Flutwelle im Rhein: «Badende hatten Glück»
Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 26.08.2011 4 Kommentare
Badegäste im Rhein: Glücklicherweise von Flutwelle nicht verletzt. (Bild: Keystone )
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Badegäste unterhalb des Kraftwerkes Rheinau staunten nicht schlecht, als der Wasserpegel des Rheins am Mittwochabend innert kürzester Zeit um 85 Zentimeter anschwoll. Wie Gerhard Gsponer, Gemeindepräsident von Rheinau, sagt, schwammen zu diesem Zeitpunkt Menschen im Wasser und lagen an Uferplätzen. «Verletzt wurde zum Glück niemand.»
Gsponer hat in den 25 Jahren, die er im Dorf lebt, nie einen ähnlichen Fall erlebt. Bis Montag hat das Kraftwerk nun Zeit, einen Bericht zu verfassen, der die genauen Umstände abklärt. Dies verlangt das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) sowie die Gemeinde Rheinau. Gefahr für Badegäste bestehe keine mehr.
Was aber war passiert? Laut Informationen von Gsponer wollte das Kraftwerk eine neue Software herauffahren, worauf sich zwei von vier Wehrklappen selbständig machten und öffneten. Nach zwölf Minuten wurde der Fehler entdeckt und die Klappen von Hand geschlossen. Dadurch sank der Pegel des Rheins unterhalb des Wehrs um 1,3 Meter, nachdem er zuvor massiv angeschwollen war. «Ich wurde vom Betriebsleiter über den Vorfall informiert. Sie waren sich selbst aber nicht schlüssig, woran es lag», erklärt Gsponer.
Ein Badeverbot ist ausgeschlossen
Laut Abklärungen des Awel bestehe zurzeit keine Gefahr für Badegäste, der Zustand habe sich stabilisiert. Erst hatten aufgewühlte Sedimente das Wasser stark verschmutzt. Diese hätten sich nun wieder abgesetzt, erklärt Gsponer. Allerdings müsse das Kraftwerk als Auflage des Awel weitere Wasserproben nehmen. An einer Sitzung nächste Woche werde das Kraftwerk die Ergebnisse seiner Untersuchung präsentieren. Dort würden auch Vorsichtsmassnahmen besprochen, erklärt Gsponer. Für ihn ist aber klar: «Ein ständiges Badeverbot aus Sicherheitsgründen kommt für uns nicht infrage. Das Naherholungsgebiet ist uns sehr wichtig.»
Der Vorfall dürfte das Kraftwerk zudem einiges kosten. Der entstandene Sachschaden kann zurzeit noch nicht genau beziffert werden. Aber: «Die Bootsstege auf Schweizer und deutscher Seite sind beschädigt, Holzbalken sind gebrochen», erklärt Gsponer. Zudem seien die meisten Boote beschädigt, da sie erst durch die Flutwelle nach oben gestossen und danach durch das Senken des Wasserspiegels auf Grund fielen. «Der Verursacher ist klar das Kraftwerk», erklärt Gsponer. Dieses müsse folglich für den Schaden aufkommen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.08.2011, 14:13 Uhr
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4 Kommentare
Wenn ich denke, dass AKW's unterhalb von Flusskraftwerken sind und diese die Kühlung aus eben diesen Flüssen beziehen...? Aber Sie haben die Risiken im Griff bis das Gegenteil bewiesen ist und dann war der Softwarefehler nicht vorhersehbar... Antworten


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