Zürich
«Ein bisschen Kompetition hat noch niemandem geschadet»
Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 21.07.2011 26 Kommentare
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Dass es an Zürcher Gymnasien eng wird, führte unter den Lesern von Tagesanzeiger.ch zu einer heftigen Debatte. Ein Lager hält Konkurrenz für belebend, demgegenüber stehen etwa gleich viele Leser, die mehr Gymiplätze fordert.
«Wer gescheit ist, schafft die Aufnahmeprüfung (...), wer zu doof ist kommt halt nur in die Sek», meint Severine Sunier. Mit ihrer Meinung ist sie nicht alleine. Eine grosse Zahl von Lesern glaubt, dass beengte Platzverhältnisse an den Gymnasien, dem Bildungsniveau durchaus gut tun. «Ein bisschen Kompetition hat noch niemandem geschadet», erklärt etwa Thierry Follonier.
Europäer müssen sich «warm anziehen»
Die Sorge, dass ein Ausbau der Gymnasien zu einer Verschlechterung der Bildungsverhältnisse führen würde, macht auch Rolf Schumacher deutlich: «Qualität geht vor Quantität.» Mark Bühler fordert, das Bildungssystem müsse konkurrenzfähig bleiben. Ein Austauschsemester in China habe ihm gezeigt, dass «wir Europäer uns warm anziehen müssen» um nicht ins Hintertreffen zu geraten.
Eine ebenso grosse Zahl von Lesern sieht dies komplett anders: «Zürich (...) hat es in den letzten Jahrzehnten unterlassen, die Förderung der eigenen Schüler (...) voranzutreiben», erklärt Grace Feldmann. Auch die Kritik an Regierungsrätin Regine Aeppli fällt hierzu nicht zu knapp aus. Eine gewaltige Schulbürokratie habe man aufbauen können, meint etwa Peter Müller, aber den Bedarf an Ausbildungsplätzen der steigenden Nachfrage anzupassen, sei offenbar ein Ding der Unmöglichkeit. Und Flavia Schmid doppelt nach: «Baut endlich ein neues Gymnasium im Kanton Zürich.»
«Populismus pur»
Andere finden, die Schweizer wüssten einfach nicht, was sie wollten. Einerseits würde gefordert, dass ausländische Akademiker ihre Kinder nicht in Privatschulen schicken sollten, da dies zu einer Elitenghettoisierung führe, beobachtet Andreas Müller. Andererseits sorge man sich über die Platzverhältnisse an staatlichen Gymnasien: «Na, was denn nun?»
Vielen Lesern stösst zudem sauer auf, dass wiederholt Deutsche für Probleme verantwortlich gemacht werden. «Was soll diese dauernde offene oder versteckte Hetze gegen Deutsche?» fragt Daniela Müller. Volker Schnitzler wirft Regierungsrätin Aeppli hingegen «Populismus pur» vor, weil sie zwischen eigenen und Gastarbeitergymnasiasten unterscheide. Die Deutschen würden wohl auch in Zukunft immer wieder Thema werden, mutmasst Lars Müller: «Wenn sie einmal das Zeitliche segnen, wird es heissen: ‹Die Deutschen nehmen uns unsere Friedhofsplätze weg.›» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.07.2011, 17:13 Uhr
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26 Kommentare
Ein wenig Konkurrenz schadet sicher nicht Leider muss heute jeder Uniabschluss haben, ansonsten kriegt er nicht mal mehr den Hausmeisterjob, tschuldigung, Facility Mgmr. Sogenannt 'gut ausgebildete' verfügen oft über einen Uniabschluss. Leider wird die Qualität des Abschlüsses nicht im Geringsten überprüft, Papier ist Papier. Warum nur bilde ich, ohne Uni, neue Mitarbeiter mit Uniabschluss aus? Antworten
Das Problem sind nicht Zuwanderer, sondern die CH-Eltern. Höchste Zeit, dass die Maturandenquote hinterfragt wird. Sie ist im Moment eindeutig zu hoch. An der Uni sind zu viele Verwirrte, Demotivierte und Leistungsunwillige, auch in den Phil I-Fächern. Anders gesagt, Leute, die an die Uni wollen, aber nicht wissen, weshalb. Antworten
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