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Energy: «Ein Felsblock fällt uns vom Herzen»

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 06.11.2009 7 Kommentare

Nachdem Ringier der Konkurrenz eine Lizenz für Radio Energy abgekauft hat, zeigen sich die Energy-Macher sehr erleichtert. Doch der Mann der Stunde heisst Giuseppe Scaglione.

Bleibt auf der gleichen Frequenz empfangbar: Energy Zürich.

Bleibt auf der gleichen Frequenz empfangbar: Energy Zürich. (Bild: Keystone)

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Er konnte sich ein diebisches Grinsen nicht verkneifen, nachdem die Mikrofone und Kameras einmal ausgeschaltet waren. Giuseppe Scaglione ist der Mann der Stunde und geht als grosser Sieger aus dem Zürcher Radiostreit hervor. Eine der beiden Empfangskonzessionen, die sein Music First Network bekommen hat, geht an Ringier.

Über den Verkaufspreis wollten die Vertragsparteien kein Wort verlieren. Dennoch war Scaglione anzumerken, dass er mit dem Deal sehr zufrieden ist. Die Frage, ob er der grosse Sieger sei, quittiert er mit einem vielsagenden Lächeln. Auf die Frage «Haben Sie die goldene Armbanduhr gerade jetzt gekauft?» antwortet er: «Nein, die habe ich schon länger».

60 Angestellte behalten ihren Job

Grosses Strahlen auch bei den Energy-Mitarbeitern, die ihre Stelle nun behalten: «Uns fällt ein Felsblock vom Herzen», sagte eine Radiomacherin gegenüber Tagesanzeiger.ch. «Nun machen wir weiter wie bisher.» Die langen Monate, in denen die Aussichten für den Sender immer düsterer wurden, hätten das Team zusammengeschweisst. «Jetzt wird gefeiert.»

Bisher ging Ringier-CEO Marc Walder den Weg vom Konzernsitz an der Dufour-Strasse zum Energy-Studio immer mit einem schlechten Gefühl. «Nun muss ich mich erst daran gewöhnen, mit einem guten Gefühl diese Redaktion zu betreten, die mir in den letzten Monaten sehr ans Herz gewachsen ist.» Am Tag an dem in der Schweiz erstmals mehr als 160'000 Menschen arbeitslos seien, freue er sich umso mehr, dass die rund 60 Angestellten von Energy nun ihren Job behalten könnten, sagte Walder. «Diese Angestellten haben zum Teil Familie, ihre ganze Existenz hängt an Energy.»

Alle seien zufrieden, der Verkauf eine Win-Win-Situation, lobte Walder. Giuseppe Scaglione würdigte er als Mann, der «einen weitsichtigen Entscheid» getroffen habe: «Die Radiolandschaft Schweiz wird gestärkt.»

RMC schafft keine 30 Stellen

Der Handel bleibt nicht ohne Ironie: Energy hat sich nun für teures Geld und im letzten Moment jene Lizenz gekauft, um die es sich gar nie beworben hatte. Denn anders als die Konkurrenz-Sender hatte das Ringier-Radio alles auf eine Karte gesetzt und nur eine grosse Konzession für die gesamte Region Zürich bis nach Glarus angestrebt. Um das flächenmässig kleinere Empfangsgebiet hatte man sich nicht einmal bemüht. Darauf angsprochen blieb Energy-Geschäftsführer Dani Büchi unbeirrt: «Wir würden wieder so vorgehen.»

Genau das gleiche sagte auch Giuseppe Scaglione. Er habe lange mit sich gerungen, ob er die eben ergatterte Konzession schon wieder weggeben wolle, erklärte er. Letztlich sei er mit der Lösung aber sehr zufrieden. Angestellte entlassen muss Scaglione nicht, denn noch hatte er für Radio Monte Carlo gar kein Personal eingestellt. Geplant wäre gewesen, dass RMC 30 zusätzliche Stellen schafft.

Mit ihm könne man weiterhin rechnen, so Scaglione: «Ich habe ja nicht die ganze Firma verkauft, sondern nur die Konzession.» Radio 105 bleibe der Sender für die Jugend und der innovativste Player im Markt. Er wolle nun die Digitalisierungsstrategie weiterführen und noch mehr ins Programm investieren.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.11.2009, 12:15 Uhr

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7 Kommentare

Leo Stern

06.11.2009, 13:35 Uhr
Melden

Wie kann es sein, dass man etwas von der Allgemeinheit sozusagen Gratis bekommt und verkauft es weiter für Millionen. Das sind Zustände wie wir sie in Russland und anderen aufstrebenden Ländern geisseln, aber wo ist hier der Unterschied? Der Steuerzahler gibt und Privat kassiert. Antworten


sandro gasser

06.11.2009, 13:55 Uhr
Melden

wie heisst der medienminister der schweiz? richtig: moritz leuenberger, SP Antworten



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