Zürich

«Es ist beinahe unmöglich, auf der A4 versehentlich falsch zu fahren»

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 05.04.2011 31 Kommentare

Die Geisterfahrt vom vergangenen Sonntag im Uetlibergtunnel gibt noch immer Rätsel auf. Um auf die falsche Fahrbahn zu gelangen, müsse man fast schon mit Gewalt lenken, sagt ein Astra-Sprecher.

1/6 Sonntag, 27. März 2011, kurz vor 21 Uhr: Im Uetlibergtunnel prallte ein Autolenker frontal in ein anderes Fahrzeug.
Bild: Markus Heinzer, newspictures

   

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Am späten Sonntagabend war ein 46-jähriger Mann im Uetlibergtunnel in falscher Fahrtrichtung unterwegs und verursachte dabei eine Frontalkollision. Zwei Menschen mussten mit teils schweren Verletzungen ins Spital gebracht werden. Wie es zu dieser Geisterfahrt kam, ist laut Angaben der Kantonspolizei Zürich noch immer unklar. Auch die Blutprobe, die dem Unfallverursacher sofort entnommen wurde, ist noch nicht ausgewertet. «Es kann Tage dauern, bis diese Daten vorliegen», sagt Mediensprecher Werner Benz.

Die Autobahn, die durch den Uetlibergtunnel führt, wurde erst Ende 2009 eröffnet. Sämtliche Markierungen und Bauten entsprechen den neusten Sicherheitsnormen auf dem Schweizer Strassennetz. Deshalb ist man auch beim Bundesamt für Strassen (Astra) erstaunt über diese Geisterfahrt. «Es ist beinahe unmöglich, auf der A4 versehentlich falsch zu fahren», sagt Astra-Mediensprecher Thomas Rohrbach gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Über 1000 Anschlüsse neu signalisiert

In der Schweiz gebe es rund 400 Autobahnauffahrten, so Rohrbach weiter. «Kurvenradius und Einfahrtswinkel sind jeweils so berechnet, dass man ein unnatürliches Fahrverhalten an den Tag legen muss, um dort in die falsche Richtung einzubiegen. Es geht fast nur mit Gewalt.»

Hinzu kommen die Strassenmarkierungen, die bis Ende 2010 durch die Astra verbessert wurden. «Über 1000 Anschlüsse wurden neu signalisiert», erklärt Rohrbach. «An jedem Anschluss ist auf beiden Seiten der Fahrbahn eine Kennzeichnung angebracht, die vor der falschen Einfahrt auf die Autobahn warnt. Wir haben die Signale sogar von der Normgrösse 90 cm auf 120 cm vergrössert. Auch die Richtungspfeile am Boden sind jetzt doppelt so breit wie früher und reflektieren.» Baulich sei getan worden, was man tun könne, um die Sicherheit zu gewährleisten. «Aber Autobahnen sind keine geschlossenen Systeme.»

Bis zu 12 Geisterfahrten pro Jahr

Durchschnittlich kommt es auf dem gesamten Schweizer Strassennetz zu 10 bis 12 Geisterfahrerunfällen pro Jahr. «Im Schnitt wird pro Jahr ein Mensch bei Geisterfahrten getötet», so Rohrbach. Etwa die Hälfte der Geisterfahrer gelangt versehentlich über die Ausfahrt auf die Autobahn. Die andere Hälfte wendet auf der Autobahn.

«Selbstverständlich spielt auch der Zustand des Menschen hinter dem Lenkrad eine Rolle», fügt der Astra-Sprecher hinzu. Oftmals seien die Lenker übermüdet oder sie stünden unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten. «Es kann aber auch vorkommen, dass die Fahrer absichtlich falsch auf die Autobahn fahren.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.03.2011, 16:08 Uhr

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31 Kommentare

Walter Angst

29.03.2011, 17:07 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Durch eine massive Geschwindigkeitsreduktion kommen solche Raserunfälle nicht mehr vor! Da blocht man mit 80 km/h auf einen Tunnel zu und muss sich blitzschnell entscheiden. Antworten


Daniel Landwehr

30.03.2011, 12:34 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Bei einem BMW-Fahrer wundert mich grundsätzlich gar nichts. Antworten



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