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Einbürgerungen von Deutschen haben sich in einem Jahr verdoppelt

Aktualisiert am 08.09.2010 36 Kommentare

11'600 Personen sind im vergangenen Jahr im Kanton Zürich eingebürgert worden. Deutschland mauserte sich dabei nach Serbien zum zweitwichtigsten Herkunftsland.

Einbürgerungen seit 1994 nach Herkunftsländern

Einbürgerungen seit 1994 nach Herkunftsländern


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Quelle:Statistisches Amt des Kanton Zürich


In jüngster Zeit erwerben immer mehr Deutsche den Schweizer Pass, da Berlin seit 2007 die Doppelbürgerschaft erlaubt. Liessen sich 2008 noch 848 Deutsche einbürgern, waren es im vergangenen Jahr mit 1698 doppelt so viele. Dies zeigt die neueste Publikation des Statistischen Amts. Damit stellt Deutschland nach Serbien erstmals die zweitgrösste Gruppe von Eingebürgerten.

Auch insgesamt nimmt die Zahl der Einbürgerungen im Kanton Zürich seit Beginn der 1990er-Jahre kontinuierlich zu. Nachdem 1994 nur 3'100 ausländische Staatsangehörige mit Zürcher Wohnsitz den Schweizer Pass erhalten hatten, waren es 2009 mit 11'600 fast viermal mehr. Die wichtigsten Herkunftsländer der Eingebürgerten waren in den vergangenen Jahren – neben Italien – die Nachfolgestaaten Jugoslawiens und die Türkei, ihre Bedeutung nimmt aber ab.

Immer mehr erfüllen Kriterien

Der wichtigste Grund für den Anstieg der Einbürgerungszahlen liegt darin, dass immer mehr ausländische Staatsangehörige die Kriterien für eine Einbürgerung erfüllen: Sie sind in der Schweiz aufgewachsen, leben schon lange im Land oder sind mit einer Schweizerin oder einem Schweizer verheiratet, wie das Statistische Amt schreibt.

Weitere Gründe sind zwei Gesetzesänderungen, die einerseits die erleichterte Einbürgerung für Familienmitglieder und das Doppelbürgerrecht einführten (1992), andererseits die einkommens- und vermögensabhängige Einbürgerungsgebühr abschafften und durch eine kostendeckende Gebühr ersetzten (2006).

80 Prozent Europäer

Vier von fünf Eingebürgerten stammen aus einem europäischen Land. In den Jahren 1994 bis 2009 stammten jeweils etwa vier von fünf neuen Schweizer Bürgerinnen und Bürgern aus Europa. Bis 2006 ist die Zahl der Eingebürgerten aus europäischen Staaten, die nicht der Europäischen Union oder der EFTA angehören, stark angestiegen, von 800 auf 6’800, jene aus den heutigen EU/EFTA-Staaten verblieb hingegen stets zwischen 1'600 und 2’500.

Das hat sich in den letzten paar Jahren geändert: Die Zahl der Eingebürgerten aus EU/EFTA-Staaten ist bis 2009 auf 3’900 angestiegen, jene aus dem übrigen Europa hingegen auf 5'000 gesunken. Die Zahl der Eingebürgerten aus nicht-europäischen Ländern ist im Zeitraum 1994 bis 2009 kontinuierlich von 700 auf 2'600 angestiegen.

Region Südosteuropa verliert an Bedeutung

In den vergangenen 16 Jahren sind im Kanton Zürich insgesamt fast 118'000 Menschen aus über 130 verschiedenen Ländern eingebürgert worden, drei Viertel davon stammten aber aus nur acht Ländern. Mit Abstand wichtigstes Herkunftsland war Serbien, vor Italien und der Türkei, dahinter folgten Mazedonien, Kroatien, Deutschland, Bosnien-Herzegowina und Sri Lanka.

Seit 2007 verliert die Region Südosteuropa allerdings an Bedeutung, da die Bestandeszahlen dieser Länder im Kanton Zürich rückläufig sind. Seit Deutschland das Doppelbürgerrecht erlaubt, erwerben immer mehr Deutsche den Schweizer Pass. 2009 avancierte Deutschland bereits zum zweitwichtigsten Herkunftsland, hinter Serbien und vor Italien.

Wachsendes Interesse am roten Pass

Die steigende Anzahl Einbürgerungen ist nicht nur durch die zunehmende Zahl von einbürgerbaren, d.h. die Mindestvoraussetzungen erfüllenden Personen zu erklären, sondern auch durch ein wachsendes Interesse an einer Schweizer Staatsbürgerschaft, schreibt das Statistische Amt weiter. Bei der Nachfrage nach dem Schweizer Pass bestehen aber deutliche Unterschiede zwischen den Nationalitätengruppen.

EU-Bürgerinnen und Bürger erwerben – gemessen an ihrer Bevölkerungszahl im Kanton Zürich – eher selten den Schweizer Pass. Für sie ist der Nutzen einer Einbürgerung weniger gross als für andere. Ein weiterer Grund ist, dass einige EU-Länder kein Doppelbürgerrecht zulassen. Häufig lassen sich hingegen etwa Personen aus Sri Lanka oder aus dem Balkan einbürgern, «da sie mit dem Erwerb des Schweizer Passes gesellschaftlich und rechtlich besser gestellt sind und sie meist keine Rückkehr ins Heimatland planen», wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Einheimische Bevölkerung wächst dank Einbürgerungen

Ohne Einbürgerungen hätte die schweizerische Bevölkerung in den letzten Jahren abgenommen. Denn der jährliche Saldo der einheimischen Bevölkerung aus Geburten, Sterbefällen, Zuwanderungen und Wegwanderungen ist meist negativ. Erst seit kurzem trägt auch ein leichter Geburtenüberschuss zum Wachstum der Schweizer Bevölkerung bei.

Die ausländische Bevölkerung weist durch die Einbürgerungen jedes Jahr bedeutende Abgänge auf. Diese Abgänge werden aber durch Geburtenüberschüsse und besonders durch einen positiven Wanderungssaldo mehr als kompensiert. (fsc/ep)

Erstellt: 08.09.2010, 10:13 Uhr

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36 Kommentare

Anita Beeler

09.09.2010, 07:44 Uhr
Melden 3 Empfehlung

@Holzapfel. Gemäss ihren Zahlen bräuchte also die 11mal kleinere CH nur 45'000 Zuwanderer pro Jahr. Leider kommen aber beinahe 100'000 (+ noch illegale). Ausserdem ist es absolut hirnrissig das Sozialsystem mit immer mehr Leuten retten zu wollen. Das verschiebt das Problem nur auf spätere Generationen. Fakt ist: Sie alle kommen weil sie profitieren wollen, aber unsere Lebensqualität sinkt! Antworten


Philipp Schmucki

08.09.2010, 11:07 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Es sind wohl nur wenige aus Deutschland, die entweder in unserem Land aufgewachsen sind oder schon lange hier leben, die damit eines der erforderlichen Kriterien für eine Einbürgerung erfüllen. Das Kriterium Heirat wird wohl der ausschlaggebende Grund sein. Eigentlich müsste dem CH-Partner unter Abgabe des CH-Passes der deutsche Pass aufgedrängt werden, dann würden sich viel wohl anders besinnen. Antworten



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