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«Eine Transplantation war die letzte Möglichkeit für meinen Vater»

Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 23.06.2010 11 Kommentare

Die 17-jährige Schülerin Christa Bodmer verlor ihren Vater nach einer Lebertransplantation. Heute wünscht sie sich, dass möglichst viele Menschen zu Organspendern werden.

Christa Bodmer und ihr Vater Hans: Nach einer Lebertransplantation verstarb der Vater im Alter von 44 Jahren.

Christa Bodmer und ihr Vater Hans: Nach einer Lebertransplantation verstarb der Vater im Alter von 44 Jahren.

Organspenden in der Schweiz

Ende 2009 warteten in der Schweiz 996 Patienten auf ein Organ. Das sind so viele wie noch nie. Nur bei 446 konnte eine Transplantation durchgeführt werden.

Denn, obwohl die Zahl der Spender stetig ansteigt, erreichen die Spitäler viel zu wenig Organe. (Quelle: Jahresbericht 2009 Swisstransplant).

Am Zürcher Universitätsspital wurden im Jahr 2009 50 Mal eine Lebertransplantation durchgeführt. Zum Vergleich: Bei den Herzen waren es neun, bei den Nieren 85.

Die Überlebenschancen liegen bei Leberpatienten liegen nach einem Jahr bei 89 Prozent, nach 10 Jahren sinkt diese Zahl auf 75 Prozent. (Quelle: Jahresbericht Universitätsspital 2009).

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Christa Bodmer steht kurz vor dem Schulabschluss. Die 17-Jährige besucht in Niederglatt die 3. Sekundarschule. Für ihre Abschlussarbeit hat sie sich ein für ihr junges Alter ungewöhnlich ernstes Thema ausgesucht: Organspenden. Ein Thema, das sie fast ihr ganzes Leben begleitet hat. 1998 wurde bei ihrem Vater Hans Bodmer Colitis Ulcerosa diagnostiziert, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Die Ärzte gaben ihm eine Lebenserwartung von fünf Jahren, aus diesen fünf würden schliesslich zehn werden. Es stellte sich heraus, dass die Leber grossen Schaden genommen hatte. Eine Transplantation wurde konkret und auch dringend nötig: «Ich habe sehr viel mit meinem Vater über eine Transplantation geredet. Er hatte immer Angst davor. Doch es war die einzige Möglichkeit ihn zu heilen», erinnert sich seine Tochter Christa zurück.

Das lange Warten auf ein passendes Organ

Hans Bodmer liess sich auf die Warteliste für Organempfänger setzen. Ein Jahr lang wartete er auf eine geeignete Leber. Und Christa wartete und hoffte mit ihm: «Wenn man auf der Warteliste ist, dann kann es jederzeit losgehen. Ferien im Ausland kamen für uns nicht in Frage.» Am 7. Juni 2008 erreichte den kranken Vater die gute Nachricht im Zürcher Universitätsspital: Man hatte eine passende Leber gefunden. Sofort wurde auch die Familie informiert.

Die schwierige Operation wurde auf den nächsten Tag angesetzt: «Ganz lange sah es sehr gut aus für meinen Vater. Doch fünf Wochen nach der Rehabilitation kam es zu einer Abstossung. Die Leber wurde dabei so stark beschädigt, dass mein Vater im Oktober verstarb». Hans Bodmer wurde nur 44 Jahre alt und hinterliess nebst Christa zwei weitere Töchter und eine Frau.

«Viele reden nicht mal mit ihren Angehörigen»

Ob Hans Bodmer eine frühere Transplantation gerettet hätte, ist schwierig zu sagen. Dass viel mehr Patienten gerettet werden könnten, davon ist Christa überzeugt. Dass nur wenige Menschen einen Spenderausweis besitzen, macht sie traurig. Organspenden sei noch immer ein Tabuthema: «Viele Leute wollen nicht einmal mit ihren Angehörigen darüber reden. Doch ist man plötzlich selber auf ein Organ angewiesen, wird man sich bewusst, wie wichtig das Thema ist.»

Nicht nur sei es ein Tabuthema, auch seien viele Vorurteile vorhanden: «Es gibt Menschen die wollen nicht spenden, weil sie denken, die Leber bekämen nur Alkoholiker.» Sie selber und ihre ganze Familie haben alle einen Spenderausweis. Von ihrem Gang an die Öffentlichkeit und ihrer Abschlussarbeit erhofft sich die Schülerin, dass es ihr möglichst viele Menschen gleichtun.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.06.2010, 10:13 Uhr

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11 Kommentare

Maren Hutmaier

23.06.2010, 10:35 Uhr
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Organspende ist eine gute Sache,wenn man sich über alle Konsequenzen bewusst ist. Die Spenderorgane werden nicht einem "toten" Menschen entnommen, sondern einem "Hirntoten",doch wann ist jemand hirntot? Die überlebenswichtigen Maschinen werden erst nach der Entnahme der Organe abgeschaltet,denn nur ein durchblutetes Organ kann gespendet werden.Diese Entscheidung muss man mit JA beantworten können. Antworten


Daniel Heusser

23.06.2010, 11:24 Uhr
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Eine einfache Lösung: Nur wer seit mind. 2 Jahren einen Spendeausweis auf sich trägt bekommt im Notfall ein Organ. Unsozial und egoistisch sagen Sie? Nein. Ich finde es egoistisch dass die Leute nicht bereit sind ihre Organe zu spenden oder sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Aber dann ein Organ möchten. Leider hat es der Gesetzgeber vertan hier eine gute Lösung zu schaffen. Antworten



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