Zürich
Eine Stunde mehr Nachtruhe am Flughafen
Von Liliane Minor. Aktualisiert am 29.07.2010 15 Kommentare
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Die Nachtruhe am Flughafen ist ab heute Donnerstag eine Stunde länger. Starts und Landungen dürfen nur noch bis 23 Uhr geplant werden. Verspätete Maschinen können noch bis 23.30 Uhr landen oder starten. Bis anhin war eine Stunde später Schluss.
Für die Bevölkerung in den An- und Abflugschneisen bedeutet das eine deutliche Erleichterung. Zwar sind bereits heute keine Flüge mehr nach 22.45 Uhr geplant. Ein Blick ins Lärmbulletin zeigt aber, dass nach 23 Uhr noch längst keine Ruhe herrscht. Im Juni beispielsweise starteten in der Stunde vor Mitternacht 136 Flugzeuge Richtung Norden, 51 landeten von Osten her, 16 von Süden. Entsprechend grosse Hoffnungen setzen die Anwohnervereinigungen in die verlängerte Nachtruhe. «Wir haben fast täglich Flüge bis Mitternacht», sagt Fritz Kauf, Co-Präsident der Bürgerprotest Fluglärm Ost. «Und schlafen kann man immer erst nach dem letzten.»
Ausnahmen sind zu erwarten
Allerdings bleibt Kauf skeptisch, ob die Anwohner wirklich mit mehr Ruhe rechnen können. Auch Thomas Morf, Präsident des Vereins Flugschneise Süd Nein, fürchtet, dass der Flughafen grosszügig Ausnahmen gewähren werde. Mindestens bis zum Flugplanwechsel im September könne es vermehrt zu Ausnahmen kommen, bestätigt Flughafensprecherin Sonja Zöchling: «Die Verlängerung fällt mitten in die laufende Flugplanperiode, und zudem ist Ferienzeit. Da kommt es schnell zu Verspätungen.» Der Flughafen werde aber sicher jedes Mal genau prüfen, ob ein späterer Flug bewilligt werden könne.
Peter Staub, bis vor kurzem Präsident des Schutzverbands, appelliert an den Flughafen, sich mit Ausnahmen zurückzuhalten: «Es geht nur so. Wenn einer eine Bewilligung erhält, kommen sofort andere und wollen auch eine.» Normalerweise sind es vor allem Ambulanzflüge, die spätnachts noch fliegen dürfen. Aber auch Grossanlässe wie die Fussball-EM, technische Störungen, Streiks oder Unwetter können Grund für Ausnahmebewilligungen sein.
Entscheid gegen den Flughafen
Dass die neue Nachtruheregelung genau zum jetzigen, eher ungünstigen Zeitpunkt in Kraft tritt, liegt daran, dass ihr ein langes politisches und juristisches Tauziehen vorausging. Ursprünglich hätte die Verlängerung gleichzeitig mit dem geplanten neuen Betriebsreglement eingeführt werden sollen, aber gegen dieses sind von allen Seiten Beschwerden hängig.
Der Flughafen wollte die Verlängerung deshalb vorzeitig in Kraft setzen, verlangte aber gleichzeitig das Recht auf eine flexiblere Pistennutzung. Dagegen wehrten sich Anwohner und Gemeinden. Das Bundesgericht entschied gegen den Flughafen und setzte die Nachtruhe auf heute Donnerstag in Kraft, vertagte aber den Entscheid über die Pistennutzung. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.07.2010, 23:09 Uhr
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15 Kommentare
Ein Airport mit 7 Stunden Nachtruhezeit kanns einfach nicht sein! Ein Flughafen sollte allerhöchstens 4 Stunden Nachtruhe haben. Es ist zu wünschen dass Flughafengegner mal irgendwo auf der Welt hängen bleiben wegen solch unnützen Gesetzen! Mal sehen wie dann getobt wird! Aber anscheinend ist die Schweiz ein totaler Nährboden für solche Genossen!!! Antworten
Jaja. Erst zu günstigen Konditionen in die Pistenverlängerung ziehen (das Bevölkerungswachstum der Anrainer-Gemeinden spricht für sich) und sich danach gegen Fluglärm stark machen. Solche Verhaltensmuster sind leider immer mehr zu beobachten, nicht nur in der Fluglärmproblematik. Purer Egoismus und profitieren um jeden Preis setzen sich langsam aber sicher in der gesamten Gesellschaft durch... Antworten
Es wäre durchaus interessant zu wissen, aus welchen Gemeinden die Kommentierer stammen. Für mich als Bülacher und für meine Bekannten rund um den Flughafen wohnend, ist der Fluglärm kein Problem. Liebe Anflugschneise Süd Gegner, seid ihr vielleich intoleranter und verkennt die Wichtigkeit des Wirtschaftstreiber Flughafen Zürich, der sich nun Mal dem internationalen Wettbewerb stellen muss? Antworten
Leserbriefe Roman Engel / Peter Müller: Richtig: Für Ch ist der Airport viel zu gross, aber für die Abzockker die daran verdienen immer noch zu klein. Richtig: Für Ausnahmeflüge Nachts müsste - ausser für Ambulanzflüge - happig bezahlt werden. Das Flugahfenproblem zeigt auch wie wichtig eine Demokratie ist - ohne EU-Miglied zu sein. Denn Brüssel würde keine Rücksicht der Betroffenen nehmen. Antworten
Die Fluglärmdiskussion ist so was von aufgebauscht. Echt betroffen sind nur sehr wenige, für die allermeisten ist es schlicht kein Problem. Oder wie kommt es, dass die flughafennahen Gemeinden über ein überproportionales Bevölkerungswachstum verfügen und dazu erst noch zu den Gemeinden mit der höchsten Lebensqualität der Schweiz gehören (siehe Bilanz-Rating)? Antworten
@Roman Engel Natürlich ist der Flughafen überdimensioniert, aber das einem Bundesrat in die Schuhe zu schieben, ist falsch. Es ist der Kanton Zürich, der das zu verantworten hat (inkl. wir vom Volk, die das auch noch an der Urne angenommen haben). Daher, wenn schon, dann beim Regierungsrat meckern. Antworten
.....und wann wird ein Nachtfahrverbot für SBB-Güterzüge eingeführt ????....... Der Fflughafen ist keine Disco, er trägt für ALLE ziemlich viel bei zur Volkswirtschaft und besonders für das umliegende Gebiet, gar für die Schweiz. Grüsse, von einem Anwohner Zürich-Flughafen Ost Antworten
Ausnahmebewilligungen ja, aber nur gegen eine Gebühr die der Hälfte der Kosten für eine Uebernachtung aller Passagiere des Fluges kosten würde. Nur so gäbe man den Airlines einen Grund nicht mehr zu starten. Gleiches gilt bei verspäteten Ankünften. Ohne finanziellen Anreiz wird sich niemand daran halten. Antworten
Endlich mal ein vernünftiger Entscheid. Es kann und darf nicht sein, dass Anwohner darunter leiden müssen, dass Zürich einen völlig unnötig ü-b-e-r-d-i-m-e-n-s-i-o-n-i-e-r-t-e-n Flughafen betreibt, damit Umsteige-Touristen, übrigens billiger als Schweizer, in die ganze Welt fliegen können, ohne hier einen Franken liegen zu lassen. Zum Glück ist der Bundesrat, der dies eingebrockt hat, bald ....... Antworten
Zuerst unsere lieben nördlichen Nachbarn, die uns mit einseitigen Verordnungen das Leben schwer machen und nun wird der Flughafen auch noch von uns selbst stranguliert. Jetzt haben wir die kürzesteten Betriebszeiten aller int. Flughäfen in Europa... Und ich habe eine Stunde weniger Fluglärm. I love Fluglärm! Sollen die Lärmgeplagten wegziehen. Zentral wohnen und immer motzen, die habe ich gerne! Antworten
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Andreas müller
Zürich war, ist und wird Provinz bleiben Antworten