Elgger Brandstifter: «Ein offener und umgänglicher Typ»
Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 27.01.2012 13 Kommentare
Wie die Bewohner von Elgg auf die Festnahme des Feuerteufels reagieren. (Video: Keystone )
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Beim Schweizer Alpen-Club ist man ratlos. Der Vereinspräsident der Sektion kann kaum glauben, dass jener Mann, der jahrelang als Leiter bei Touren für Jugendliche aktiv war, der Feuerteufel von Elgg sein soll. «Er ist ein sehr offener und umgänglicher Typ und im Verein gut integriert.»
Zwar habe man gewusst, dass er bei einer freiwilligen Feuerwehr arbeite. Eine besondere Faszination fürs Feuer oder andere Auffälligkeiten seien aber nie zutage getreten. Auch scheint der 25-Jährige psychologisch nicht ins typische Bild eines Brandstifters zu passen. Weder Einsamkeit noch ein schwaches Selbstbewusstsein, wie sie ein Psychologe den Brandstiftern zuordnet, fielen im Verein auf.
Gut integriert, offen, in Vereinen aktiv: Woran soll man einen Brandstifter also erkennen? Besonders bei der Feuerwehr, die durch einen Feuerteufel in ihren Reihen einen deutlichen Imageschaden erleiden kann.
Psychologischer Test nicht möglich
«Einen psychologischen Test, der potenzielle Brandstifter identifiziert, gibt es nicht», erklärt Fabian Hegi, Sprecher von Schutz und Rettung Zürich. Bei der Berufsfeuerwehr durchlaufe man eine Reihe von Tests, so unter anderem zur Intelligenz, zu logischem Denken, Sportlichkeit oder Höhenangst. Auch Gespräche und eine Untersuchung durch einen Arzt stünden auf dem Programm.
Zudem müsse man neben einem Strafregisterauszug zusätzlich einen Auszug zu schweren Bussen- und Verkehrsdelikten vorlegen, bevor man überhaupt zu den anderen Tests eingeladen würde. «Dadurch werden sicher viele Leute ausgeschlossen, die eine kriminelle Energie aufweisen könnten», meint Hegi. Eine Garantie, dass ein Brandstifter dadurch identifiziert werden könne, gebe es aber nicht.
Hürden bei Milizfeuerwehr kleiner
Der Brandstifter wollte bereits zur Zeit seiner Aushebung zur Berufsfeuerwehr, wurde dort aber nie angenommen. Deshalb meldete er sich offenbar bei der freiwilligen Feuerwehr. Dort sind die Aufnahmehürden kleiner als bei der Berufsfeuerwehr.
Nach der Überprüfung der Personalien und des Arbeitgebers stehe vor allem das persönliche Gespräch im Vordergrund, wie Sascha Zollinger, Kommandant der Feuerwehr Uster, erklärt. «Darin finden wir heraus, wie jemand im Leben verankert ist.» Zollinger ist überzeugt, dass man in Gesprächen spüren könne, ob jemand nur aus Abenteuerlust zur Feuerwehr kommen wolle. «Gerade junge Menschen haben nicht immer die nötige Reife.»
Einen psychologischen Test gebe es bei Milizfeuerwehren in der Regel nicht. Erfahrungen mit Anwärtern, die für ihn wie mögliche Brandstifter wirkten, hat Zollinger keine. «Das kommt ja auch selten vor.» Auch die Gefahr, dass man aus Personalmangel Leute einstelle, deren psychologische Eignung fraglich sei, besteht laut Zollinger nicht: «Wir sind sehr gut aufgestellt und können ungeeignete Anwärter stets ablehnen.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.01.2012, 16:18 Uhr
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