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Eine der letzten grossen Autobahnlücken ist geschlossen

Aktualisiert am 15.11.2009

Seit Freitag ist das rund 18 Kilometer lange A4-Teilstück im Knonaueramt offen. Damit wurde unter eine jahrzehntelange Geschichte der Schlusspunkt gesetzt. Und die Innerschweiz rückte dem Wirtschaftsraum Zürich näher.

Von der Planung bis zur Fertigstellung dauerte es Jahrzehnte: A4-Teilstück im Knonaueramt.

Von der Planung bis zur Fertigstellung dauerte es Jahrzehnte: A4-Teilstück im Knonaueramt.
Bild: Reuters

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In Affoltern am Albis hatte Bundesrat Moritz Leuenberger am Freitagmittag das Autobahn-Teilstück eröffnet. Er begrüsste es als «nachhaltigste Autobahn aller Zeiten».

Künftig dürften täglich rund 50'000 Autos über die neue A4 brausen. Sie verbindet den Kanton Zug (3 Kilometer auf Zuger Gebiet) mit Zürich und schliesst eine der letzten grossen Lücken im Nationalstrassennetz. Gleichzeitig ist sie die Fortsetzung der im Frühjahr eröffneten Westumfahrung mit dem neuen Üetlibergtunnel.

Das Warten hat sich gelohnt

Mit ironischem Humor resümierte Leuenberger die wechselvolle Entstehungsgeschichte: «Bereits heute, gerade einmal 50 Jahre nach den Planungen dürfen wir die A4 einweihen». Das lange Warten hat sich aber laut dem Verkehrsminister gelohnt: Das A4-Teilstück sei ein Musterbeispiel für «sichereren, naturfreundlicheren und lärmfreieren Strassenbau».

So verläuft mit dem rund 5 Kilometer langen, aus Gründen des Landschaftsschutzes erstellten Islisbergtunnel ein guter Teil der Strecke unterirdisch. Dank der angepassten Linienführung sei die Bevölkerung heute wirkungsvoll vor Abgasen und Lärm geschützt.

1500 Franken pro Zentimeter

«Der nachhaltigere Strassenbau hat aber seinen Preis», betonte Leuenberger: Die 27 Kilometer lange Westumfahrung mit der A4 bis zur Zuger Grenze kostete den Bund 4 Milliarden Franken, 1500 Franken pro Zentimeter.

Von der neuen Autobahn kann sich neben Knonauer-Gemeinden auch das Sihltal eine wesentliche Entlastung versprechen. Der Autobahnzubringer bei Affoltern am Albis bringt aber auch Mehrverkehr aus dem Kanton Aargau, und die flankierenden Massnahmen lassen auf sich warten, was am Montag im Zürcher Kantonsparlament auch heftig kritisiert wurde.

Verkürzte Fahrzeit

Freude am neuen Teilstück hat die Innerschweiz: So verkürzt sich die Fahrzeit von Luzern nach Zürich um rund ein Drittel auf 35 Minuten. Zug und Luzern erwarten von der neuen Nähe zu Zürich denn auch wirtschaftliche Impulse. Für den Zuger Baudirektor Heinz Tännler «stärkt die A4 die Achse Zürich-Zug-Luzern als zusammenhängenden Wirtschafts- und Lebensraum», wie er anlässlich der Eröffnung sagte.

Anderseits wird im Üetlibergtunnel nach Zürich mit rund einem Drittel Mehrverkehr gerechnet - täglich 60'000 Fahrzeugen. Und auch der Druck auf die hoffnungslos überlastete Zürcher Nordumfahrung mit Gubrist nimmt laut Verkehrsplanern mit bis zu 15'000 neuen Fahrzeugen täglich weiter zu. Der neue A4-Abschnitt sei bei der Verkehrsplanung bereits für 2020 als Engpass eingetragen, gab die autokritische Organisation «Umverkehr» zur Eröffnung zu bedenken.

Widerstands-Geschichte

Die unendliche Geschichte der A4 im Knonaueramt begann 1970 mit dem Bau des 3 Kilometer langen Teilstücks von Cham bis Knonau im Kanton Zug. Der nie genutzte Autobahnstummel, der in der grünen Wiese endete, wurde schweizweit zum Symbol des Widestandes gegen Strassenbau.

Erst die Ablehnung der Kleeblatt-Initiative der Umweltschutz- Organisationen ebnete der umstrittenen A4 1990 den Weg. Wegen juristischer Widerstände bis vor Bundesgericht und der Neuplanung vergingen dann weitere 12 Jahre bis zum Spatenstich 2002. «» (etr/sda)

Erstellt: 15.11.2009, 14:18 Uhr

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