Fischenthal trocknet aus
Von Von René Donzé, Monica Müller. Aktualisiert am 25.11.2011 12 Kommentare
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Zürich – «Das hat es noch nie gegeben», sagt der Fischenthaler Brunnenmeister Benjamin Strommer. Kürzlich musste er eine 80 Meter lange Hilfsleitung montieren. Der blaue Schlauch führt vom letzten Hydranten auf Baumer Gemeindegebiet zum ersten Anschluss in Fischenthal. Seither werden täglich rund 100 Kubikmeter Trinkwasser hindurchgepumpt, damit die Fischenthaler Bevölkerung weiterhin nach Belieben duschen, kochen und Zähne putzen kann. «Selbst im Jahrtausendsommer 2003 war die Situation weniger prekär», sagt Strommer.
In der ganzen Schweiz hat es seit über einem Monat praktisch nicht geregnet. In Zürich fielen nur gerade 0,2 Millimeter Regen. Die normale Niederschlagsmenge im Herbst beträgt zwischen 70 und 90 Millimeter pro Monat. In Fischenthal wirkt sich die Trockenheit extrem aus, weil die Gemeinde an bloss drei Quellen hängt und kein Grundwasser anzapfen kann. «Die Zuflussmenge hat um über die Hälfte abgenommen», sagt Strommer. Wenn es nicht bald regne, müsse er die Bevölkerung zum Wassersparen aufrufen. Dumm wäre auch, wenn Schnee statt Regen fiele und dieser auf den Feldern liegen bliebe, statt zu versickern. Grund für den Wassermangel sei aber nicht bloss die Trockenheit, sondern auch das Bevölkerungswachstum und der steigende Verbrauch pro Kopf.
Vernetzte Wasserversorgung
Bauma indes hat noch genug Wasser. Laut Werkmeister Peter Thalmann ist der Pegel im Grundwasserpumpwerk Juckern nur leicht gesunken, doch im Pumpwerk Schwendi geht er um einen Meter pro Woche zurück. Die Reserve reicht noch für zehn Wochen. Bei akuter Knappheit könnte Bauma auf die Gruppenwasserversorgung Tannau zurückgreifen. Die meisten Gemeinden sind heute über mehrere Leitungen verbunden und können sich aushelfen. «Darum ist die Trinkwasserversorgung im Kanton eigentlich kein Problem – auch in Zeiten extremer Trockenheit nicht», sagt Wolfgang Bollack, Sprecher der kantonalen Baudirektion. Der Kanton hat die Gemeinden dazu angehalten, ihre Wasserversorgung auf mindestens zwei Standbeine zu stellen.
In Winterthur sind die Grundwasserspiegel um 40 Zentimeter gesunken. Dennoch liefert Stadtwerk Winterthur derzeit statt 12 bis 15 Prozent gegen 20 Prozent des Wassers an Nachbargemeinden, deren Quellen weniger Ertrag liefern. In einer noch komfortableren Situation ist Zürich. «Es könnte jahrelang nicht regnen, und wir hätten noch immer genug Wasser», sagt Hans Gonella, Sprecher der Industriellen Betriebe. 70 Prozent des Stadtzürcher Wassers stammen aus dem Zürichsee. Die Wasserversorgung von Zürich ist mit dem Glattal vernetzt und dieses ab 2012 durch eine Transportleitung mit Winterthur.
Fische und Kraftwerke leiden
Knapp wird das Wasser für die Seeforellen. Sie können nicht in Bächen und Flüssen ablaichen und verharren im See. Sollte es bis Ende Jahr trocken bleiben, würden sie ihre Eier auf Bachdeltas oder im See liegen lassen – beides ungünstige Voraussetzungen für den Nachwuchs. Ein grosser Teil der Seeforellen legt aber seine Eier in der Glarner Linth und im Linthkanal ab, wo stets genug Wasser vorhanden ist. Allfällige Ausfälle kompensiert die Jagd- und Fischereiverwaltung, indem sie Jungfische von zwei bis drei Zentimeter Länge in die Zuflüsse einsetzt. Probleme haben derzeit einige Kleinwasserkraftwerke. Laut «Landbote» wurden die Werke in der Winterthurer Hard und in Freienstein-Teufen abgestellt. Das EKZ-Werk in Pfungen befindet sich ohnehin in Revision. Das Werk Waldhalde in Hütten läuft auf dem Minimum. Und das Kraftwerk Dietikon produziere etwa 15 Prozent weniger Strom, sagt EKZ-Sprecherin Priska Laïaïda. Am vergangenen Sonntag wurde der Abfluss der Limmat gedrosselt, um den Zürichseepegel konstant zu halten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.11.2011, 06:26 Uhr
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12 Kommentare
[Sarkusmus]
Aber an der Klimaveränderung oder an unserem ungebremsten Wasserkonsum wird das alles nicht liegen. Auch die immer weiter wachsende Bevölkerung in der Schweiz ist daran nicht schuld. Man sollte den Regen per Gesetz zwingen, dass er immer die statistisch erfassten mittleren Regenmengen pro Monat bringt. Genauso sollte es für Sonnenschein und Schnee für den Tourismus sein!
[/Sarkusmus]
Antworten
Ja, nur noch mehr Leute in die CH holen. Es kommt immer besser. Selbstg jetzt, bei steigender Arbeitslosigkeit kommen immer mehr Leute aus der EU in die CH (Siehe Artikel in NZZ). Es ist einfach nicht zu glauben wie wir rundherum angelogen werden von "unseren" Politikern. Antworten

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