Zürich

Ex-Mossad-Chef ist in Zürich tätig

Von Benno Gasser. Aktualisiert am 23.02.2012 41 Kommentare

Der ehemalige israelische General Meir Dagan arbeitet für eine Beratungsfirma. Er warnt vor einem Angriff Israels auf den Iran.

Meir Dagan 2011 mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (r.). Der 67-jährige Dagan diente 32 Jahre lang in der israelischen Armee. Von 2003 bis 2011 leitete er den Geheimdienst Mossad.

Meir Dagan 2011 mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (r.). Der 67-jährige Dagan diente 32 Jahre lang in der israelischen Armee. Von 2003 bis 2011 leitete er den Geheimdienst Mossad.
Bild: Keystone

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die Branche gilt als verschwiegen. Wer für Firmen und Regierungen geopolitische Risikoanalysen durchführt, sucht nicht die Öffentlichkeit. Umso mehr erstaunt es, dass Arcanum (lateinisch für «Geheimnis»), eine internationale Beratungsfirma mit Sitz in Zürich, gestern über ihre neuste Personalie informierte: Meir Dagan ist ab sofort für den Beirat der Firma tätig. Dagan war acht Jahre lang Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad. Im Januar 2011 wurde er pensioniert.

Eine Festanstellung hat der 67-Jährige nicht. «Meir Dagan wird für bestimmte Fälle beigezogen, seine Erfahrungen als General sind etwa im Rüstungsbereich sehr wertvoll», sagt Firmensprecher Thomas Landgraf. Hinter der plötzlichen Offenheit stecken auch wirtschaftliche Interessen. Mund-zu-Mund-Propaganda sei zwar wichtig, doch ein wenig mehr Publizität könne nicht schaden, sagt Landgraf. Der Sitz von Arcanum liegt an bester Adresse: im weissen Schloss am General-Guisan-Quai. Ein eigenes Büro ist für den Ex-Mossad-Leiter nicht vorgesehen.

Kritiker eines Iran-Angriffs

Während seiner Zeit als Geheimdienstchef war Dagan äusserst verschwiegen. Seit der Pensionierung meldet er sich dafür umso lauter zu Wort und warnt vor einem möglichen Angriff Israels auf die Atomanlagen des Iran. Ein solcher würde einen regionalen Krieg provozieren.

Dagan erklärte ihn zum «dümmsten Einfall», von dem er je gehört habe. Als Mossad-Chef versuchte er, das iranische Atomprogramm mit subtileren Mitteln zu verzögern. Dagan setzte aufs Täuschen, Töten und Sabotieren. Dazu zählte das gezielte Liquidieren iranischer Atomwissenschaftler wie auch der wohl vom Mossad gesteuerte Einsatz des Computerwurms Stuxnet.

«Einzigartig darin, einen Araber von seinem Kopf zu trennen»

Dagan, der zuvor 32 Jahre lang in der Armee diente, wurde wegen seiner direkten Art bewundert und gefürchtet. Ein spezielles Lob erhielt er 2002 anlässlich seiner Ernennung zum Geheimdienstchef vom damaligen Premierminister Ariel Sharon: «Dagan ist einzigartig darin, einen Araber von seinem Kopf zu trennen.»

Die beiden Männer kennen sich seit den frühen 70er-Jahren und kämpften damals Seite an Seite im Jom-Kippur-Krieg. Dagan war so lange Chef des Geheimdienstes wie niemand zuvor. Ihm gelang es, das Image des Mossad aufzupolieren. Doch am Ende seiner Amtszeit häuften sich die Pannen. Besonders kritisiert wurde er für die Tötung eines Hamas-Waffenhändlers in Dubai.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.02.2012, 07:34 Uhr

41

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

41 Kommentare

Stefan Flüeler

23.02.2012, 08:52 Uhr
Melden 52 Empfehlung

Es ist stets von Übel, fremde Nachrichtendienstler im Haus zu haben, auch wenn sie längst pensioniert sind.
Ungeziefer zieht weiteres Ungeziefer an, und eh man sichs versieht, ist die halbe Geheimdienst-Szene des Mittleren Ostens in Zürich versammelt. Womöglich beginnen sie dann auch noch, sich gegenseitig umzulegen, und wir müssen zum Schluss die Sauerei aufputzen.
Antworten


Hans Sommer

23.02.2012, 09:26 Uhr
Melden 42 Empfehlung

Ariel Sharon: «Dagan ist einzigartig darin, einen Araber von seinem Kopf zu trennen.»
Dass ein solcher Verbrecher unbehelligt in die Schweiz einreisen darf, ist ein Armutszeugnis für die Schweiz!
Antworten



Zürich

Lokalverzeichnis

Werbung

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Können die Kloten Flyers den Konkurs noch abwenden?




Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.