Zürich
«Eine Stehplatzrampe wäre ein Sicherheitsproblem»
André Odermatt: Der SP-Stadtrat ist seit Mitte Mai Hochbauvorsteher der Stadt Zürich. (Bild: Keystone )
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Viele Fans kritisieren, das geplante Fassungsvermögen des neuen Stadions sei zu klein. Weshalb haben Sie die Kapazität auf 16'000 Zuschauer festgelegt?
Es gibt sehr viele Fans, die ein Fassungsvermögen von 16'000 Zuschauern gerade richtig und vernünftig finden, aber die sind weniger laut. Das Stadion genügt den Anforderungen von Fifa und Uefa für internationale Fussballspiele. Für gute Stimmung braucht es ein volles Stadion. Ein grösserer Bau verursacht zusätzliche ungedeckte Kosten, welche die öffentliche Hand finanzieren müsste.
Wer war am Entscheid beteiligt?
In dieser Phase war der Stadtrat beteiligt, in enger Zusammenarbeit mit den Clubs und der Taskforce Stadion, in der insbesondere das Sportamt seine grosse Erfahrung einbrachte. Nun wird der Gemeinderat darüber befinden, später auch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger.
Wie viele Zuschauer mehr könnte das Stadion fassen, wenn eine Stehplatzrampe eingebaut würde, wie sich das die Clubs wünschen?
Sicher einige mehr. Ob es aber Stehplätze geben wird, ist noch nicht entschieden. Eine Stehplatzrampe mit Tiefenwirkung und geringerer Neigung erfordert mehr Platz und steht im Widerspruch zur erwünschten «Kesselwirkung». Sie wäre zudem ein Sicherheitsproblem.
Wie viel teurer würde ein Stadion mit 20'000 Plätzen?
Genaue Angaben sind nicht bekannt, die Stadt hat sich bei der Ausarbeitung des neuen Projekts von Beginn an auf ein vertretbares Stadion mit 16'000 Plätzen konzentriert, dem auch die Clubs uneingeschränkt zugestimmt haben. Die Devise war immer, das kostenmässig Machbare und Vertretbare zu realisieren und nicht ein Renommé-Stadion. Das Areal ist so eng, dass es schwierig wäre, ein grösseres Stadion zu bauen. Denn es gibt eine klare Vorgabe, wonach das Fussballfeld Nord-Süd-Ausrichtung haben muss; der Torhüter darf wegen der Sonneneinstrahlung nicht gegen Westen spielen. Die Zuschauerzahlen von GC und FCZ zeigen, dass die Zahl von 16'000 Zuschauern nur ganz selten übertroffen wird. In der letzten Saison war das abgesehen von den drei Champions-League-Einsätzen des FCZ nur zweimal der Fall.
Wie viel höher würde ein um 4000 Plätze grösseres Stadion?
Dies müsste man genauer anschauen. Sobald das Stadion höher würde, müsste geprüft werden, ob die vom Baugesetz vorgegebenen 25 Meter eingehalten werden könnten. Wird es höher als 25 Meter, würde der Schattenwurf wieder zum Problem für die benachbarten Wohnbauten.
Inwieweit haben Überlegungen zum Schutz des Quartiers beim Entscheid mitgespielt?
Ob 20'000 oder 16'000 Zuschauer: Das ist für das Quartier nicht matchentscheidend. Es gab von dieser Seite her auch keinen Druck. Der Stadtrat ist in Absprache mit den Clubs der Ansicht, dass ein Stadion mit 16'000 Plätzen genau die richtige Grösse hat. So bleibt ausserdem genug Raum, um einen für das Quartier angemessenen Wohnbau zu erstellen. Im Umfeld des Stadions ist es für die geplanten Familienwohnungen wichtig und nötig, eine Hofrandbebauung mit geschütztem Innenhof zu erstellen. Dafür braucht es Platz.
Ein neues Stadion soll mehr Zuschauer anziehen. Durch die bescheidene Grösse wird das letztlich verunmöglicht. Ist das im Sinn des Stadtrats?
Die Stadt ist überzeugt, dass FCZ und GC sehr zufrieden wären, sie könnten das 16'000-Plätze-Stadion regelmässig füllen.
Könnte das fertig gebaute Stadion bei Bedarf aufgestockt werden, wie dies in Basel vor den Europameisterschaften in der Schweiz der Fall war?
Nein, das ist nicht geplant. Jetzt wollen wir erst einmal das Projekt für dieses Stadion vorantreiben, bevor wir uns über zukünftige Eventualitäten den Kopf zerbrechen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.07.2010, 06:43 Uhr
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