Ein geschenkter Sieg für Schmids Truppe

Panzer und schweres Gerät rollten heute durch Winterthur. Das in diesen Wochen arg gebeutelte Militär darf den Truppenaufmarsch als Reklame-Erfolg verbuchen.

Donnernde Panzer übertönten die Kritik an der Armee.

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Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. «Obwohl keine Hinweise auf Störaktionen eingegangen sind, konnten wir sie nicht ganz ausschliessen. Deswegen haben wir unser Corps verstärkt», so Gull. Am Defilee selbst sei aber alles ruhig und friedlich verlaufen. Auch auf den Strassen der Winterthurer Innenstadt kam es – soweit bisher bekannt – zu keinen Stockungen.

Auch Major Stäheli, Chef Medien vom Stab der Panzerbrigade 11, ist zufrieden mit dem Verlauf des Defilees. «Wir haben nicht mit so vielen Leuten gerechnet», erklärt Stäheli gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz. Trotzdem wusste man bereits im Vorfeld um das starke Interesse an der Truppenübung in der Nähe von Winterthur. «Wir haben festgestellt, dass viele Menschen die Übungen am Rande mitverfolgten», so Stäheli, «deswegen haben wir diesen Vorbeimarsch durchgeführt, um dem grossen Interesse der Bevölkerung Rechnung zu tragen.»

Vorbeimarsch war eine gute Truppenübung

Hinzu komme, dass das Defilee selbst ebenfalls als Truppenübung betrachtet werden könne. «Eine der Grundaufgabe von einem solchen Batallion besteht darin, viele Fahrzeuge über grosse Distanzen zu verschieben. Ein solcher Vorbeimarsch ist rein technisch und von den Abläufen her sehr komplex und darf nicht unterschätzt werden. Für uns war das eine sehr anspruchsvolle Aufgabe», betont Major Stäheli. Der Vorbeimarsch des verstärkten Panzergrenadierbataillon 29 dauerte von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten wurde die Frauenfelderstrasse zwischen der Stadlerstrasse und der Wiesendangerstrasse für den gesamten Verkehr gesperrt.

Während sich die Polizei diskret am Rande der Veranstaltung aufhielt, mahnte der Ansager das Publikum über Lautsprecher, nicht auf die Strasse zu treten, wenn die Panzer kämen. «Und sollte doch etwas passieren, die Sanität ist auf Bereitschaft.»

Wenigsten bei den Zuschauerinnen und Zuschauer machte das Defilee den jüngsten Wirbel um die Armee vergessen – die Soldaten waren willkommen. «Wenn nicht unsere eigene Armee hier durch rollen würde, dann wäre es eine andere», fand ein Zuschauer. Eine ältere Dame fühlte sich beim Anblick der brachialen Maschinerie gar in ihre Kindheit zurückversetzt, als ihr die Soldaten Militär-Guetzli und Schokolade schenkten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.08.2008, 20:24 Uhr

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