer mehr Leute diese lästige , und eben auch gesundheitsschädigende Beschäftigung. Selbst ehemalige Raucher werden mir beipflichten , dass sich ihr Leben seither grundlegend und positiv verändert hat. Nur nikotinabhängige Personen streiten dies halt vehement ab. Antworten
Und ich habe immer geglaubt wir leben in einem freien Land in dem der Besitzer mit seinem Besitz tun und lassen kann was er will. Leider muss ich feststellen das wir sehr, sehr intolerant geworden sind. Verbieten,verbieten, verbieten, ich kanns nicht mehr höre! Es gibt nun mal Menschen die gerne rauchen und denen soll man auch ihren Raum lassen, es MUSS ja kein Nichtraucher rein! Antworten
Wo sind denn nun die Nichtraucher? Sie bleiben zu Hause, zünden ihre Holzkohle mit stinkenden Chemikalien an und essen dann eine gesunde, halb verbrannte Bratwurst mit vielen Krebserregern oder sitzen in Trottoirbeizen ca. 2 Meter von der Strasse und geniessen ihr mit Abrieb und Feinstaub paniertes Essen in richtiger Höhe um auch noch die feinen Abgase einzuatmen. Aber wehe, wenn einer raucht! Antworten
"Die Schweiz hat die schmutzigste Fahrzeugflotte Westeuropas" steht in einem anderen Tagi-Artikel. Ein Land voller Offroader seien wir. Aber eben: Hauptsache man führt ein Rauchverbot ein und hat danach das Gefühl, das Leben sei gesünder. Lachhaft. Ist das nur Naivität oder gehts etwa gar um ganz andere Ziele bei dieser Bevormundung? Antworten
Eigentlich ja eine gute Sache. Bloss, die Frage die nach wie vor offen bleibt ist folgende: Wer schützt Minderjährige zuhause vor ihren rauchenden Eltern (und ungesundem Essen, zuwenig Schlaf, ....)? Irgendwie schon schizophren, dass Arbeitnehmer (die ja wenigstens noch eine Wahl haben) besser geschützt werden als Kinder. Ich höre den Aufschrei von wegen "Privatsphäre" jetzt schon... Antworten
Ich kenne unterdessen viele Menschen, die prinzipiell keine Restaurants besuchen, in denen geraucht wird. Stelle ich beim Betreten eines Restaurants fest, dass man rauchen darf, verlasse ich dieses wieder und teile dem Personal den Grund dafür mit. Ich mache dies nicht einmal aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil ichs einfach unangenehm und unappetitlich finde. Antworten
Diese Ausnahmen sind ein Witz. Wenn für alle Lokale das Gleiche gilt,gibt es auch keine Einbussen. Nur mit den Ausnahmen werden sich die Raucher "verlagern." Ich kenne X Menschen die Lokale mieden, weil geraucht wurde.Alle diese können jetzt eventuell "Rauchfrei" ihr Essen oder ihr Café in Restaurants/Cafés oder Bars geniessen. Antworten
Ich wäre immernoch dafür, das einfach alle Raucher aufhören zu rauchen -> Problem gelöst. Nimmt mich dann aber doch Wunder, wie der Staat und die Bevölkerung auf die fehlenden Einnahmen reagieren (2006: 2'119 Millionen durch Tabaksteuer / 2008: 2'056 Mio / nehme an auch 2010 rund 2 Milliarden). Dieses Geld fliesst ja praktisch auschliesslich in die AHV und die IV... Antworten
Ich, seit fünf Jahren Nicht- und vorher Kettenraucher, verkehre manchmal in unserer Dorfbeiz. Da werden nur Getränke ausgeschenkt. Ich bin jeweils meistens der einzige Nichtraucher im Raum. Wieso wollt ihr diesen Leuten das Rauchen verbieten an einem Ort wo IHR sowieso nie verkehrt? Seid doch zufrieden mit 90% rauchfreien Gastbetrieben! Antworten
Gerola ist absolut beizupflichten.Viele gut zahlende Gäste, die ihr Essen nicht mehr mit toxischem Rauch "verdorben" haben möchten, werden zukünftig nur noch in Restaurants essen gehen, wo es kein Zigarren- und Zigarettenrauch mehr gibt. Ich kenne viele Leute, die kein Restaurant mit Tabakrauch mehr berücksichtigen werden. Der kluge Wirt von guten Restaurants wird das bald realisieren. Antworten
Ich war rücksichtsvoller Raucher der selbst draussen auf sein Umfeld, Kinder, die Nebentische, die Windrichtung uvm. geachtet hat. Heute freue mich darauf, keine Rücksicht mehr zu nehmen, die Gesundheitsapostel bei jeder Gelegenheit alleine am Tisch sitzen zu lassen. Ich freue mich auf die ganzen Lärmklagen, die Abfallberge an öffentlichen Plätzen. Ohne Mittelweg bleibt halt die Radikalisierung. Antworten
Ich kann es nicht mehr hören. Von wegen, Rauchverbot führt zu Umsatzverlust bla bla bla!!! Es geht nicht immer nur ums Geld. Die Gesundheit sollte uns auch etwas wert sein. Und rauchfreie Restaurants und Lokale sind ein angenehmer Ort für alle. Sollen die Wirte halt fumoirs einrichten. In vielen Ländern funktioniert es, im Tessin ebenfalls. Also, was soll diese Diskussion eigentlich? Antworten
In Norditalien mag das Rauchverbot ja gut funktionieren - in Süditalien wird weiterhin munter geraucht. Ich sah sogar einen Polizisten rauchend in einem Restaurant... Auch in ländlichen Gegenden von Frankreich wird das Rauchverbot nicht eingehalten. Spannend ist doch, dass der Umsatz in keinem der "Nichtraucherländer" gestiegen ist. Antworten
Wohl alles ein wenig übertrieben, nicht wahr? Nichtraucher sind nicht mehr gestört und die Raucher müssen sich in den Fumoirs tummeln, falls es dann solche gibt. Es geht hier ja nicht darum den Rauchern den Garaus zu machen, sondern die Nichtraucher zu entlasten und das geschieht ja. Antworten
Dass die Gesellschaftsgruppe der Asthmatiker, Lungenkranke, Herz-Kreislauf- und Krebskranke viel grösser ist als die Gruppe der Raucher ist wohl kaum war. Und diese Leute können ja in Nichtraucherlokale. Aber wohin gehen wir? Die ständige Bevormudung nervt! Antworten
@Beat Gerola, ich arbeite seit Jahren in der Gastronomie Zürichs, unsere Gäste sind zu 80% Raucher, die Angestellten ebenfalls. Keiner der Betriebe würde den Verlust der nicht rauchenden Gäste wirklich zu spühren bekommen. Es ist vielleicht eine subjektive Beobachtung, aber Raucher scheinen eher Kneipenbesucher zu sein als Nichtraucher. So viele neue nR Gäste möchte ich erst mal sehen. Antworten
Ich verstehe immer noch nicht, warum der Staat hier in private Unternehmungen eingreift. Soll doch jeder Wirt selbst entscheiden, ob er rauchfrei sein will oder nicht. Wenn der Wunsch nach rauchfreien Lokalen gross genug ist - und das ist definitiv der Fall - dann wird es auch ohne staatlichen Befehl rauchfreie Lokale geben. Antworten
Als erfahrener Wirt kann ich eines sagen: Raucher sind die geselligeren Gäste. Sie bleiben sitzen und bestellen noch eine Runde. Vorallem Weine und Spirituosen der oberen Preisklasse. Sie sind auch sehr grosszügig beim Trinkgeld. Ich bezweifle schwer, dass dieser künftige Umsatzrückgang jemals von den Nichtrauchern kompensiert wird, die angeblich mehr ins Restaurant kommen wollen. Antworten
Herr Gerola, mit dem was sie sagen bin ich nicht einverstanden. Warum sollte ich als nichtrauchende Partygängerin auf den Ausgang verzichten nur weil die Raucher sich weigern auf andere Rücksicht zu nehmen, oder weil vieleicht weniger Gäste kommen? Wenn ein Gast gerne in ein Restaurant/ Club geht, dann wird er auch trotz Rauchverbot dort einkehren. Antworten
Das Rauchverbot ist aus meiner Sicht eine arrogante Bevormundung der Wirte, die selber entscheiden sollen, ob sie einen rauchfreien Betrieb führen wollen. Allerdings gehört der Volkswille beachtet: Die Abstimmung fiel ganz klar zugunsten einer harten Regelung aus, also totales Rauchverbot in ZH. Wie es sein kann, dass der Volkswille ignoriert und Ausnahmen zugelassen werden können, ist ein Rätsel. Antworten
@ Peter Hüppi: Sie scheinen auch alles zu glauben, was am Stammtisch erzählt wird. Das sind wenige Einzelschicksale. Ein gutes Lokal zeichnet sich nicht durch erlaubtes Rauchen aus, sondern durch freundliche Bewirtung, gutes Essen und gute Drinks. Denn viele Leute können oder wollen heute nicht so oft auswärts essen, weil man sich danach chemisch reinigen muss. Die würden VIEL Umsatz generieren. Antworten
...ich rege mich selber manchmal auch über dieses träge System und über die Mühlen der föderalistisch geprägten Demokratie auf. Klar, eine Diktatur wäre viel effizienter. Unsere demokratischen Nachbarländer sind um einiges zentralistischer als die CH - dort ist vieles einfacher, aber es wird auch weniger Rücksicht genommen: Bsp: Wenn Paris sagt es wird ein AKW gebaut, dann wird gebaut. Punkt Antworten
Hmmm es gibt doch nichts schöneres als bei einem Guten essen links und rechts vollgeraucht zu werden...Das Rauchverbot sollte ohne Ausnahme durchgesetzt werden. Liebe Gastronomen...wenn euer Umsatz nur vom Raucen abhängt habt ihr sowieso etwas falsch gemacht, sorry. Antworten
Es gibt sicher viele Argumente für ein rigoroses Rauchverbot, aber es bleibt ein Verbot, das schleckt keine Geiss weg. Auch sind natürlich gewisse "Spielregeln" zwingend notwendig, wenn Menschen in einer Gruppe oder eben Gesellschaft zusammenleben wollen/müssen. Mit der heutigen Regeldichte von Geboten und Verboten wird die individuelle Freiheit jedoch gefährlich eingeschränkt! Antworten
Ich (selbst Raucher) sehe die Notwendigkeit von rauchfreien Gaststätten ein. Mir ist es eigentlich egal in welcher Ausprägung. Aber an alle hier die sagen: "In allen anderen Ländern ging das sofort, ohne wenn und aber" - das ist eben der Unterscheid in der CH, da wird nicht einfach in Bern entschieden und knallhart durchgezogen. Die Schweiz ist das Land der Einsprachen und der Kompromisse. Antworten
Am besten regeln wir doch alles per Gesetz und Verbot, wie im Mittelalter. Warum nicht gleich Alkohol und Prostitution auch verbieten und das ganze mit Straflageraufenthalt als wirkungsvolle Massnahme verfolgen? Fragt mal die Russen oder Deutschen was Sie von staatlicher Kontrolle halten... @L. Caminada: Ich bin Brite, hören Sie auf etwas zu behaupten was nicht stimmt. Diese Wirte leiden... Antworten
Auch ich wohne noch eine zeitlang in Berlin. Was ich bisher hier gesehen habe, stimmte mich optimistisch für meine Rückkehr in die Heimat. Rauchfrei mein Essen geniessen z. B im Cinque im Kreis 5 doch eines kann ich sagen, ich werde auf jeden Fall die Initiative der Lungenliga unterstützen. Vielleicht sollte man eben den Kunden etwas mehr bieten als nur die Möglichkeit rauchen zu können. Antworten
Die Schweizer sind kein Jammerhaufen, wir sind lediglich ein Volk, dass sich seit jeher mit von oben/aussen auferlegten Gesetzen und Vorschriften schwer getan hat und sich stets dagegen wehrte (Grüsse an die Habsburger, Armagnaken, Karl den Kühnen, EWR, EU).... Schade, dass das jetzt auf einmal vorbei sein sollte... Antworten
Ein generelles Rauchverbot in geschlossenen, öffendlichen Räumen ist die einzige Lösung ( ohne Ausnahmen )! Warum kappieren unsere Politiker das nicht?! Rauchen in geschlossenen Räumen ist nichts mehr als eine alte (dumme) Tradition, welche einfach nicht mehr Zeitgemäss ist. Würde das Rauchen heute erst erfunden, hätte man keine Chance die Tabak-Produkte im Mark einzuführen (zu gefährlich). Antworten
Frau Pötschke-Langer legt in diesem Artikel eine unerträgliche Polemik an den Tag, die einer Wissenschaftlerin nicht wirklich anstehen. Im Übrigen zeigt gerade das Beispiel Irland, wie negativ sich ein Rauchverbot auf die Kultur des Landes, gerade in ländlichen Gebieten, ausgewirkt hat: Die Zahl der Pubs sinkt erwiesenermassen rapide. Es entsteht eine soziale und kulturelle Lücke in den Dörfern. Antworten
Und was ist mit den Angestellten von Garagen? Wie giftig sind denn Öl- und Benzindämpfe? Was kommt denn beim Auto aus dem Auspuff raus, direkt neben dem Kinderwagen? Lastwagen sind absolute Giftschleudern. Und wer kämpft für einen ganzflächigen Kleber auf jedes Auto mit der Aufschrift: ABGASE KÖNNEN ZUM TOD FÜHREN? Antworten
Ich habe in den letzten Jahren mehrheitlich in den USA und UK verbracht, meiner Meinung nach funktioniert alles bestens ohne Rauchen in Restaurants und Bars. Lasst diese neue Nichtraucher-Regelung jetzt mal Kommen in Zuerich und Kanton, die Diskussion wird langsam nervig. Man wird sich daran gewoehnen und in spaetestens einem Jahr froh darueber sein. Antworten
Schönes Beispiel, wie unsere tollen Kompromisslösungen eine gute Idee so lange verwässern, bis die negativen Konsequenzen, von den man Angst hatte, dann auch wirklich eintreten. Wäre ja auch zu viel verlangt vom Durchschnittsbünzli, mal über die Landesgrenzen hinauszuschauen. Antworten
In den Abstimmungsunterlagen vom Sep. 2008 stand ausdrücklich "Fumoirs unbedient". Nach der Abstimmung hat die Regierungsrätin R. Fuhrer (SVP) dies unter dem Druck der GastroLobby umgeändert, zu bedienten Fumoirs. Auch wurde die Einführung des Rauchverbots um 2 Jahre verzögert. Es zeigt wie die SVP-Regierung den Volkswillen und Gesundheit missachtet und der Profitgier der Beizer weichen muss. Antworten
Ich rauche seit 50 Jahren! Wenn das jemand nicht verträgt,so ist das Genetisch bedingt!! Nimmt mich Wunder wer die Ahv/Iv Ausfälle bezahlt so um die 300 Millionen pro Jahr! jeder der 20 Jahre geraucht hat und an Krebs stirbt, hat seine Behandlungskosten via Steuern bezahlt!! Antworten
Dieses Gesetz ist eine Farce! Und wer hat es zu verantworten? In erster Linie die Tabaklobby. Gastronomie und die Raucher liessen sich vor den Karren der Tabaklobby spannen. Hinzu kommt, dass die Medien sensationswütig versuchten etwas auszuschlachten. Aber Hauptdarsteller dieser Farce ist ganz klar die schwache Politik, welche sich nicht getraut mal für etwas sinnvolles einzustehen. Antworten
Als Schweizer in Berlin kann ich es selbst miterleben, wie schön Rauchfreie Restaurants sind. In Berliner Lokalen gilt die Regel, wo essen serviert wird, darf nicht geraucht werden. Aber auch hier suchen die Betreiber Hintertürchen, um das Gesetz zu umgehen. Darum muss in der Schweiz ein Rauchverbot ohne Ausnahmen gelten. Dann gibts kein Anlass zu Diskussion. Antworten
Nicht Facebook ist am Umsatzrückgang schuld, sondern ganz klar die Senkung der Promille-Grenze sowie das Rauchverbot. Erwähnt wird in diesem Artikel auch nicht, dass in Irland und England mittlerweilen jedes dritte Pub mangels Umsatz und Gäste geschlossen wurde! Antworten
Es ist unverständlich dass darüber so diskutiert werden muss und nicht längst rigorose Rauchverbote schweizweit gelten. Sogar die Italiener zeigen uns dass es geht. Es ist ja erwiesen dass es viel besser ist für den grössten Teil der Gesellschaft. Auch Umsatzeinbussen sind nicht oder nur punktuell eingetreten. Zum Glück kommt die schweizweite Initiative der Lungenliga! Wird sofort unterstützt. Antworten
Einfach peinlich! Ich reise viel nach England und Italien. Das Rauchverbot galt dort ab sofort! Ohne wenn und aber. Es wird an KEINEN öffentlichen Orten geraucht und die Restaurants, Pubs, Bars, Discos sind so voll wie eh und je. Aber nur weil es von Anfang an ein ganzheitliches Rauchvebot war. Die Leute halten sich daran ohne zu jammern. Die Deutschschweizer und Deutschen sind ein Jammerhaufen. Antworten



Simon Sieber
typisch raucher, immer äpfel und birnen vergleichen. Ein Rauchverbot hat was mit Lebensqualität (sogar derjeniger der Raucher) zu tun. Und wenn sie nun meinen als Umweltschutzapostel mir ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen, tun sie mir leid. Sie sind ja so unfehlbar: fahren weder Auto, noch rauchen Sie, sie gehen nicht in die Ferien und auf's Skifahren verzichten sie auch usw. usw. Antworten