Zürich

Fall Bonstetten: Fachleute sahen ein Risiko

Laut einem Zeitungsbericht haben die Behörden von Bonstetten ZH dem vorbestraften Vater das Kind in die Obhut gegeben, obwohl ein Gutachten eine Bluttat nicht explizit ausschloss.

Die Mutter, in Begleitung ihres Freundes, trauert am Grab um ihren Sohn.

Die Mutter, in Begleitung ihres Freundes, trauert am Grab um ihren Sohn.
Bild: Markus Heinzer (Newspictures)

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Das zeigen Recherchen, über die die «SonntagsZeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Nun will die Brasilianerin, die am Freitag ihren vierjährigen Sohn beerdigen musste, nachdem Vater Gustav G., 60, diesen in einem Winterthurer Hotel getötet hatte, gerichtlich gegen die verantwortlichen Behördenmitglieder vorgehen.

Inzwischen hat die brasilianische Mutter ihren gegenwärtigen Anwalt Burkard Wolf damit beauftragt, eine Schadenersatz- und Genugtuungsklage gegen die Gemeinde vorzubereiten. Sie sei, sagt die trauernde Mutter der SonntagsZeitung, wütender auf die Gemeinde als auf den Ex-Partner, der ihr Kind tötete.

«Ich habe so viele Fragen»

Die Gemeinde, so die Frau weiter, habe ihre berechtigten Bedenken und ihre Ohnmacht nicht ernst genommen. Für den kommenden Montag hat die Mutter des getöteten Florian eine Pressekonferenz angekündigt, zu der auch brasilianische Medien erwartet werden.

Im Interview mit dem «Sonntag sagt die Frau: «Ich habe so viele Fragen. Warum musste es so weit kommen? Ich stehe noch immer unter Schock. Ich esse nichts und ich trinke nichts. Ich will wissen, warum das passiert ist. Warum hat das niemand verhindert?»

«Ich wollte immer raus»

Ihre letzte Erinnerung an Florian sei ein Ausflug nach Dietikon ins Trampolino. «Dort kann man auf Trampolinen herumhüpfen. Das machte Florian gerne. Aber ich will ja allein sein. Ich konnte noch gar nicht um Florian trauern. Ich brauche jetzt einfach Ruhe, um zu begreifen, was passiert ist.»

Auf die Frage, warum sie als Prostituierte gearbeitet hatte, sagt sie: «Weil ich Gustav Unterhalt zahlen musste, jeden Monat 650 Franken. Ich habe zwar noch für ein Reinigungsbüro gearbeitet, aber anders ging es nicht. Aber glauben Sie mir: Ich wollte immer raus.»

Erstellt: 06.03.2010, 23:54 Uhr

Zürich

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung