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«Ein Verbot des Strassenstrichs schafft mehr Probleme »

Interview: Maria Rodriguez. Aktualisiert am 31.05.2010 40 Kommentare

SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger (AG) will den Strassenstrich verbieten. Obwohl gut geführte Bordelle auch Rolf Vieli, Projekteiter Rotlicht, lieber wären, ist ein Strichverbot keine Lösung.

Für viele störend, aber legal: Strassenstrich am Zürcher Sihlquai.

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Bild: Nicola Pitaro

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Rolf Vieli: Der Projektleiter Langstrasse PLUS leitet auch das Projekt Rotlicht. (Bild: Sophie Stieger)

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Rolf Vieli, was halten Sie von der Idee, den Strassenstrich zu verbieten?
Auf fachlicher und sachlicher Ebene, ist ein Verbot des Strassenstrichs wegen der Komplexität der Sache schwierig umzusetzen. Ein Verbot würde mehr Probleme schaffen, als wir heute schon haben. In Skandinavien und den USA zum Beispiel, ist der Strassenstrich verboten. Die Prostitution wird auf eine Art in die Illegalität verdrängt, so dass die Probleme mit Gewalt und Gesundheit eher noch grösser sein können. Zudem ist bei uns die Prostitution erlaubt. Wir müssen einen anderen Weg gehen. Rein emotional verstehe ich Sylvia Flückiger. Wenn Leute am Sihlquai vorbeifahren, und das ganze Elend sehen, ist das schlimm.

Was gibt es denn für Alternativen? Das Elend am Sihlquai ist ja nicht nur für Politiker ein Problem.
Natürlich hat der Strassenstrich grosse, negative Auswirkungen auf beispielsweise die Quartierbevölkerung. Da der Strich aber existiert und nicht verboten ist, müssen wir ihn soweit reglementieren, dass die Quartierverträglichkeit möglichst hoch ist. Zudem müssen wir die Gesundheit und die Selbstbestimmung der anschaffenden Frauen gewährleisten.

Wären die Prostituierten nicht besser in Bordellen aufgehoben, wie Sylvia Flückiger sagt?
Auch bei uns gilt die Sicht, dass gut geführte Bordelle uns lieber sind als der Strassenstrich. Das gilt jedoch nur für gut geführte Bordelle. Und diese brauchen Raum. Zurzeit verlangen Besitzer von Liegenschaften jedoch viel zu hohe Mieten. Deshalb gehen die Frauen zurück auf die Strasse. Wir brauchen ein pragmatisches Gesamtkonzept.

Wie könnte dieses Konzept aussehen?
Das sind wir am Ausarbeiten im Projekt Rotlicht. Zurzeit sitzen wir mit allen betroffenen Parteien, wie Frauenorganisationen, zusammen. Später auch mit Vertretern des Quartiers. Noch dieses Jahr wollen wir dem neuen Stadtrat eine Lösung präsentieren.

Dass sich eine Aargauer Nationalrätin für ein Verbot des Strichs am Zürcher Sihlquai ausspricht, ist aussergewöhnlich.
Sylvia Flückiger verlangt ja ein Verbot des Strassenstrichs auf nationaler Ebene. Doch auch dort ist ein Verbot keine Lösung. Menschenhandel findet auch entlang der A1 statt. Zudem hätten wir nicht genug Polizisten, um ein nationales Verbot durchzusetzen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 31.05.2010, 11:34 Uhr

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40 Kommentare

Hans Fust

31.05.2010, 12:24 Uhr
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Sorry,die Stadt hat das Problem einfach verpennt.Herr Vieli würde besser einmal zugeben,dass ihn die Situation überfordert.Die Anzahl Prostituierten ist sowas von explodiert,dass eine Handhabung fast unmöglich scheint.Der Lärm der schwatzenden Frauen und das Gehupe in der Nacht,die Feuchttüchlein und die Gummis vor der Haustür am morgen.Danke Stadtrat für die Aufwertung Zürich West! Antworten


Christoph Geiser

31.05.2010, 12:00 Uhr
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Das Problem ist ja nicht neu, gehandelt wurde bis heute überhaupt nicht. Frankreich liess die Strassenprostitution auch verbieten und wurde mit markant weniger Delikten "belohnt". Und überhaupt, da hiess es lange, Ende Jahr gäbe es eine Lösung und jetzt ist die Rede davon, dass eine erarbeitet wird? Nein, ein Verbot ist schon recht, was anderes scheint in diesem Land nicht zu funktionieren. Antworten



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