Fast jeder zweite Malerlehrling ist weiblich
Von Claudia Imfeld. Aktualisiert am 26.08.2010 3 Kommentare
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Die Zahlen sprechen für sich: Bei den Lehrabschlussprüfungen sind letztes Jahr im Kanton Zürich gut 30 Prozent der männlichen Malerlehrlinge durchgefallen. Die jungen Frauen schlossen dagegen viel besser ab: Von ihnen erhielten nur rund sieben Prozent einen negativen Bescheid. Ausserdem machen die Mädchen häufig die besseren Noten.
«Aber nicht nur deshalb sind weibliche Auszubildende bei den Malerbetrieben oft beliebter als männliche», sagt Simone Läuchli. Sie ist beim Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verband (SMGV) zuständig für die Aus- und Weiterbildung und weiss aus vielen Gesprächen: «Die jungen Frauen machen bei den Kunden eine bessere Falle, weil sie in der Regel reifer und auch pflichtbewusster sind.»
«Selten eine Malerin um die 30»
Landesweit waren 2009 knapp 40 Prozent der Malerlehrlinge Frauen – so viel wie noch nie. Mitte der 90er-Jahre entschieden sich etwa 250 Schülerinnen, beruflich zu Pinsel und Farbe zu greifen. Während die Zahl der männlichen Lehrlinge seither stagniert, steigt jene der jungen Frauen an. 2009 begannen laut dem SMGV knapp 400 eine Malerinnenlehre. Im Kanton Zürich machen die Mädchen dieses Jahr gar knapp 45 Prozent aller neuen Lehrlinge aus – so hoch war ihr Anteil noch nie.
Auch beim grossen Zürcher Maler- und Gipserunternehmen Max Schweizer AG haben die weiblichen Lehrlinge einen festen Platz. Von den sieben Malerstiften, die dieses Jahr die Lehre begonnen haben, sind drei Frauen. Gesamthaft machten die Frauen rund ein Drittel der derzeitigen Lehrlinge aus, sagt der Lehrlingsverantwortliche Pascal Richard. Er bestätigt Läuchlis Aussagen: «Die Mädchen sind schulisch stärker und vor allem zu Beginn der Lehre reifer.» Deshalb nur noch junge Frauen anstellen, würde er aber nicht. «Wir müssen bei der Auswahl auch in die Zukunft schauen», sagt er und spricht ein Problem an, das in der Branche zu reden gibt. «Es gibt selten eine Malerin um die 30», so Richard.
Zu harter Job
Die Frauen steigen nach der Lehre deutlich häufiger aus als die Männer. Das hat laut Simone Läuchli einerseits damit zu tun, dass sie Familien gründen und den Job an den Nagel hängen, andererseits aber auch häufig merken, «dass der Beruf sie körperlich zu sehr fordert»: «Nach der Lehre stehen die Männer darum bei den Firmen höher im Kurs als die Frauen.»
Dem Verband ist die Entwicklung aufgefallen: Er will verhindern, dass durch die steigende Beliebtheit des Berufs bei den Frauen der Männeranteil stagniert oder zurückgeht, wie Läuchli sagt. Deshalb hat der SMGV bereits Umfragen und Workshops zum Thema lanciert. Mittelfristig müsse das Image des Malerberufs unter anderem auch bei den männlichen Schulabgängern verbessert werden. Läuchli: «Zusammen mit der Weiterbildung, welche neu modulartig aufgebaut ist, wollen wir so versuchen, Frauen wie Männer im Beruf zu halten.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.08.2010, 14:58 Uhr
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3 Kommentare
Ein klassisches Anschauungsbeispiel zu geschlechtsspezifischen Lohndifferenzen. Die Nachfrage nach ArbeitnehmerInnen, die weniger berechenbar sind, ist nun mal kleiner, der Preis ergo tiefer. Wann fangen auch die zahllosen Gender-Stellen mal an, Äpfel mit Äpfeln und nicht mit Birnen zu vergleichen. Dann ist der Lohnunterschied wohl nur noch Geschichte (was auch ökonomische Überlegungen nahelegen). Antworten
Im Schnitt sind die Mädchen fleissiger als die Jungs,war eigentlich schon immr so.Die Mädchen sind vielfach gepflegter, und haben Benehmen gegenüber Kundschaft, was bei den Jungs erst später "einsetzt".Hallo Malergeschäfte: Je 50% einstellen.Die Männer tragen mehr Farbkübel+ Gipssäcke etc. Die Frauen machen dafür mehr "Feinarbeit" mögen die meisten Männer eh nicht. Antworten


