Federer-Tickets zu Wucherpreisen im Schwarzhandel
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 01.09.2010 50 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- Federer-Nadal im Hallenstadion: Spiel innert Minuten ausverkauft
- Wenn zwei Tennisstars einen Lachanfall haben
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Am 21. Dezember treten Roger Federer und Rafael Nadal im Hallenstadion gegeneinander an. Heute Mittwoch um 10 Uhr hat der Ticketverkauf begonnen, wenige Minuten später waren alle Tickets für das Spiel ausverkauft. Bereits um 10.28 tauchten erste Tickets zum Wiederverkauf auf Ricardo auf.
Um 14 Uhr wurden auf der Auktionsplattform rund 50 Tickets angeboten, erste wurden zu stolzen Preisen von 400 Franken verkauft. Die Schwarzhändler verlangen für die Eintrittskarten mitunter regelrechte Wucherpreise. Am unverfrorensten ist wohl der User «Ticketzone»: Er verlangt 1499 Franken. Für ein Ticket, wohlverstanden. Im Vorverkauf lagen die Preise noch zwischen 96 und gut 200 Franken.
«Ich konnte nicht ahnen, dass die Fans den Preis so hochtreiben»
Andere Verkäufer vertrauen darauf, dass die Nachfrage an den Tickets so gross ist, dass auch ein tiefer Einstiegspreis zu einem fetten Erlös führen wird. So sind jetzt keine Tickets unter 300 Franken zu haben, für viele andere sind die Gebote auf über 400 Franken geklettert. Ein Verkäufer ergänzt sein Angebot mit dem Satz: «Ich konnte nicht ahnen, dass die Fans den Preis so hochtreiben.»
Für viele echte Federerfans dürfte das einer Provokation gleichkommen. Beim Vorverkauf leer ausgegangen ist etwa C. G.*: «Ich habe Punkt 10 Uhr die entsprechende Telefonnummer gewählt und aktualisierte die Internetseite des Ticketcorner im Sekundentakt.» Als sie eineinhalb Stunden später endlich einen Kundenberater erreicht, erfährt sie, dass ihre Beharrlichkeit vergebens war.
40 Franken Telefonrechnung
Auch M. L.* hat versucht, «auf mehreren Wegen Tickets zu ergattern». Er spielt selbst seit 20 Jahren Tennis und wollte sein Idol Roger Federer endlich einmal live spielen sehen, wie er gegenüber Tagesanzeiger.ch sagt. Doch auch er hat jetzt statt einem Ticket lediglich eine Telefonrechnung, die um 40 Franken höher ist als sonst.
Das dürfte aber nicht nur die Fans ärgern, sondern auch Roger Federer selbst. Der gesamte Erlös des Spiels hätte eigentlich vollumfänglich seiner Stiftung Roger Federer Foundation zugutekommen sollen. Stattdessen machen nun Schwarzhändler Kasse mit einer Benefiz-Veranstaltung.
* Namen der Redaktion bekannt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.09.2010, 15:14 Uhr
Kommentar schreiben
50 Kommentare
Ich bin so enttäuscht. Habe mich schon so auf diesen Event gefreut und jetzt sowas. Als eingefleischter und langjähriger Roger Federer Fan bin ich momentan völlig enttäuscht. Noch so gerne ich diese beiden bei dieser Exhibition im Hallenstadion hätte sehen wollen, diese Preise auf ricardo.ch kann ich mir einfach nicht leisten ;o( Mein Trost? Ich darf ihn am Swiss Indoors in Basel live erleben. Antworten
Es ist bekannt welche "Spielchen" das Ticketcorner treibt und Ticketmaster in USA und GB sind noch wesentlich schlimmer. Es ist auch bekannt, aber nie bestätigt, dass auf Grund miserabler Löhne schon mal Tickets an Mitarbeiter verteilt werden und dann eben in Auktionen auftauchen. Man kommt sich als normaler Bürger der einfach so ein Spiel sehen will verschaukelt vor. Noch Fragen? Antworten


































