Europaallee-Baustelle soll «leuchten und tönen»
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Heute Donnerstag wurde das Siegerprojekt präsentiert - es heisst «Space» und stammt vom Zürcher Kuratoren Patrick Huber. Das ausgewählte Kunstprojekt will die Baustelle zum Ausstellungsort machen: Mit Lichtinstallationen, «Klanglandschaften» und Konzerten sollen sich die Zürcherinnen und Zürcher schon währen der Bauzeit der Europaallee in den Jahren 2011 bis 2019 mit dem neuen Quartier anfreunden.
Für die zehn Jahre dauernde Bauzeit sind insgesamt 30 Einzelaktionen geplant, welche die Arbeiten mit künstlerischen Mitteln begleiten sollen. Wie das konkret tönen und aussehen soll, konnte die Zürcher Stadträtin Ruth Genner bei der Präsentation vor den Medien noch nicht sagen. Die Einzelprojekte würden nun erst ausgearbeitet.
«Nicht am Schluss noch einige Skulpturen verteilen»
Nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2020 kommt schliesslich die zweite Etappe von «Space» zum Einsatz, die fester Teil der Europaallee werden wird: Die Kunst besteht auch dann aus Lichtern und Geräuschen, welche der Grossüberbauung eine Identität geben und - so hoffen die Verantwortlichen - auch im Ausland für Aufmerksamkeit sorgen wird.
Man habe bewusst eine solche Lösung gewählt, sagte Genner. «Wir wollten nicht das Quartier fertig bauen und am Schluss noch einige Skulpturen verteilen.» Man habe nach einer Lösung gesucht, welche die Menschen in dieses neue Areal bringe und es ihnen ermögliche, sich mit dem neuen Lebensraum auseinanderzusetzen.
Die Lichtinstallationen an und zwischen den Gebäuden werden die Europaallee vor allem in der Nacht übers Quartier hinaus leuchten lassen. Die Geräusche jedoch, die beispielsweise aus einer Regenrinne kommen könnten, werden abends leiser gestellt - schliesslich sind auf dem Areal auch Wohnungen geplant.
Keine Wiederholung der Episode «Hafenkran»
Für die Stadt Zürich bedeutet «Space» Kosten von rund zwei Millionen Franken - ein Betrag, der noch in der Budgetkompetenz des Stadtrates liegt und somit nicht dem Gemeinderat vorgelegt werden muss. Genner erklärte dies damit, dass man verhindern wolle, dass dieses wichtige Projekt «zur politischen Bühne werde».
Kunst solle ein offenes Klima schaffen, sagte sie. «Wenn die Politik eingreift, wird es schwierig», sagte sie. Als Beispiel nannte sie das Kunstprojekt «Transit Maritim», das unter anderem einen weitherum sichtbaren Hafenkran in der Limmat beinhaltete. Der Gemeinderat hatte 2009 versucht, das Projekt zu abzuwenden und verwehrte ihm einen Kredit. Die Initianten halten indes am Kran fest.
SBB beteiligt sich an den Kosten
Die Stadt Zürich wird «Space» aber nicht alleine finanzieren: Die SBB will sich etwa in gleichem Umfang wie die Stadt am Projekt beteiligen. Vor allem die Projekte während der Bauzeit sollen auf kosten der SBB durchgeführt werden. (fsc/sda)
Erstellt: 22.04.2010, 13:21 Uhr


