Fluglärmstreit: Lösung dank Rega-Testflügen?

Aktualisiert am 23.03.2010

Seit Jahren schwelt der Konflikt mit Süddeutschland. Nun tut sich ein neues Fenster auf.

Mit GPS wollen Rega-Piloten künftig auch bei schlechtem Wetter am anvisierten Ort landen können: Rega-Helikopter auf der Basis Lausanne.

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Bild: Keystone

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Ende Januar hat die Rettungsflugwacht Rega beim Spital Interlaken und dem Berner Inselspital erste GPS-Vortestflüge durchgeführt – Flüge per Satellitennavigation. «Die Tests waren erfolgreich», sagt Rega-Chefpilot Heinz Leibundgut im «Sonntag». «GPS-Anflüge werden der Rega in Zukunft ermöglichen, mit satellitengestütztem Instrumentenflug ein Spital trotz schlechten Wetters anzufliegen.» Was jetzt noch fehle, sei die gesetzliche Grundlage und die Flugerlaubnis des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl), sagt Leibundgut. Anfang März hat die Rega deshalb die erhobenen Daten dem Bazl zur Genehmigung vorgelegt. «Im Sommer möchten wir mit der Schulung unserer Piloten beginnen und wir hoffen, ab Herbst das Inselspital Bern per GPS anfliegen zu können», sagt Leibundgut.

Und was hat das mit dem Streit um den Nordanflug auf Kloten zu tun? Die Testflüge der Rega sind Teil des Bundesprogramms CHIPS. Dabei handelt es sich um rund ein Dutzend Projekte rund um das An- und Abflugverfahren mit Hilfe von satellitengestützter Navigation – darunter auch am Flughafen Zürich. Dies ist in Bezug auf die Fluglärmdebatte brisant: Mit der GPS-Technik kann möglicherweise der gekröpfte Anflug von Nordwesten her der schweizerisch-deutschen Grenze entlang technisch realisiert werden.

Flughafen-Zürich-Direktor Thomas Kern ist überzeugt: «CHIPS könnte mittel- bis langfristig in der Fluglärmdebatte entscheidend sein.» Dieses Jahr sollen laut «Sonntag»-Informationen erste Testflüge in Zürich stattfinden – ursprünglich waren diese schon letztes Jahr geplant. (cpm)

Erstellt: 21.03.2010, 12:50 Uhr

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