Ermittlungen gegen Ärzte wegen falschen IV-Zeugnissen

Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Arzt sowie zwei Ärztinnen wegen falscher ärztlicher Zeugnisse. Dabei geht es um IV-Missbräuche von zwei Patienten.

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Über beide Fälle berichteten am Wochenende die «Sonntags- Zeitung» und die «NZZ am Sonntag». Staatsanwalt Christophe Bodmer bestätigte am Montag auf Anfrage die beiden Strafverfahren.

Zwei falsche Arztzeugnisse

Der Arzt, ein Psychiater, hatte einem Chauffeur die Invalidität bescheinigt. Sein Patient wurde aber letztes Jahr wegen IV- Missbrauchs verurteilt, er hatte trotz IV-Rente voll gearbeitet.

Im zweiten Fall haben zwei Ärztinnen einem 58-jährigen Tramchauffeuer bescheinigt, er sei wegen schweren Rückenschmerzen und Depressionen arbeitsunfähig und könne kein Fahrzeug lenken.

Gleichzeitig sollen sie in einem Gutachten ans Strassenverkehrsamt die Fahrfähigkeit des Mannes bestätigt haben. Gegen den IV-Rentner läuft ebenfalls eine Strafuntersuchung.

Spezialstelle zur Ahndung von IV-Betrugsfällen

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat laut Bodmer in den letzten Jahren ihre Ermittlungstätigkeit im Zusammenhang mit IV-Betrug verstärkt. An IV-Entscheiden seien immer auch Ärzte beteiligt, die Gutachten erstellten. Das führe auch zu Verfahren gegen Ärzte.

Das Thema bleibt auch künftig ein Schwerpunkt der Ermittlungstätigkeit im Kanton Zürich: Laut Bodmer wird per 2009 bei der Staatsanwaltschaft eine Spezialstelle zur Ahndung von IV-Betrugsfällen geschaffen. (tif/sda)

Erstellt: 18.08.2008, 15:02 Uhr

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