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Der grünliberale Etikettenschwindel

Grün und liberal: Das ist mehr als die Losung einer Partei. Es spiegelt sich darin das Lebensgefühl einer – vornehmlich – urbanen Elite, die sich als Avantgarde des 21. Jahrhunderts versteht.

Stefan Häne, Redaktor «Tages-Anzeiger».

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Die Grünliberalen reiten auf einer Erfolgswelle, neu auch in der Stadt Zürich, wo sie am Wochenende fast 10 Prozent der Stimmen ergattert haben. Sie wollene jene Kraft sein, welche die Wirtschaft und die Umwelt miteinander aussöhnen kann. Der grünliberale Mensch trinkt Rotwein aus Chile – biologischen. Er fährt Auto – mit Hybridantrieb. Er reist nach New York – mit Klimaticket. Beispielhaft zeigt sich dieser Neo-Hedonismus bei GLP-Mitbegründer Martin Bäumle. Der Nationalrat fährt in der Freizeit Motorrad, verbraucht aber «maximal» 200 Liter Benzin pro Jahr, wie er auf seiner Homepage schreibt.

Widerspruch: Grün und liberal

Ökologische Gewissensbisse kennt der grünliberale Mensch nicht. Verbote sind ihm nicht geheuer. Sein Glaube an den technischen Fortschritt ist felsenfest. Er setzt auf Anreize, die jeden Menschen quasi automatisch zum umweltbewussten Individuum reifen lassen. Doch just hier krankt das Konstrukt. Grün und liberal – das geht nicht zusammen, wenn Realität werden soll, was die Grünliberalen an vorderster Front propagieren: die 2000-Watt-Gesellschaft.

Die Herausforderungen sind gewaltig. Ein Beispiel: Wer in Bern wohnt und mit dem Zug nach Zürich zur Arbeit fährt, sprengt den Rahmen bereits. Denn allein die Pendlerei frisst 1500 Watt seines Energiebudgets. Eine Gesellschaft, die pro Kopf dreimal weniger Energie verbrauchen soll als heute, wird folglich nicht darum herumkommen, sich einzuschränken und zu verzichten. Das ist keine erquickliche Aussicht für den Liberalen, der seinen Lebensentwurf frei gestalten will. Verzicht geschieht in der Regel nämlich nicht freiwillig: Es wird Verbote und Eingriffe in unser Leben brauchen, um das ehrgeizige Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen. Spätestens wenn sich diese Erkenntnis in der Gesellschaft und Politik durchsetzt, werden die inneren Widersprüche der Grünliberalen zutage treten und die Partei vor eine Zerreissprobe stellen.

Anderer Name, weniger attraktiv

Vorerst aber hat die GLP damit zu kämpfen, ihre Wähler bei der Stange zu halten. Im Kanton Zürich wollte sie vor einem Jahr im Verbund mit den Bürgerlichen die Steuerprivilegien ausländischer Millionäre retten. Auf Bundesebene wollte sie letzten Sonntag den Umwandlungssatz in der beruflichen Vorsorge senken. In beiden Fällen hat die GLP die Abstimmung verloren. Auf Wähler, die sich enttäuscht von der SP und den Grünen abgewendet haben, wirkt die Partei gleichwohl attraktiv. Ihre Anziehungskraft verdankt sie massgeblich ihrem Namen – zweifelsohne eine Meisterleistung des Politmarketings. Weniger Zugkraft hätte die Partei, wenn sie sich als das betitelte, was sie im Kern ist: rechts-grün. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.03.2010, 04:00 Uhr

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49 Kommentare

Thomas Marthaler

31.03.2011, 19:39 Uhr
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Eine nüchterne, zutreffende Einschätzung. Ich hoffe, dass sich im Zürcher Gemeinderat mit ihnen wenigstens ökologische Anliegen durchsetzen lassen. Antworten


Matthias Erzinger

29.03.2011, 11:02 Uhr
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Die Leistungsbilanz der "Grünliberalen" sowohl in Winterthur wie auch im Kanton Zürich ist erbärmlich. Ausser Steuersenkungen und sinnlose, kontraproduktive Sparmassnahmen haben sie gar nichts geleistet - und insbesondere im Bereich Umweltpolitik müsste ihnen die Farbe Grün mehr als nur aberkannt werden. Sie sind weder Grün noch liberal, sondern eine reine Karrieristenpartei. Antworten


Rosmarie Sutter

29.03.2011, 10:59 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ich kenne da einen "Dunkelgrünen". Der stört sich an den Strassen und Autobahnen. Als er wieder mal so lamentierte sagte ich zu ihm. Sie haben doch ein Ferienhaus im Tessin und fahren fast jedes Wochenende ins Tessin mit dem Auto. Da meinte er...ja schon...aber da die Strassen schon gebaut sind muss man sie auch benützen. Bei so einer Argumentation war ich sprachlos. Antworten


Markus Alder

13.05.2010, 22:05 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Grünliberalen erscheinen mir ehrlicher als die Rotgrünen, von denen viele ihre Ideologie nicht leben. Mir begegnete ein Grüner, der sich über Mc Donald`ereiferte und dabei ein Steak ass, ebenso eine Velopolitikerin, die ihren Offroader auf den Radstreifen parkierte. Die Grünliberalen stehen immerhin zu ihren "Sünden". Sind "bürgerliche" Politiker, die gegen KKW hetzen, besser? Antworten


Tom Tauna

12.03.2010, 18:31 Uhr
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Ob die Grünliberalen mehrheitlich einem ausgewogenen Weg als Verfechter von realitätsnahen und verantwortungsbewussten Lösungen treu bleiben oder aber in medial attraktivere Polarisierungen abgleiten, das wird sich noch zeigen. Was aber soll falsch sein am Grundsatz, das ökologisch Notwendigen über hocheffiziente Marktmechanismen anzusteuern statt durch Verbote die gar nie mehrheitsfähig werden? Antworten


Eva Gutmann

12.03.2010, 15:22 Uhr
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Man sollte aber doch bei den Fakten bleiben: Im Kantonsrat stimmt die glp bei Umweltfragen meistens mit den Grünen. Bei der Steuerpolitik hat sich die glp mit einem konstruktiven Referendum gegen die unverschämte Steuersenkungsvorschläge für die Allerreichsten (Vorschlag von FDP und SVP) gewehrt. Die Attraktivität für gute Steuerzahler muss gewahrt bleiben, aber nicht nach FDP / SVP - Manier. Antworten


Luca Rosario Roth

11.03.2010, 10:52 Uhr
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Das rechts-grüne Stigma versuchen uns Eifrige schon seit Jahren einzunageln- billige Ablenkung. Nehmen wir Winterthur. Hier haben über 10% der Wähler grünliberal gewählt. Der grenzenlose rot-grüne Bevölkerungszuwachstraum, um Steuern zu generieren, hat völlig versagt. Schulen und Infrastruktur wurden vergessen. Kosten explodieren und wenn das Geld fehlt, sind die Wahlsieger schuld. Antworten


Marius Muff

11.03.2010, 10:11 Uhr
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@ Hans Meier Wie Glauben Sie würde die Landwirtschaft Produzieren wenn die Direktzahlungen gestrichen würden? Falls man nicht mehr produzieren soll in CH wird im Ausland Produziert für uns das ist klar, aber ist die Umwelt nicht ein Globales Problem und denken sie da wird es Umweltfreundlicher gemacht? Antworten


Rudolf Steiner

11.03.2010, 03:21 Uhr
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'Grünliberal' ist nur das Label, entscheidend sind letztendlich die politischen Inhalte. Die GLP befürwortet im Übrigen die Abschaffung des Pendlerabzugs in der Steuererklärung, denn im Gegensatz zu den Grünen ist sie nicht der Meinung, dass mehr Mobilität per se besser sei, nur weil sie mit dem ÖV geschieht. Soviel zum Thema von Bern nach Zürich pendeln. Antworten


Lukas Lautenschlager

10.03.2010, 16:09 Uhr
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Bin kein GLP-Wähler und bin gegenüber dem «Wir-sind-nicht-links-und-nicht-rechts-und-irgendwie-gar-nicht-politisch»-Gerede eher skeptisch. Dennoch: Lassen wir die Leute jetzt in der Stadt Zürich mal arbeiten, sollen sie zeigen, was sie können. Dann wird sich auch zeigen, wo sie wirklich stehen und jenen Teil der Wählerschaft wieder verlieren, der sich nicht repräsentiert fühlt. Also ganz ruhig... Antworten


Hans Meier

10.03.2010, 14:45 Uhr
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@Welti Würden wird die Landwirtschfatssubventionen streichen. Hätten wir gespart und sehr viel für den Naturschtz erreicht. Antworten


Hans Meier

10.03.2010, 14:43 Uhr
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Ich will unsere Umwelt und die Natur schützen. Bin aber sonst meist gegen die linken Ideen. Ich bin z.Bsp. für Alternativenergien, aber gleichzeitig gegen Beschränkungen der Ladenöffnungszeiten. Die GLP ist eine alternative für alle die zwar grün wählen wollen, aber nicht gleichzeitig links der SP. Antworten


Jonas Schmid

10.03.2010, 14:40 Uhr
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Der letze Satz triff es auf den Punkt, die Grünliberale Partei, ist eine knallharte Wirtschaftspartei, die sich ein grünes Mäntelchen übergeworfen hat. Ich frage mich wie lange es dauern wird, bis die Wähler sehen, dass sie eben keine Ökologen sondern Ökonomen wählen.... Antworten


Eric Zeller

10.03.2010, 14:33 Uhr
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Wer sagt denn, dass die 2000 Watt-Gesellschaft als Mass aller Dinge genommen werden muss. Zumal ich z.B. als Mieter nur beschränkt Einfluss auf meinen Energieverbrauch nehmen kann. Mir ist ein zufriedener und ausbalancierter Grünliberaler jedenfalls zehnmal lieber als ein verbissener Öko-Freak der alle Schuld bei den andern sucht. Antworten


Judith Bellaiche

10.03.2010, 14:23 Uhr
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Lieber Tagi, Ihr seid ja meine Lieblingszeitung. Aber jetzt hört doch endlich auf, aus nichtigem Anlass auf der GLP herumzuhacken, Ihr verliert langsam an Glaubwürdigkeit. Diese unqualifizierte, seichte Kritik ist Eurer nicht würdig. Findet Euch endlich damit ab, dass die GLP jetzt eine neue politische Kraft ist und mitreden will, punkt. Ich trinke übrigens Wein aus Europa. Antworten


Daniel Gerber

10.03.2010, 14:22 Uhr
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Schade, dass im Tagi «Fakten» publiziert werden, die offensichtlich falsch sind. Ich weiss nicht, ob Stefan Häne einer anderen Partei angehört und den Grünliberalen den Erfolg missgönnt oder ob es einfach Unkenntnis ist. Mit Zürich-Bern zur Arbeit fahren braucht jemand 7 % seiner 2000 Watt. Und auf Smartvote und auch schon im Tagi publiziert zeigt: Grünliberale politisieren in der liberalen Mitte. Antworten


Pascal Welti

10.03.2010, 14:11 Uhr
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Endlich nennt jemand das Kind beim Namen! Rechts-Grüne mit blindem Fortschrittsglaube. Umweltschutz und Sparpolitik gehen logisch einfach nicht zusammen... Antworten


Ralph Sommerer

10.03.2010, 13:18 Uhr
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Der Ton des Kommentars mag evtl. provokativ sein (Wein aus Chile etc), aber die Grundthese ist korrekt: grün und (wirtschafts-) liberal ist ein Widerspruch. Das neo-liberale Trio von Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung ist in der Konsequenz unökologisch, denn letzlich ist auch ein Umweltgesetz eine Regulierung. Wirtschafts-liberal geht nicht automatisch zusammen mit sozial-liberal. Antworten


Tom Berger

10.03.2010, 12:39 Uhr
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Warum sollten liberale und wirtschaftsfreundliche Personen nicht für vernünftigen Umweltschutz einstehen. Dies ist kein Wiederspruch. Die GLP wirkt allerding eher wie ein "Wellness-Paket" für politisch-korrekte Bürger mit schlechtem Gewissen wegen ihres Konsumverhaltens. So wie "light-food" für die Linie. Das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft ist allerdings eine völlige weltfremde Utopie. Antworten


Johann Huber

10.03.2010, 12:37 Uhr
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Bio ist übrigens nicht gleich Oeko. Antworten


Stefanie Heierli

10.03.2010, 12:36 Uhr
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Also bei allem Respekt Hr. Häne. Auch andere Politiker wie z.B. andi Gross von der SP reisen doch viel und oft in der Welt herum (angeblich wegen den Aemtern) und predigen laufend die oekologische Gesellschaft. Antworten


Philipp Aregger

10.03.2010, 12:35 Uhr
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Der politische Kindergarten (sorry) streitet zäh um jedes Wörtli. Was heisst "rechts-grün"? Das Gegenteil von "links-atomar"? Wie im Artikel angedeutet, finden die Grünliberalen offenbar Zuspruch im Milieu der gegenwärtigen Yuppies. Ist es nicht erfreulich, wenn heutige Yuppies ökologisch ticken? Wo doch in den 80ern das Yuppie-Milieu noch Kahlschlagpolitik à la Thatcher und Reagan vergötterte ... Antworten


Pierre Rappazzo

10.03.2010, 12:32 Uhr
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Ich bin bürgerlich, grün und echt liberal. Ich bin gegen Atomkraftwerke und für erneuerbare Energie, gegen Minarette aber stimmte trotzdem Nein, für die freie Pensionskassenwahl und für eine freie Wahl des Umwandlungssatzes, für die Offenlegung der Parteienfinanzierung, für weniger Staat aber mehr direkte Demokratie usw. Das ist echt liberal. Antworten


Marc Schmid

10.03.2010, 12:20 Uhr
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Wenn der Bevölkerung die Konsequenzen der 2000-Watt-Gesellschaft bewusst werden, dann bekommt nicht bloss die GLP ein Problem. Sobald man mit Effizienzverbesserungen nicht mehr weiter kommt, würden massive Staatseingriffe wie z.B. Fahrverbote, Wohnflächenbeschränkung, Lebensmittelrationierung u.dgl. notwendig. Der Support in der Bevölkerung für die 2000-W-Gesellschaft wird völlig zusammenbrechen. Antworten


Yannick Hagmann

10.03.2010, 12:15 Uhr
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Das Abstimmungsverhalten der Grünliberalen scheint mir noch unberechenbarer als das der CVP. Deren JA zum Waffenexport war z.B. ethisch verwerflich. Der Artikel bringt den Etikettenschwindel gut auf den Punkt. Das die Grünen links von der SP stehen sollen, ist Quatsch. Ich wähle meist Grün, weil diese meist eben gerade nicht so stark mit Gewerkschaften verbandelt sind oder roten Ideologien folgen. Antworten


Leopold Küttel

10.03.2010, 12:13 Uhr
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@Walter Kuhn: Ihre Aussage ist wohl richtig, ausser, dass das mitnichten rot-grüne Politik ist, die sie da monieren. Das rot-grüne Konsumentendendenken richtet sich gegen Abzockerei und fördert Nachhaltigkeit. Vor allem die Aussage bez. Streben nach billigen Flügen ist absolut absurd. Energie ist zu billig, da stimme ich zu. Ist es besser Milliarden in die Taschen der Axpo-Aktionäre schaufeln? Antworten


Urs Kummer

10.03.2010, 11:59 Uhr
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"Der grünliberale Mensch trinkt Rotwein aus Chile - biologisch". Interessante Nebenmerkung, nebst Ihren Belehrungen, lieber Stefan Häne, nur leider ist auch diese grundfalsch: Ich lade Sie ein, meinen Weinkeller zu besuchen, dort werden Sie keinen einzigen aussereuropäsichen Tropfen finden, denn auch hier gilt: Qualität und Terroir kommen vor Quantität und Etikettenschwindel. Antworten


Peter Gutknecht

10.03.2010, 11:57 Uhr
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nein, die 2000-Watt-Gesellschaft erreicht man ohne Verbote. Was der erhobene Zeigefinger oder Verbote nicht schaffen, erreicht man viel leichter über die Preise (kostenneutrale Energiesteuern). Der Umweltschützer, egal ob arm oder reich, hat dann mehr Geld, der Umweltsünder hat weniger. Die Tomaten aus dem Wallis sind dann in Zürich automatisch teurer als diejenigen vom Zürcher Bauern. Antworten


Dan Wunderli

10.03.2010, 11:42 Uhr
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Ein Grüner würde nie nach Indien oder Afrika reisen? Pah. Die Mobilität nimmt zu. Punkt. Wenn Grüne mit Ross und Wagen pendeln oder in die ach-so-alternativen Ferien nach Indien oder Afrika reisen wollen, bitteschön. Die Grünliberalen stellen sich wenigstens den Realitäten und versuchen nicht, einen Energieverbrauch wie im Mittelalter mit der Technologie und Lebensstandard von heute zu vereinen! Antworten


Nora Martinek

10.03.2010, 11:41 Uhr
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Diese angebliche 2000-Watt-Gesellschaft ist ein Blödsinn - sollen doch die Grünen meinen Energieverbrauch kompensieren - ich brauche soviel Energie wie es eben für einen angenehmen Lebensstandard braucht. Gebäudesanierungen und anderes was technisch machbar ist finde ich ok, aber wenn das nicht reicht, brauchts halt mehr AKW's - die produzieren sauberen Strom. Antworten


David Maimon

10.03.2010, 11:39 Uhr
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Spricht hier ein schlechter Verlierer? Ganz ofensichtlich spricht die GLP ein Wählerpotential an, das sich vor ökologischen bedenken nicht verschliessen will, aber ökonomisch liberal und nicht sozialistisch ausgerichtet ist, wie die Alt-Grünen. Man kann es sich natürlich einfach machen, und alles das einem nicht passt in die "rechte" (will heissen "böse"?) Ecke stellen ... Antworten


JOhn Kipkoech

10.03.2010, 11:32 Uhr
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Nein, falsch. Die Grünliberalen sind Null grün. Was bleibt ist die Rechts-Richtung mit viel Luft. Tatsächlich ist das prioritäre Anliegen dieser Partei die Senkung der Steuern in der Schweiz - nun, wer möchte das nicht? Es wird aber vergessen, dass wir im Vergleich mit allen Nachbarländern immer noch viel weniger Steuern zahlen. Und die Finanzierung der auch grünliberalen Anliegen braucht Geld! Antworten


Nils Leuzinger

10.03.2010, 11:31 Uhr
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Ich bin zwar FDP Wähler, kann aber die grünliberale Idee bestens nachvollziehen. Was mich vielmehr wundert, ist, dass viele an sich bürgerlich denkende Wähler (aus schlechtem Gewissen?) auf die Grünen hereinfallen. Das in der NZZ regelmässig publizierte Abstimmungsverhalten unserer Bundesparlamentarierer zeigt eindeutig, dass die Grünen wie die extreme Linke abstimmt (weit links der SP!) Antworten


Beat Hess

10.03.2010, 11:28 Uhr
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Selber (wegen ihrer Sozialpolitik) überzeugter Grüner finde ich GLP-Bashing, was ökologische Themen betrifft, unangebracht. Kaum ein Mensch lebt die reine Lehre, auch Skiferien, Wein aus Spanien und das tägliche Pendeln sind nicht CO2-neutral. Etwas Pragmatismus (umweltbewusst sein/handeln und trotzdem das Leben geniessen) bringt der Umwelt mehr als hehre, unerreichbare Ideale und Gewissensbisse. Antworten


Hans-Christian Müller

10.03.2010, 11:27 Uhr
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GL: Lebenslüge der Scheinheiligen. Das ist aber seit der Abspaltung erkennbar, und der Erfolg zeigt nur, wie sich das Wahlvolk blenden lässt. Grün ruft nach Bescheidenheit, hat einen konservativen Touch und bremst den wirtschaftlichen Fortschritt. Was liegt also für karrieregeile Politiker/Innen näher, als sich dazu noch liberal zu nennen? So wird schlechtes Gewissen in allen Bereichen beruhigt. Antworten


Roman Günter

10.03.2010, 11:18 Uhr
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Mittlerweile ist doch bekannt, dass es illusorisch ist, eine Gemeinschaft funktioniere nur fremdgesteuert. An dieser Illusion leiden Linke wie Rechte, obwohl diese meistens das Gegenteil behaupten. Da ist es doch erfreulich, dass eine Partei auf Selbstverantwortung setzt mit dem Ziel, einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. Das ist harte Arbeit und kann nicht mit einfachen Slogans erledigt werden. Antworten


Walter Kuhn

10.03.2010, 11:08 Uhr
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Rot und Grün ist der wirkliche Widerspruch. Das rote Konsumentenschutzdenken führt über billige Preise zu billiger Energie und damit zu Energieverschwendung. Jeder glaubt einen Anspruch zu haben auf billige Heizung, Flüge und Abzüge von den Steuern für Pendelkosten. Die Energiesteuer statt MWSt. wird wirken. Preis und Verbrauch hängen sehr eng zusammen. Bisher sanken die Energiepreise real. Antworten


Martin Willy

10.03.2010, 11:07 Uhr
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Genau diese Abkehr von der öko-dogmatischen "Holier-than-thou" Haltung macht dir Grünliberalen so erfolgreich. Die grün-rote Ökopolitik lebt seit Jahren einer ideologischen Falle und verkennt den zentralen Treiber des aktiven und gelebten Umweltschutzes: Wohlstand. Ökologie muss man sich zuerst und weiterhin leisten können. Das ist der Kern der nachhaltigen Politik der grünliberalen. Antworten


Martin Holzherr

10.03.2010, 11:04 Uhr
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Die GLP rechts-grün, die Grünen rot-grün und deutlich links der SP positioniert, das trifft wohl zu und begründet auch den Erfolg der GLP. An der 2000-Watt Gesellschaft scheitert aber nicht nur die GLP sondern auch die Grünen, die sich ja als sozial geben. Auch Grüne können das Pendeln per Zug von Bern nach Zürich nicht verteufeln ausser sie begnügen sich mit 5% Wähleranteil. Antworten


Nadine Binsberger

10.03.2010, 11:02 Uhr
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Wenn die Rechten auch grün werden, dann steigt die Chance wenigstens, dass wir uns auch in Zukunft überhaupt über links und rechts streiten können. Denn ohne intakte Umwelt können wir auch unsere Ideale gleich sofort ablegen. Antworten


Simon Vonlanthen

10.03.2010, 10:50 Uhr
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Die Partei ist in der Tat recht attraktiv für einen gutverdienenden, urbanen Menschen wie ich es einer bin. SVP ist zu fremden- und freudenfeindlich, die SP ist viel zu links und unattraktiv, die FDP momentan extrem schwach, die CVP zu christlich, die GP zu Seide, Wolle Bast(ian). Was bleibt da denn da sonst noch übrig? Antworten


ruth leemann

10.03.2010, 10:46 Uhr
Melden

Herr Bäumle GLP polarisiert viel zuviel, und das nur um Wahlen zu gewinnen. Solche Strategien wird die GLP schwächen. Ferner wünscht das Schweize Volk auch keine Regierungsreform, wo 9 statt 7 Bundesräte von der GLP gefordert werden, damit sich die Partei schon jetzt Gedanken über dieses Thema machen kann. Antworten


Jürg Schmid

10.03.2010, 10:37 Uhr
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Zutreffende Analyse und Charakterisierung: "Rechts-Grün" bringt es auf den Punkt. Antworten


Ralph Sommerer

10.03.2010, 10:36 Uhr
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Treffende Analyse! Die Grünliberalen sind eigentlich moderat-grüne Freisinnige (Grünsinnige?), was sich durch Stimmverhalten und Abstimmungsparolen zeigt: für Steuergeschenke an Reiche, für den "Rentenklau", aber auch für moderaten Umweltschutz, solange er wirtschaftsfreundlich und damit harmlos ist. Sie mögen ein Vakuum in der Mitte füllen, aber eine Wahl für echte Grüne Politik sind sie nicht. Antworten


Hans Müller

10.03.2010, 10:32 Uhr
Melden

Für mich ist die GLP attraktiv, weil ich weiss, was liberal heisst. Das verträgt sich durchaus mit vorausschauendem Umgang mit Ressourcen. Ich empfehle einen Blick in s Lexikon. Antworten


Martin Widmer

10.03.2010, 10:31 Uhr
Melden

Der grünliberale Mensch trinkt Wein aus Chile und fährt ein Hybrid-Auto, irgendetwas mach ich offensichtlich falsch, wenn ich Wein aus der Region trinke und Zug fahre und dies sogar noch aus freien Stücken, ohne, dass mich der Gesetzgeber dazu zwingt. Grün und liberal ist im Gegensatz zu grün und sozialistisch kein Widerspruch, im Gegenteil zukunftsweisend. Antworten


Jules Mari

10.03.2010, 10:30 Uhr
Melden

Leider haben Sie mit Ihrer Analyse nicht unrecht. Ich hatte ursprünglich gehofft, dass die glp konsequente Umweltpolitik vertreten würde und gleichzeitg die gesellschafts- und finanzpolitischen Klischees der Linken und Rechten vermeiden könnte. Sie entpuppt sich jedoch immer mehr als grünliche FDP.... Schade, ich hatte mir mehr erhofft, sehe aber auch keine bessere Alternative... Antworten


patric Ilg

10.03.2010, 10:21 Uhr
Melden

An den Haaren herbeigezogener Artikel und deplazierter Titel. Bin KEIN Wähler der Gründliberalen aber es gibt absolut Raum für diese Sicht der Dinge, liberal und Umweltschutz schliesst sich sicher nicht aus. Antworten


Jan Flückiger

10.03.2010, 10:14 Uhr
Melden

Grünliberal ist kein Etikettenschwindel. Das Zauberwort um grün&liberal zusammenzubringen heisst Kostenwahrheit. Es geht darum, dass man auch tatsächlich für den Schaden bezahlt, den man anrichtet. Wenn das Benzin 5 Franke / Liter kostet oder das Fliegen wieder teurer wird, überlegt man zweimal, ob man nicht lieber den Zug nimmt! Antworten



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