Zürich

Feministen wollen Machos einheizen

Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 25.10.2010 26 Kommentare

Die Antifeministen des ehemaligen Luzerner SVP-Politikers René Kuhn müssen bei ihrem Treffen in Uitikon mit handfestem Widerstand rechnen.

Kuhn und seine Antifeministen sind hier nicht willkommen: Aktivisten sprayen Parolen gegen die Interessengemeinschaft Antifeminismus an eine Bretterwand bei der Sihlpost.

Kuhn und seine Antifeministen sind hier nicht willkommen: Aktivisten sprayen Parolen gegen die Interessengemeinschaft Antifeminismus an eine Bretterwand bei der Sihlpost.
Bild: PD

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Um 10 Uhr solls im Giardino Verde in Uitikon am Samstag losgehen. Auf diesen Zeitpunkt hat der ehemalige Luzerner SVP-Grossstadtrat René Kuhn im Restaurant von Hotelier Giusep Fry das erste internationale Antifeminismustreffen angesagt. Eine Anmeldung zu dem Anlass ist zwingend, denn jeden will die von Kuhn gegründete Interessengemeinschaft Antifeminismus nicht einlassen. Wie Kuhn gestern erklärte, haben sich bisher rund 150 Personen angemeldet. Sie erwarten sechs Referate zum Thema Gleichstellung aus männlicher Sicht, sagt Kuhn.

Im Kontakt mit der Polizei

Ein Thema wird am Samstag auch die Sicherheit sein. Die Antifeministen sind «seit Wochen» in Kontakt mit der Polizei. Und diese könnte nun wirklich Arbeit bekommen, denn am Samstag hat sich in Zürich erstmals ein «Bündnis gegen das Antifeminismus-Treffen» geoutet. An einer Bretterwand bei der Sihlpost haben rund 50 weibliche und männliche Aktivisten eindeutige Parolen aufgemalt und -geklebt: «Gegen Sexismus und Antifeministen» oder «Männerpartei verpisst euch» oder «Keine Fussbreite dem reaktionären Rollbäck». Dazu ruft das Bündnis in Flugblättern zu einer Kundgebung gegen das Treffen auf – am nächsten Samstag um 11 Uhr in Uitikon.

In einem anonymen Begleitschreiben wird davor gewarnt, den Kongress als Kuriosität abzutun. Die Veranstaltung sei Teil eines grossräumigen ideologischen Angriffs auf die feministischen Errungenschaften. Das passe bestens ins derzeitige politische Hetzklima gegen Migranten, «Sozialschmarotzer» und Muslime. Das Bündnis will in Uitikon gegen die besonders «ekligen Formen der patriarchalen Geschlechterideologie» antreten. «Haut den Chauvinisten vor den Latz!», heisst es da.

Antifeministen zählen 800 Mitglieder

René Kuhn wollte gestern zur angekündigten Demonstration keinen Kommentar abgeben. Seine Interessengemeinschaft setze sich für die wahre Gleichberechtigung ein. Im Sorge- und im Scheidungsrecht oder für das gleiche Rentenalter der Geschlechter oder für die Dienstpflicht für Frauen. Man wolle den Frauen nichts wegnehmen und sie auch nicht hinter den Herd zwingen: «Solche Vorwürfe sind Schwachsinn.»

Die Interessengemeinschaft Antifeminismus wurde Anfang April dieses Jahres gegründet und hat inzwischen rund 800 Mitglieder, gemäss eigenen Angaben auch Frauen.

Waid weigerte sich

In der Wortwahl gegen die Frauenbewegung war vor allem das 43-jährige Vorstandsmitglied René Kuhn in der Vergangenheit nicht zimperlich. Er bezeichnete Feministinnen als «zerlumpte Vogelscheuchen» und als «Gruselkabinett». Mit solchen Äusserungen hat er sich auch bei der eigenen Partei unbeliebt gemacht. Im letzten Jahr hängte er deshalb seine politische Karriere an den Nagel. Angeeckt ist auch schon die IG Antifeminismus. Zum Beispiel beim Zürcher Restaurant Waid. Es weigerte sich, das Antifeminismus-Treffen durchzuführen. Probleme gab es auch mit der Zürcher Kantonalbank. Die hat es im September abgelehnt, mit der IG eine Geschäftsbeziehung einzugehen und für sie ein Bankkonto zu führen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.10.2010, 21:44 Uhr

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26 Kommentare

Andreas Schmid

25.10.2010, 16:54 Uhr
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Ich mag Frauen, bin also gewiss kein Frauenhasser. Ich gönne ihnen also die Emanzipation und viele deren Errungenschaften. Dessen ungeachtet bin ich der festen Ueberzeugung, dass überbordender Feminismus gesellschaftlich und zwischenmenschlich schädliche Auswirkungen hatte (Scheidungen, falsche Anschuldigungen, Mentalitätsmässige Kastration vieler Männer usw.) Man sollte solche Tabus besprechen! Antworten


Thomas Müller

25.10.2010, 10:14 Uhr
Melden

Traurig wie es mittlerweile um unser Recht der freien Meinungsäusserung geht. Man kann ja von diesem Kuhn halten was man will, aber er hat genauso das Recht seinen Unsinn von sich zu geben wie wir alle. Ebenso einen Verein zu Gründen und eine Versammlung ab zu halten. Das er bei der ZKB kein Konto eröffnen konnte und das Waid das Treffen nicht bewirten wollte ist skandalös! Antworten



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