FDP ist wegen der Namensänderung uneins

Heute Abend entscheidet die Zürcher FDP-Spitze, was sie vom geplanten neuen Namen Freisinnig-Liberale Partei hält.

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Bis Ende August können die Kantonalparteien der Mutterpartei in Bern ihre Stellungnahmen zur Namensänderung von FDP zu FLP mitteilen. Denn mit der geplanten Fusion von FDP und der Liberalen Partei der Schweiz (LPS) steht auch der zukünftige Name zur Diskussion. Die Zürcher Parteiexponenten sind gespalten, wie eine Umfrage zeigt.

Zurückhaltend gibt sich Parteipräsident und Kantonsrat Beat Walti: «Um einen gut eingeführten Namen zu ändern, braucht es sehr gute Gründe und einen valablen Gegenwert.» Dies sei Gegenstand der jetzigen Diskussion. Für den Zürcher Stadtrat Martin Vollenwyder ist die Namensänderung nicht dringend. Mit dem Slogan «FDP - Wir Liberalen» habe man bereits einen Doppelauftritt und komme der LPS entgegen. Auch Thomas Vogel, Fraktionschef im Kantonsrat, findet, dass es keinen zwingenden Grund gibt, den Markennamen FDP über Bord zu werfen. Das würde mehr Verunsicherung als Klarheit schaffen. Für die Stadtzürcher Gemeinderätin Doris Weber ist eine Änderung ebenfalls unnötig: «Der Name ist etabliert.» Die Winterthurer Stadträtin Verena Gick sagt, dass die Diskussion über den neuen Parteinamen nicht die Frage über die Inhalte verdrängen dürfe.

Einen Mittelweg schlagen die Jungfreisinnigen vor, wie Präsident Fabian Schnell sagt. Optimal sei die Lösung, die man selber gewählt habe: In der Deutschschweiz nennen sie sich Jungfreisinnige, in der Westschweiz Jeunes libéraux radicaux. Diesen Ansatz soll auch die Mutterpartei übernehmen: In der Deutschschweiz weiterhin als FDP, in der Romandie als Libéraux radicaux.

Bei einem Neustart sei ein neues Label durchaus diskussionswürdig, findet Ständerat Felix Gutzwiller. Er begrüsst die Vernehmlassung. Welcher Name es am Schluss sein soll, darüber hat er sich noch keine allzu grossen Gedanken gemacht: «Ich bin offen.» Empfänglich für das FLP ist Nationalrätin Doris Fiala. Sie gesteht, dass sie dabei von der guten Arbeit der vier liberalen Nationalräte beeinflusst worden sei. Aber matchentscheidend für die Partei sei nicht der Name, sondern die Inhalte.

Noser: «Den Begriff liberal besetzen»

Auch Nationalrat Ruedi Noser befürwortet einen Namenswechsel, aber nicht einen neuen mit drei Buchstaben wie FLP. «Wir sollten den Begriff liberal besetzen und ihn nicht anderen Parteien überlassen.» Die FDP solle künftig in den Ratsgremien als liberale Fraktion auftreten. Sie soll sich vom Namen FDP verabschieden und sich die Liberalen nennen.

Die beiden Regierungsräte Thomas Heiniger und Ursula Gut befürworten den Zusammenschluss der liberalen Kräfte. Sie wollen sich zur Namensänderung aber nicht äussern, solange die Partei das Thema intern diskutiert.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.08.2008, 08:03 Uhr

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